20.08.2018 - 10:45 Uhr
AmbergOberpfalz

Geht unter die Haut: Spontane Tattoos

Eine Bundestagsabgeordnete hat vorgeschlagen, eine Zwangsberatung für Leute einzuführen, die sich tätowieren lassen wollen. Die Kundschaft der Amberger Tattoo-Studios hält davon nicht viel.

von PKMOProfil

"Es hat geregnet und uns war langweilig, also hat mein Freund seine Tätowiererin angerufen. Auf dem Weg dahin wussten wir noch nicht einmal das Motiv." Patrick B. aus Sulzbach-Rosenberg ist auch so jemand, der sich spontan hat tätowieren lassen. Von einer Zwangsberatung, wie sie die CDU-Bundespolitikerin Gitta Connemann jüngst gefordert hat, hält er nicht viel. So wie alle Tattoo-Liebhaber, welche die AZ/SRZ-Redaktion zu dem Vorschlag befragt hat.

Auf dem Fuß von Patrick prangen jetzt ein Datum und eine Uhrzeit - genau der Zeitpunkt des Stechens. "Das hat mir als Motiv gereicht. Ich hab das Tattoo immer noch gern." Es erinnert ihn an einen guten Freund, der mit im Tattoo-Studio war und sich das selbe Motiv stechen ließ.

Spontane Tattoos sind keine Seltenheit mehr, bestätigen die Tätowierer in der Region. Für Kurzentschlossene gibt es im Tattoostudio Inkredible in der Baumannstraße in Amberg seit neustem sogar einen Tattoo-Automaten. Wie bei einem Kaugummiautomaten wirft der Kunde ein Zwei-Euro-Stück ein und kriegt anschließend eines von vielen selbstgezeichneten Motiven, das man sich dann stechen lassen kann - wenn man sich traut.

Michael Hüttner, der Studio-Inhaber, hält nichts von dem Vorschlag der Politikerin. "Alkoholisierte oder andere nicht zurechnungsfähige Personen tätowieren wir grundsätzlich nicht. Eine Beratung findet sowieso in jedem Fall statt", sagt er. Die meisten Kunden erklären, dass sie keines ihrer Tattoos bereuen - auch nicht die von der spontanen Sorte. "Immer wenn ich in der Dusche stehe und nach unten auf mein spontanes Tattoo gucke, muss ich lachen und hab gute Laune", erzählt Patrick weiter.

Tattoo ist Privatsache

Dass aber gerade sichtbare Tattoos noch immer eine Rolle spielen, wenn es um die berufliche Zukunft geht, zeigen die Anforderungen bei einigen lokalen Arbeitgebern. Die Sparkasse Amberg-Sulzbach fragt ihre Bewerber nicht explizit nach Tätowierungen, da diese eine Privatangelegenheit sind. "Wir halten unsere Mitarbeiter aber dazu an, sichtbare Exemplare zu überdecken, um Seriosität auszustrahlen", sagt Ulrike Zinnbauer, Leiterin der Marketing- und Kommunikationsabteilung.

Bernhard Lott, Sprecher der Siemens AG, betont, dass Äußerlichkeiten grundsätzlich keine Rolle spielen und es viel mehr auf Eignung und Fähigkeiten der Arbeitnehmer ankomme. Rechtswidrige und diskriminierende Darstellungen würden aber nicht akzeptiert.

Die Polizei verlangt von ihren Bewerbern, dass sie auch in der Sommebieruniform mit Kurzarmhemd konsequent keine sichtbaren Tattoos tragen. "Tattoos an Händen, im Gesicht oder im Hals- und Nackenbereich sind nicht zulässig", erklärt Polizeioberkommissar Markus Kern vom Präsidialbüro der Bereitschaftspolizei. Die Stadt Amberg ist Tätowierungen gegenüber generell aufgeschlossen. Renate Preuß vom Personalamt unterstreicht aber, "dass es auf ein gepflegtes Erscheinungsbild auch mit Tattoos ankommt, da es sich um einen öffentlichkeitswirksamen Beruf handelt".

Alle Arbeitgeber schließen politische Tätowierungen, egal welcher Gesinnung aus. Die Polizei legt zudem auch Wert darauf, dass auch die nicht-sichtbaren Tattoos keine gegen die freiheitliche Demokratie verstoßenden Inhalte darstellen.

Beratung vom Experten

Welche Tipps lassen sich nun aber für die Motivwahl bei einem Tattoo geben? Tätowierer Michael Hüttner meint dazu: "Oft ist es auch ratsam, sich auf die fachkundige Meinung des Tätowierers zu verlassen. Man ist vielleicht im ersten Moment enttäuscht, erspart sich aber langfristigen Ärger." Er betont dabei, dass vor allem die Körperstelle für ein Tattoo entscheidend sei und man sich natürlich vor allem Namen gut überlegen solle.

Weiden in der Oberpfalz
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