27.03.2019 - 16:18 Uhr
AmbergOberpfalz

Gewerbebau Amberg: Online-Handel macht Probleme

Sind 4000 Quadratmeter zusätzliche Einzelhandelsfläche in der Amberger Altstadt im Zeitalter des Online-Handels realistisch? Die Frage stellte Karlheinz Brandelik, Geschäftsführer der Gewerbebau im Amberger Stadtrat.

Im Amberger Stadtrat stelle Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik die Frage: "Ist es unter diesen Umständen realistisch und nachhaltig, am Ziel 4000 Quadratmeter zusätzliche Einzelhandelsfläche in der Altstadt' festzuhalten?"

"Dynamik in Industrie und Handwerk, große Unsicherheit im Handel und viel Positives aus Amberg und der Region", so lautete Geschäftsführer Karlheinz Brandeliks Kurzzusammenfassung des Jahresberichts der Gewerbebau für das Jahr 2018. Mit einer Arbeitslosenquote von durchschnittlich 4,4 Prozent habe die Stadt den bisher "niedrigsten Wert in diesem Jahrtausend" erreicht.

Das Industriegebiet Nord, so der Gewerbebau-Chef, wird derzeit mit einer Bauleitplanung neu geordnet. Aufgrund der knappen Flächen müsse das Potenzial bestmöglich genutzt werden. Karlheinz Brandelik betonte: "Höhenbeschränkungen für Produktions- und Lagergebäude sollten ebenso zurückgenommen werden, wie der Denkansatz, unsere Unternehmen hinter ökologisch fragwürdigen Waldschutzsäumchen verstecken zu müssen."

Industrie braucht Fläche

Im Gewerbegebiet West stünden keine gewerblich nutzbaren Flächen mehr zur Verfügung. Da der Stadtrat der Aufstellung eines Bebauungsplans zugestimmt hat, hofft Brandelik nun, "dass an dieser Stelle mittelfristig für handwerklich geprägte Mittelständler Flächen zur Verfügung gestellt werden können".

Im Gewerbegebiet Ost hingegen sind derzeit noch 9000 Quadratmeter Fläche frei. Allerdings sei das Grundstück schwer zu vermarkten, weil dort ursprünglich ein Großhandel entstehen hätte sollen. Wegen der Sortimentseinschränkung sei das aber nicht mehr möglich. Tun soll sich aber dennoch etwas: "Dank intensiver Unterstützung des staatlichen Bauamts konnte eine Erschließung konzipiert werden, die die Bestandssicherung eines renommierten Amberger Unternehmens am Standort versprechen lässt."

Mehr Einzelhandel sinnvoll?

Neben einer "Reihe von positiven Entwicklungen und Neueröffnungen im Bereich Gastronomie und Handel" in der Innenstadt kam Brandelik auch auf die beiden Großprojekte Bürgerspitalareal und Forum zu sprechen. "Zum einen treibt unser aller Kundenverhalten die Handelslandschaft nach wie vor in Ratlosigkeit und leider teils auch in Schockstarre", erklärte Brandelik.

Ein ausführliches Dossier zur Neuen Münze

Der boomende Online-Handel verändere die Voraussetzungen für den Einzelhandel: "Ist es unter diesen Umständen realistisch und nachhaltig, am Ziel ,4000 Quadratmeter zusätzliche Einzelhandelsfläche in der Altstadt' festzuhalten? Für uns ist das eine offene Frage im Lernprozess stetig wachsender Rahmenbedingungen", gab er zu bedenken.

Unsicherheiten bei Forum

Zum anderen gebe es beim Forum ein Realisierungsrisiko durch die fehlende Planungssicherheit. Gewerbebau-Chef Karlheinz Brandelik merkte an: "Bei kostspieligen Anpassungswünschen aus München oder Regensburg dürfen wir zu Recht auch die entsprechende finanzielle Unterstützung erwarten."

Wegen des Flächenverbrauchs werde erwartet, Gebäude in der Stadt wiederzubeleben. Das könne aber, "nur funktionieren, wenn dazu die finanziellen förder- sowie baurechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden".

Die Altstadt biete auch so eine große Bandbreite an verschiedenen Einzelhändlern, um die sie einige Einkaufszentren beneiden würden. Sein Fazit: "Neben Bürgerspitalareal und Forum lohnt es sich, den Fokus auch auf diese Bereiche unserer Altstadt zu werfen."

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