22.01.2021 - 16:33 Uhr
AmbergOberpfalz

Geisterfahrerin verursacht Unfall auf der A6

Eine Geisterfahrerin hat am Freitag auf der A6 zwischen Amberg und Sulzbach-Rosenberg einen Unfall verursacht, bei dem sie selbst schwer verletzt wurde. Die Autobahn war danach rund drei Stunden gesperrt.

von Heike Unger Kontakt Profil

Gegen 15 Uhr ging bei der Polizei am Freitag die Meldung einer Geisterfahrt auf der A6 zwischen Amberg und Sulzbach-Rosenberg ein: Eine ältere Skoda-Fahrerin aus dem Landkreis war bei der Anschlussstelle Sulzbach-Rosenberg falsch auf die A6 eingebogen und danach entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung (Nürnberg) unterwegs. Etwa auf halber Strecke zwischen Sulzbach und Amberg stieß der Skoda mit einem Fiat Sprinter zusammen. Dessen Fahrer (71) aus Hessen war da gerade in Richtung Nürnberg auf der Überholspur unterwegs.

Womöglich hatten beide Fahrer sogar Glück im Unglück, dass ihre Fahrzeuge nicht ganz mittig kollidierten, war die Einschätzung von Kreisbrandmeister Alexander Graf von der Feuerwehr Ursensollen, der die Einsatzleitung hatte. Bei einem Frontalzusammenstoß hätten die Folgen noch schlimmer sein können. Auch wenn beide Beteiligte schwer verletzt wurden, bestand laut Polizei immerhin keine Lebensgefahr.

Rettungshubschrauber auf der Autobahn

Die Unfallverursacherin wurde bei dem Aufprall im Bereich der Beine in ihrem Wagen eingeklemmt. Die Feuerwehr Ursensollen musste sie mit dem hydraulischen Rettungssatz aus dem Skoda befreien und übergab sie dann dem Rettungsdienst. Der versorgte die schwerverletzte 72-Jährige, bis der Rettungshubschrauber auf der Autobahn landete. Der Helikopter brachte die Frau dann in eine Klinik nach Nürnberg. Auch der Fahrer des Sprinter wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Während die Feuerwehr Ursensollen technische Hilfe leistete, kümmerte sich die Wehr aus Hohenkemnath um Absperrung und Verkehrsleitung. Auch Amberger Feuerwehrleute waren vor Ort. Das Bilden der Rettungsgasse hatte gut funktioniert – Unverständnis äußerten mehrere Einsatzkräfte aber darüber, dass es offenbar nur zwei Ersthelfer gab.

Nur zwei Passanten halfen

Der Erste, der sofort anhielt und sich um die Verunglückten kümmerte, zeigte sich später auch fassungslos: "Es ist erschreckend, wie viele Menschen an einer Unfallstelle vorbei fahren, ohne anzuhalten und Erste Hilfe zu leisten", sagte der unbeteiligte Fahrer, nachdem alle gut versorgt waren: "Sie schauen nur, dass sie schnell wegkommen. Das ist ein trauriges Bild für unsere Autobahnen und für unsere Autofahrer, egal, wo sie herkommen." Außer ihm habe nur noch eine junge Frau angehalten und mitgeholfen. "Hut ab vor der jungen Dame", lobte der Mann diese Unterstützung.

Der Autobahnabschnitt zwischen den Anschlussstellen Amberg-West und Sulzbach war nach dem Unfall noch bis gegen 18 Uhr gesperrt.

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