04.08.2020 - 18:06 Uhr
AmbergOberpfalz

Gesucht: Alles, was man über Kirwa wissen muss

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Jetzt ist Mithilfe angesagt: Um Amberg-Sulzbach bei seiner Bewerbung für seine Kirwan als Unesco-Kulturerbe zu unterstützen, sollen die Bürger möglichst viele Informationen beisteuern. Dazu gibt es einen Fragebogen.

Die Kirwa-Tradition wird im Kreis Amberg-Sulzbach hoch gehalten, nicht nur in Kümmersbruck (Archivbild).
von Heike Unger Kontakt Profil

Der Landkreis Amberg-Sulzbach will, dass seine Kirwa-Tradition in die Kulturerbe-Liste der Unesco aufgenommen wird. Für die Bewerbung sollen nun mit Hilfe der Hilfe der Bevölkerung möglichst viele Informationen zur Kirwatradition im Landkreis gesammelt werden. Ein Fragebogen hilft dabei. Das Projektteam, Tourismusfachwirtin Regina Wolfohr und Kirwabeauftragter Dieter Kohl, habe ihn ausgearbeitet. Der Bogen kann im Internet (www.amberg-sulzbacher-land.de) heruntergeladen oder per E-Mail (tourist[at]amberg-sulzbach[dot]de) angefordert werden.

Die Kirwa im Raum Amberg-Sulzbach

Wer hat alte Kirwa-Schätze?

Der Kirwa-Fragebogen des Landratsamts Amberg-Sulzbach

"Mithilfe der Rückmeldungen wird dann die Bewerbung für das Immaterielle Kulturerbe ausgearbeitet", erklärt Christine Hollederer, die Pressesprecherin des Landratsamtes. Die nächste Bewerbungsrunde für die Aufnahme in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes starte im kommenden Jahr. "Deshalb können die ausgefüllten Fragebögen bis zum 31. Dezember 2020 an die Tourismusfachwirtin am Landratsamt zurückgeschickt werden."

Kirwabeauftragter Dieter Kohl ist vor allem gespannt auf die Auswertung der regionalen Unterschiede der Kirwan sowie deren Entwicklung während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Tourismusfachwirtin Regina Wolfohr betont, dass der Fragebogen „nicht unbedingt komplett ausgefüllt werden muss, um berücksichtigt zu werden": Vielmehr sei auch "jede einzelne Info hilfreich“. Zudem sucht die Touristikerin auch nach Exponaten für eine mögliche Sonderausstellung zum Thema Kirwa – zum Beispiel alte Dirndln und Lederhosen, Kirwaliesln oder mehr.

Alltagskultur sichtbar machen

Laut dem Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat stellt die Unesco seit 2003 immaterielle kulturelle Ausdrucksformen in den Fokus der Öffentlichkeit. "Überall auf der Welt sollen überliefertes Wissen und Können sowie Alltagskulturen sichtbar gemacht, erhalten und gefördert werden", erklärt Hollederer zum Hintergrund. Bis heute sind 178 Staaten dem Unesco-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat. Neben dem bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes gibt es in Bayern ein eigenes Landesverzeichnis mit aktuell 54 Eintragungen.

„Die Aufnahme in das Bayerische Landesverzeichnis ist ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung des bedeutenden Engagements im Zusammenhang mit der aktiven Pflege und Weitergabe von Traditionen an die kommenden Generationen“, betont Finanz- und Heimatminister Albert Füracker. Sein Ministerium ist auf Landesebene für die Bewerbungen für das Immaterielle Kulturerbe verantwortlich.

Im Blickpunkt:

Immaterielles Unesco-Kulturerbe

Zum Bayerischen Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes gehören derzeit unter anderem

  • das Augsburger Friedensfest
  • die bayerische Brautradition nach dem Reinheitsgebot von 1516
  • die bayerische Karpfenteichwirtschaft
  • das Feldgeschworenenwesen in Bayern
  • die Landshuter Hochzeit
  • die Fürther Michaeliskirchweih
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