Es ist Winter. So wie schon lange nicht mehr. Da kann es schon mal vorkommen, dass manche Gegebenheiten ungewohnt erscheinen: Schnee und Eis auf Nebenstraßen zum Beispiel, durch verräumten Schnee verengte Fahrbahnen oder schwer zugängliche Feldwege. Gut, dass die Feuerwehren im Landkreis Amberg-Sulzbach sommers wie winters auf Tuchfühlung mit dem Wetter sind. Sich auf wechselnde Witterungsbedingungen einzustellen, gehört zum Einmaleins der Einsatzkräfte.
"Wir sind darauf eingestellt", sagt Kreisbrandinspektor Armin Daubenmerkl auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien zu den Unbillen des Winterwetters. Seit drei Wochen schon steigen die Temperaturen nur geringfügig über den Nullpunkt, entsprechend eisig sind die Straßenverhältnisse. Nach dem Schneefall am Montag, 26. Januar, hatte der Winterdienst alle Hände voll zu tun, die Straßen einigermaßen friezubekommen. Zuerst kamen die am meisten frequentierten Verbindungen dran, das Räumen von Siedlungs- und Seitenstraßen dauerte teilweise bis Mittwoch.
Vorsorglich Schneeketten
Die Feuerwehrzufahrten haben natürlich Priorität. "Wenn es sich offiziell um eine Feuerwehrzufahrt handelt, also ein entsprechendes Schild aufgestellt ist, muss der Eigentümer der Immobilie dafür sorgen, dass zügig geräumt und gestreut wird", erklärt Daubenmerkl. Bei den Feuerwehrhäusern sorgt in der Regel der kommunale Winterdienst dafür, dass bei einer möglichen Einsatzfahrt niemand ins Rutschen kommt. "Bei so einer Wetterlage ziehen die meisten Feuerwehren auf mindestens einem ihrer Fahrzeuge Schneeketten auf", berichtet Daubenmerkl. Die zuständigen Leute sprechen sich ab, sobald sich abzeichnet, dass es zu einer geschlossenen Schneedecke kommt.
Die neuen Großfahrzeuge der Feuerwehr, wie zum Beispiel ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF), sind standardmäßig mit fest installierten Schleuderketten ausgestattet. Sie lassen sich bei Rutschgefahr per Knopfdruck zuschalten. Neben dem Rad werden dann automatisch Kettenglieder ausgefahren, die sich unter den Reifen legen. "Das klappt ganz gut, aber in erster Linie beim Anfahren", sagt der Kreisbrandinspektor. Für längere Strecken seien Schleuderketten nicht geeignet, da seien klassische Schneeketten besser. Vor allem die größeren Einsatzfahrzeuge verfügen oft auch über Allradantrieb, was das Fahren bei Eis und Schnee deutlich einfacher macht.
Bisher keine Probleme
Klar, wegen der Schneeberge entlang der Straßen sind die Fahrbahnen verengt. Darauf sind die Feuerwehren eingestellt. Daubenmerkl bleibt gelassen: "Wo der Schneepflug durchkommt, da kommen wir auch durch." Schwierige Fahrbahnverhältnisse sind übrigens kein reines Winter-Phänomen. "Wir müssen auch im Sommer manchmal durch tiefen Matsch."
Gefordert waren die Feuerwehren wegen des Winterwetters nicht außerordentlich. "Beim Schneefall am Montag sind vor allem im Westen des Landkreises Amberg-Sulzbach vereinzelt Bäume umgeknickt. Das war aber kein flächendeckendes Problem." Mit Schneelasten auf Gebäuden waren die Feuerwehren bislang auch noch nicht befasst. Die Einsatzkräfte könnten alarmiert werden, wenn eine Gefahr für die Allgemeinheit besteht. Das war in diesem Winter aber bislang nicht der Fall. Wenn es soweit käme, könne die Feuerwehr auf speziell geschulte Einsatzkräfte, modernes Gerät und auch auf Statik-Spezialisten des Technischen Hilfswerks zurückgreifen.













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