24.02.2020 - 14:33 Uhr
AmbergOberpfalz

Grippewelle: Schulferien senken Ansteckungsgefahr

Die Grippewelle schwappt durch die Region – und hat mittlerweile wohl ihren Höhepunkt erreicht. In den Faschingsferien dürfte sich die Lage etwas entspannen. Die Ausbreitung des Coronavirus' hingegen sorgt für Verunsicherung.

Der Höhepunkt der diesjährigen Grippewelle scheint erreicht.
von Florian Bindl Kontakt Profil

"Wir haben jetzt den Höhepunkt der Grippewelle erreicht", glaubt Dr. Roland Brey, Leiter des Gesundheitsamts Amberg-Sulzbach. 380 laborbestätigte Fälle der "echten" Grippe, also einer Ansteckung mit dem Influenza-Virus, habe es seit Jahresbeginn in Stadt und Landkreis gegeben. Wie immer ist von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen, schließlich gehe nicht jeder zum Arzt und nicht jeder Arzt teste den Patienten auf die Erkrankung.

Regionale Unterschiede

Dass die Grippewelle 2020 aber besonders kräftig durch Bayern schwappt, kann Brey nicht bestätigen. Zwar meldete der Freistaat jüngst knapp 25 000 Grippefälle und damit ein Plus von rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt. Gleichzeitig, erklärt Brey, habe sich aber die Falldefinition verändert: "Früher mussten alle Kriterien für die Feststellung einer Influenza-Erkrankung erfüllt sein." Seit diesem Jahr sei die Erfassung großzügiger geregelt. Man solle deshalb die Zahlen nicht zu ernst nehmen, zumal es in der Grippestatistik stets große regionale Unterschiede gebe.

Effektiver Grippeschutz? Dr. Roland Brey gibt Tipps

Amberg

Klar sei nur, dass der Höhepunkt der Saison heuer etwas früher dran ist. Da aber gerade Kindergärten und Schulen eine Ansteckungsgefahr darstellen, kommen die Faschingsferien wie gerufen. "Die Kinder sind jetzt zuhause, das senkt die Ansteckungsgefahr erheblich", sagt Brey. Die Faschingszeit mit ihren Massenveranstaltungen bringe zwar auch ein erhöhtes Übertragungsrisiko mit sich. Im Vergleich zu den Karnevals-Hochburgen in Nordrhein-Westfalen sei es in der Region aber geringer.

Coronavirus nicht aufzuhalten?

Und das Coronavirus? Wie ist es um die Alarmglocken in den Arztpraxen der Region bestellt? Eine gewisse Verunsicherung in der Bevölkerung sei schon da, so Brey. Dies sei an den steigenden Nachfragen bei Ärzten zu erkennen, gerade von Menschen, die in die betroffenen Regionen reisen möchten. Aber Entwarnung: "In der Regel deuten Symptome wie Fieber und Husten auf eine Grippe hin", betont Brey. Die derzeitigen Unruhen in Italien seien bemerkenswert - insgesamt würden aber die Kollateralschäden, etwa gestrichene Züge, den Ländern mehr zu schaffen machen als die Krankheit selbst. Trotzdem sei Vorsicht geboten. Es könne durchaus sein, "dass man die Ausbreitung des Coronavirus' nicht stoppen kann".

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.