03.11.2021 - 14:59 Uhr
AmbergOberpfalz

Großer Aufgabenkatalog für Klimaschutzbündnis

Klimaschutz beginnt vor der Haustür. Die Klimaschutzmanager Corinna Loewert und Joachim Scheid vom interkommunalen Klimaschutzbündnis für Amberg und Amberg-Sulzbach haben klare Vorstellungen, worin Potential steckt und wo es Probleme gibt.

Die Teilnehmer verteilten Punkte auf in drei Gruppen unterteilten Themengebieten. Am Ende wurde so deutlich, wie das Maßnahmenpaket für die am dringlichsten anzugehenden Probleme aussehen soll.
von Gerd SpiesProfil

Corinna Loewert und Joachim Scheid sind die Gesichter des Klimaschutzes in der Region. Beide koordinieren als Klimaschutzmanager das interkommunale Klimaschutzbündnis für Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach. Beide bekamen bei der Vollversammlung des Bündnisses ein ganzes Bündel an Aufgaben mit auf den Weg. Sie gilt es umzusetzen, um den Klimawandel wenigstens in Grenzen zu halten. Es war die zweite Vollversammlung des Klimaschutzbündnisses von Stadt und Landkreis seit der Gründung 2020. Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny sprach gleich zu Beginn der Versammlung das größte Problem beim Thema Klimaschutz an: "Die große Aufgabe ist, die Bürger bei diesem Prozess mitzunehmen. Sie müssen Klimaschutz verinnerlichen, sie müssen ihn umsetzen. Der Klimaschutz muss vor Ort gestaltet werden." Genau um diese große Aufgabe zu meistern, brauche es die Klimaschutzmanager.

Mit vereinten Kräften

Das interkommunale Klimaschutzbündnis, zu dem sich die Stadt Amberg und der Landkreis Amberg-Sulzbach zusammengeschlossen haben, will gemeinsame Strukturen aufbauen, Synergien abgreifen und neue Projekte zum Klimaschutz anstoßen, beschreibt Loewert als wichtigste Ziele. Viele Aktionen aus den Bereichen Verkehr, Vernetzung und Energie habe das Bündnis, so Loewert, schon aufgegriffen. Als Beispiele nannte sie die Klimaschutzwoche und das Stadtradeln.

Seit April 2019 arbeitet Corinna Loewert für die Stadt Amberg als Klimaschutzmanagerin. Die Stelle wird bis maximal 2024 vom Bundesumweltministerium gefördert. Loewert zeigte anhand der gestiegenen Kurve der Jahresmitteltemperatur in den letzten Jahrzehnten auf, dass der Klimawandel bei uns bereits angekommen sei. "Wir haben als Folge des Temperaturanstiegs zum Beispiel jetzt schon vermehrt tropische Nächte oder Starkregen", sagte Loewert. Mit zahlreichen Aktionen und Projekten versuche das Klimaschutzbündnis, die Bürger zu klimabewussterem Handeln zu überzeugen. Loewert bat die Teilnehmer der Vollversammlung, aus dem Aufgabenkatalog konkrete Vorschläge zu unterbreiten, die das Bündnis in den kommenden Jahren anpacken soll.

An der Seite von Corinna Loewert steht Joachim Scheid, seit 2015 der Klimaschutzkoordinator des Landkreises Amberg-Sulzbach, mit Sitz in der Geschäftsstelle des ZEN, dem Zentrum für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Kloster Ensdorf. ZEN initiiert Projekte, um den Umwelt- und Klimaschutz sowie Nachhaltigkeit des Landkreises voranzubringen.

E-Auto und Solaranlage bei Bürgern angekommen

Im Bereich Verkehr sieht Scheid großes Klimaschutz-Potenzial. Zwar seien in der Region im vergangenen Jahr von allen Pkw nur 8,4 Prozent Elektroautos gewesen, die Zahlen würden aber stark ansteigen. „Die Kombination von E-Autos und eigener Solaranlage ist eigentlich schon in der Bevölkerung angekommen“, gab sich Scheid optimistisch. Der Klimaschutzkoordinator des Landkreises wies auch auf die Möglichkeit hin, mit Hilfe des Solarpotentialkatasters die Effektivität einer PV-Anlage auf dem eigenen Dach messen zu lassen. Rund 300 Zugriffe im Monat würden dieses Angebot schon erhalten.

In drei Themengruppen aufgeteilt versuchten dann die Teilnehmer der Vollversammlung die zukünftigen Schwerpunkte des Bündnisses festzulegen. In den Bereichen Energie, Verkehr und Netzwerk konnten sie Priorisierungen vornehmen, welche Aufgaben das Klimaschutzbündnis in den kommenden Jahren aufgreifen und umsetzen soll. Als Ergebnis ergab sich ein ganzes Bündel an notwendigen Maßnahmen, die umgesetzt werden sollten. Über die wichtigste Aufgabe beim Thema Klimaschutz war sich aber das gesamte Gremium einig. Sie sprach OB Cerny schon zu Beginn der Versammlung an: "Der größte Hebel liegt bei unseren Mitbürgern!"

Ambergs Klimaschutzmanagerin Corinna Loewert hat viel vor

Amberg
Corinna Loewert und Joachim Scheid sind die Gesichter des Klimaschutzes in der Region Amberg-Sulzbach.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.