Amberg
15.12.2023 - 18:14 Uhr

Gisela Hofmann (59) aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach trickst Telefonbetrüger aus

Ehrlich währt doch am längsten. Nachdem Gisela Hofmann (59) aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach im Mai Telefonbetrüger über Stunden hingehalten und schließlich zur Verhaftung eines Täters beigetragen hatte, dankt ihr nun die Polizei.

So sieht eine Heldin aus: Gisela Hofmann (Mitte) hat Telefonbetrügern ein Schnippchen geschlagen. Mit auf dem Bild sind Kriminalhauptkommissar Peter Meier (links) und der Leiter der KPI Amberg, Gerhard Huf. Bild: Polizeipräsidium Oberpfalz
So sieht eine Heldin aus: Gisela Hofmann (Mitte) hat Telefonbetrügern ein Schnippchen geschlagen. Mit auf dem Bild sind Kriminalhauptkommissar Peter Meier (links) und der Leiter der KPI Amberg, Gerhard Huf.

Nachdem so oft Meldungen zu lesen sind, in denen der Enkeltrick oder andere Betrugsmaschen erfolgreich waren, ist die Geschichte der 59-jährigen Gisela Hofmann aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach geradezu Balsam. Sie hat nämlich eine komplexe Betrugsmasche erkannt, sie mitgespielt und am Ende einen Täter überführen können. Dafür hat sie nun ein Dankesschreiben von Thomas Schöninger, dem Präsidenten des Polizeipräsidiums der Oberpfalz, erhalten. Sie habe die Täter "mit Geschick und Überzeugungskraft" überführt und auch dafür gesorgt, dass ein 24-Jähriger, der Teil der Betrügerbande war, nun seine gerechte Strafe bekommt.

Frau erkennt die Masche sofort

Zur Geschichte: Mitte Mai dieses Jahres erhielt Hofmann mehrere Telefonanrufe von vermeintlichen Polizeibeamten und einem angeblichen Staatsanwalt. Die Täter sagten der Frau, dass in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft eingebrochen wurde und dass die Beamten einen Zettel gefunden hätten, auf dem auch ihre Adresse stand. Im Bericht schreibt die Polizei: "Offenbar sollten Einbrecher es auch auf ihr Erspartes abgesehen haben." Ganz typisch für diese Masche ist, dass die Betrüger fordern, Hofmann soll einen Bargeldbetrag in fünfstelliger Höhe an einen angeblichen Polizisten übergeben, damit das Ersparte sicher ist. Doch Hofmann erkannte sofort, dass es sich um einen Betrug handelt.

Über Stunden hingehalten

Die Polizei spricht im Nachhinein von einer "unkonventionellen Art und Weise", den Lockvogel zu spielen. Hofmann hielt nämlich über fünf Stunden Kontakt mit den Betrügern. Die Polizei schreibt: "Mit viel Fantasie und Einfallsreichtum erweckte sie bei den Betrügern den Eindruck, dass am anderen Ende der Telefonleitung eine arglose Bürgerin sitzt, die ihr Geld gerne in die Hände der Polizei gibt." Hofmann vereinbarte mit den Betrügern einen Termin zur Geldübergabe. Was die Betrüger aber nicht wussten, war, dass die Kriminalpolizei bereits Bescheid wusste. Bei der Übergabe griff die Polizei zu und schnappte einen 24-jährigen Mann, der am 17. Mai festgenommen wurde. Er wurde dem Haftrichter vorgeführt und sitzt seit dem Tag der Festnahme in einer Justizvollzugsanstalt.

Polizei dankt

Der Präsident der Oberpfälzer Polizei, Thomas Schöniger, wollte den Einsatz Gisela Hofmanns nicht unkommentiert lassen. Er ließ ihr durch den Chef der Amberger Kriminalpolizei, Gerhard Huf, im Dezember ein Dankesschreiben zukommen, in dem er ihr seine Anerkennung für die vollbrachte Zivilcourage ausspricht. Schließlich hat sich die Aktion auch finanziell zumindest ein wenig für Hofmann rentiert, denn sie bekam einen, im Bericht nicht genauer benannten Geldbetrag für ihr beherztes Handeln ausgehändigt.

 
Kommentare

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Amberg in der Opf. ist schön.

Klasse Aktion. Einen Betrüger selbst zu veräppeln finde ich köstlich.
Ich frage mich aber, ob die Bande auch habhaft gemacht werden kann bzw. konnte.

16.12.2023
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