Eckhard Henscheid, Schriftsteller
ONETZ: Herr Henscheid, nachdem letztes Jahr Sie der Jubilar waren, ist die Reihe jetzt an Gerhard Polt: Was wünschen Sie ihm zum 80. Geburtstag?
Eckhard Henscheid: Alles Allertollste natürlich. Und ganz speziell, dass seine Schöpferkraft anhält. Allerdings mit der Einschränkung, dass er nicht allzu fleißig sein möge. Mit dem Alter nimmt die Anfälligkeit für Krankheiten zu, daher soll er es nicht übertreiben.
ONETZ: Werden Sie persönlich gratulieren und mitfeiern?
Wie schon bei seinem 60. Geburtstag werde ich mit ein paar anderen Oberpfälzer Kennern und Fans in München antreten. Gefeiert wird einen ganzen Tag lang an verschiedenen Örtlichkeiten. Vor zehn Jahren haben wir in Schliersee bei Polts Nachbar gefeiert, im Freilichtmuseum von Markus Wasmeier (ehemaliger Skirennläufer und Olympiasieger, Anmerk. d. Red.). Da musste er von früh bis nachts um drei ständig den Krug heben. Ich hab ihn gefragt, wie das ist und er sagte: „Schwer“. Das sind Probleme, die auch wieder 2022 auf ihn zukommen.
ONETZ: Sie kennen sich ja nun schon sehr lange. Welche Erinnerungen an Ihre erste Begegnung sind hängengeblieben?
Eines habe ich ihm voraus: Ich habe ein etwas besseres Datumsgedächtnis. Die erste Begegnung war 1983 bei einer Lesung in Amberg, 1984 waren wir dann gemeinsam beim Haffmans Verlag Zürich. Ich habe ihn dort als Autor hingebracht, was nicht so ganz einfach war. Seither haben wir uns regelmäßig privat gesehen oder bei den zehn Lesungen, die wir gemeinsam verantworten durften.
ONETZ: Und wie war das bei diesen legendären gemeinsamen Lesungen – lief da wirklich alles so basisdemokratisch und auf Augenhöhe ab, wie es Gerhard Polt im Interview vor einem halben Jahr erzählt hat?
Diesbezüglich gibt es einen Sonderpunkt für Polt. Die Lesungen waren jedes Mal gut besucht, so um die tausend Leute. Die Mehrzahl davon sicher wegen Polt. Aber das hat er sich nicht anmerken lassen, er war immer fair und entgegenkommend, das lief ohne jede Reibung. Und wir konnten uns beide auf unsere Fähigkeit im Improvisieren verlassen.
ONETZ: Was verbindet Sie bis heute?
Sein Verhältnis zu Satire und Komik. Wir haben auch eine ähnliche Begabung für die Gestaltung von Lesungen. Sprachkünstlerisch ist Polt aber noch verwandter mit Heino Jaeger (norddeutscher Maler, Graphiker und Satiriker, Anmerk. d. Red.), einem bereits verstorbenen weiteren Hausgott von mir.
ONETZ: Was schätzen Sie besonders an Gerhard Polt?
Er ist ein sehr einnehmender Mensch, das war er von der ersten Minute an. Ich schätze ihn als Menschen wie als Literaten. Und ich schätze die über Jahrzehnte gleichbleibende Qualität seiner komischen Sachen mit ihm als Rezitator und auch als Autor. Auch wenn seine ersten schriftlichen Fassungen immer etwas schlampiger sind als bei mir zum Beispiel.
ONETZ: Wenn Sie eine literarische Figur an Ihren Freund anlehnen würden, welche Eigenschaften würden Sie übernehmen, welche nicht?
Umgekehrt: Ich wollte ihm mal eine reale Figur aus zwei, drei meiner Romane aufschwätzen, aber das hat er von sich gewiesen. Polt hat nahezu keine unangenehmen Eigenschaften, bei einer literarischen Figur macht es aber die Mischung aus. Nein, er ist vielleicht ein zu integrer Charakter für eine literarische Figur.
ONETZ: Nachdem Sie ihm nun schon ein paar Monaten Erfahrung voraus haben – haben Sie Tipps, wie man sich am besten mit der 8 vor der Null arrangiert?
