22.01.2019 - 13:45 Uhr
AmbergOberpfalz

Gottesdienste ohne Priester

Seit 15 Jahren lädt die Pfarrei St. Michael im Januar zum Neujahrsempfang Helfer und Mitarbeiter ein. Im Mittelpunkt steht dabei der Dank für den engagierten Einsatz im Interesse der Gemeinschaft. Doch in diesem Jahr geht es noch um mehr.

Pfarrer Alois Berzl, die stellvertretende Pfarrgemeinderatssprecherin Carolin Fabry und Pfarrgemeinderatssprecher Markus Mußemann hatten beim Neujahrsempfang viele Hände zu schütteln, bis allen Gästen die persönlichen Neujahrswünsche ausgesprochen waren.
von Adele SchützProfil

Gut besucht war der Neujahrsempfang der Pfarrei St. Michael auch in diesem Jahr. Pfarrgemeinderatssprecher Markus Mußemann, seine Stellvertreterin Carolin Fabry und Pfarrer Alois Berzl hatten viele Hände zu schütteln, bis allen Gästen die persönlichen Neujahrswünsche übermittelt waren. Für die Musik sorgten Michael Roth am Klavier und Renate Siegert an der Flöte.

Markus Mußemann blickte auf ein Jahr mit vielen Festen, Konzerten, besonderen Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen in der Pfarrgemeinde zurück und wies auf die Herausforderungen durch den alltäglichen Pfarrbetrieb hin. Er sagte: "Allen, die dazu beigetragen haben, die Pfarrei lebendig und den Betrieb am Laufen zu halten, wollen wir mit dem Neujahrsempfang danken."

Trauer um Wittmann

Der Sprecher erinnerte an ein Geschehnisse des vergangenen Jahres, darunter im Februar der Tod von Heiner Wittmann, der die Pfarrei in den ersten Jahrzehnten mit Pfarrer Hans Hirtreiter mitgestaltet und geprägt hat. Zudem erwähnte Mußemann die Installation der neuen Liedanzeige in der Kirche und die von Thomas Rösch und Thomas Held mit großem Arbeitsaufwand neu gestaltete Website. Er rief auch den Sonntag im Oktober ins Gedächtnis, an dem Laien einen Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung gestalteten, weil Pfarrer Alois Berzl als Jugendseelsorger andernorts im Einsatz war. "Da die gesunkene Anzahl an Priestern in Amberg die Vertretung eines Pfarrers nicht mehr gewährleistet, wollen wir uns für eine potenzielle Verhinderung von Pfarrer Berzl für die Zukunft selbst gut aufstellen", erklärte Markus Mußemann. Er lud daher alle Kommunionhelfer zu einer Schulung für Wortgottesdienste ein, die am Samstag, 16. Februar, ist.

Mußemann thematisierte auch die Wahlen des Pfarrgemeinderats und der Kirchenverwaltung. Bei Ersterer hatten sich 14 Kandidaten für die zwölf Sitze im Gremium zur Verfügung gestellt. Carolin Fabry habe das Stellvertreteramt im Pfarrgemeinderat übernommen. Schwieriger gestaltete sich dagegen laut Mußemann die Kandidatensuche für die Kirchenverwaltungswahl im November. Schließlich traten aber sieben Bewerber für die sechs Plätze an.

Schwierige Suche

In der langen Amtsperiode von sechs Jahren und der hohen Verantwortung in diesem Ehrenamt sieht Mußemann abschreckende Gründe, sich als Kandidat für einen Posten in diesem Gremium zur Verfügung zu stellen. Nach seinen Aussagen gibt es in der Diözese Regensburg Ansätze von Dienstleistungsmodellen zur Entlastung der Verwaltungen der Pfarreien, was allerdings mit Kosten für die Pfarrgemeinde verbunden sei.

Mußemann wies auf einen weiteren Ansatz zur Entlastung der Seelsorge hin. In der Erzdiözese München und Freising stehe an der Spitze der Verwaltung künftig kein Priester mehr, sondern eine Person aus dem Laienstand. Mußemann blickte über den Tellerrand der Pfarrei in die Weltkirche und thematisierte den Missbrauch und dessen Aufarbeitung.

Mit diesen Worten beendete der Sprecher des Pfarrgemeinderats seine Ansprache: "Nähe, gemeinsame Räume und Aktivitäten für eine authentische, vorurteilsfreie Kommunikation und dass der Heilige Geist auch uns immer wieder antreibe, das wünsche ich mir auch für uns und unsere Pfarrgemeinde in 2019." Auch Pfarrer Alois thematisierte die Sonntagsgottesdienste ohne Priester und ließ wissen, dass er es begrüße, wenn Laien Verantwortung übernehmen und ihr Laienapostolat ausüben.

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