Amberg
20.01.2025 - 16:36 Uhr
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Gerüst kündet von der Sanierung des letzten Schandflecks am Amberger Marktplatz

Das Anwesen Marktplatz 8 in Amberg sticht richtig aus dem Ensemble heraus. Nicht, weil es so schön ist, sondern weil es das letzte nicht sanierte Haus dort ist. Jetzt wird ein Gerüst aufgebaut. Es tut sich was.

Die Plakate in den Schaufenstern weisen auf den finalen Ausverkauf des Schmuckgeschäfts und letztlich seinen Auszug hin, das Gerüst an der Fassade erzählt davon, dass das letzte nicht sanierte Anwesen am Amberger Marktplatz jetzt endlich angepackt wird. Das Haus mit der Nummer 8, das in seinem Kern aus dem Jahr 1287 stammt, soll wieder schön sein. Denkmalgerecht saniert soll es zu einem kleinen Hotel mit 15 Zimmern, Gastronomie und eventuell einer Art Galerie werden.

Die Geschichte ist in Amberg bekannt: Der inzwischen verstorbene Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer bemühte sich bereits in den frühen 1990er Jahren darum, das Anwesen Marktplatz 8 saniert zu bekommen. Das geht aber bekanntlich nicht gegen den Willen der Eigentümer. Doch die Frau, der das Haus gehörte, zeigte wenig Interesse und so gammelte der historische Komplex, der bis hinüber zum Kommandantengäßchen reicht, über Jahrzehnte vor sich hin.

Gebäude ist verkauft worden

Inzwischen neigt sich auch die Amtszeit des Dandorfer-Nachfolgers Michael Cerny dem Ende entgegen. Doch Cerny ist jetzt geglückt, was seinem Vorgänger verwehrt blieb. Möglich macht das eine Holding aus Würzburg, die allerdings enge Verbindungen nach Amberg besitzt. Diese Holding hat das Haus gekauft und will es denkmalgerecht sanieren. Ziel ist es, das Gebäude in ein kleines Hotel umzuwandeln. Was sich so einfach aber nicht gestaltet, weil umfangreiche Auflagen des Denkmal- und Brandschutzes zu erfüllen sind, um das möglich zu machen.

Die Holding hat das Projekt in die bewährten Hände des Amberger Architekturbüros Harth & Flierl gelegt, das es behutsam und dem Denkmal entsprechend entwickeln will. Bevor das geschehen kann, müssen unter anderem erst noch die Räumlichkeiten gründlich befundet werden, in dem sich heute das Schmuckgeschäft Kaba befindet. Erst wenn der Laden ausgeräumt ist, können die Denkmalschützer einziehen und ihre letzten historischen Erkenntnisse gewinnen.

Zwei Jahre Bauzeit

Florian Füger, Geschäftsführer von Harth & Flierl, zeichnete in der Oktober-Sitzung des Bauausschusses einen groben Zeitplan für den weiteren Verlauf des Bauprojekts. Die Bauherrin, so sagte er, wolle in jedem Fall noch im Jahr 2025 mit der Baumaßnahme anfangen und diese dann innerhalb von zwei Jahren vollenden. Die Amberger freuen sich jedenfalls schon darauf, dass der Marktplatz mit einem weiteren architektonischen Schmuckstück aufgewertet wird.

Hintergrund:

Anwesen stammt im Kern aus dem Jahr 1287

  • Die bayerische Denkmalschutzliste qualifiziert das Doppel-Anwesen Marktplatz 8 und Kommandentengäßchen 4a als ehemaliges Handelshaus, später Wohn- und Geschäftsgebäude, das im Kern laut einer früheren dendrochronologischen Untersuchung aus dem Jahr 1287 stammt
  • Aufstockungen und Erweiterung um 1475 sowie 1716
  • Rückwärtig im Hof befindet sich ein tonnengewölbter, langgezogener Kellerraum aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts
  • Das Rückgebäude, eine ehemalige Eisenwarenhandlung mit Werkstatt, stammt im Kern aus der Zeit um 1910
  • 1938 erfolgte ein weitgehender Um- und Ausbau
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