Ich hoffe, dass wir beide noch zehn Jahre zulegen. Polt hat die ganzen Jahre über einen sehr gesunden, kräftigen Eindruck gemacht. Ich empfehle viel lesen und viel Klavier spielen. Letzteres kann er nicht. Aber das Tennisspielen soll er wieder aufnehmen und im Winter Langlaufen wie ich auch.
Michael Köllner (Fuchsmühl), Trainer TSV 1860 München
Auf diesem Wege möchte ich Gerhard Polt von Herzen zum 80. Geburtstag gratulieren. Zwar kennen wir uns (noch) nicht persönlich, aber natürlich verfolge ich sein Wirken. Vor mehreren Jahren habe ich ein Interview mit ihm in der Süddeutschen Zeitung gelesen, das einen sehr bleibenden und nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Darin berichtete er über einen Besuch an einem Gymnasium im Münchner Umland, bei dem es ihn regelrecht entsetzt hat, dass die Schüler gar keinen Dialekt mehr sprechen. Das bekräftigt wiederum mich in meiner Art, stolz auf meine Heimat, auf meine Wurzeln zu sein und den bayerischen Dialekt beizubehalten.
Außerdem ist der tiefsinnige Humor einer urbayerischen Persönlichkeit wie der von Gerhard Polt etwas ganz Besonderes. An seinen TV-Auftritten imponiert mir, wie er sich zu den Themen äußert, die ihm am Herzen liegen. Es gelingt ihm, wie kaum einem anderen, über Humor Tiefsinn zu schaffen und Haltung zu transportieren. Als meinungsstarker Mensch schafft er es auf diese Weise, knallhart - aber eben mit einem gewissen Feingeist - seine Meinung zu Politik, Gesellschaft und Kultur zu äußern. Ich wünsche Ihnen, lieber Herr Polt, viele weitere gesunde, glückliche und meinungsstarke Jahre!
Walter Jonas, Regierungspräsident der Oberpfalz
Lieber Gerhard Polt, nachdem der Weber Max die Regierung genau kennt und dort ja „furchtbar g`scheide Leid san,“ wünschen wir Ihnen von der Regierung der Oberpfalz alles Gute zum 80. Geburtstag Gesundheit, Glück, viele herrliche Einfälle für Ihre Nummern und Erfolg für das geplante Haus des Humors. Ich hoffe, dass Sie noch öfter hier vorbeischauen und die Oberpfälzer Menschen mit komischen und nachdenklichen Momenten des Alltags beglücken.
Harry G, Komiker (Regensburg), Kabarettist und Schauspieler
Ich war immer schon ein großer Polt-Fan, habe mir begeistert alle Film- und Audio-Beiträge von ihm angeschaut und -gehört. Seine Geschichten tragen immer deutlich seine Handschrift, sind gerne absurd und trotzdem real. Was soll ich sagen? Auf meinem Wege ist „er ja quasi immer dabei gewesen. Und wie er dabei war, wie eine Brezn!“ (Polt Zitat aus „Attacke auf Geistesmensch“). Ich war am Anfang meiner Karriere mal bei einem seiner Auftritte und durfte ihn kurz treffen. Da hat er ein Foto mit mir gemacht und gesagt (in typischer Polt Manier) „Ja he he, dann wünsche ich dem jungen Kollegen alles Gute“. Und heute wünsche ich ihm alles Gute, viel Glück und viel Segen zu seinem 80ten.
Zur Person: Gerhard Polt
- Geboren: 1942, nach wenigen Monaten zieht seine Mutter mit ihm von München in den katholischen Wallfahrtsort Altötting
- Kabarettist: Polt selbst bezeichnet sich lieber als "Erzähler"
- Serie: "Fast wia im richtigen Leben" (ARD, ab 1979) machte ihn einem bundesweiten Publikum bekannt
- Neues Buch: "Dr. Arnulf Schmitz-Zceisczyk" über einen beschäftigten Privatier vom Tegernsee, erschienen Mitte April























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