01.06.2020 - 13:24 Uhr
AmbergOberpfalz

Grüne Hausnummer in Amberg reaktivieren

Seit 2003 vergibt die Stadt Amberg Grüne Hausnummern. Damit sollen Bürger ausgezeichnet werden, die nachhaltig wohnen, bauen, leben. Dieses Prädikat aber wurde wenig beworben – und in 17 Jahren nur fünfmal verliehen. Das soll sich ändern.

Nur fünf Häuser in Amberg dürfen sich mit der sogenannten Grünen Hausnummer schmücken. Nun soll die Auszeichnung wieder mehr Beachtung finden. Die zu erfüllenden Kriterien müssen jedoch überarbeitet werden und auch das Design wird sich verändern.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Mit der sogenannten Grünen Hausnummer sollen Bürger gewürdigt werden, die mit persönlichem Engagement versuchen, einen hohen Nachhaltigkeitsstandard beim Bauen, Wohnen und Leben zu erreichen. In der Stadt Amberg gibt es dieses Prädikat bereits seit 2003, jedoch wurde es, wie nun im Bauausschuss deutlich wurde, in der Öffentlichkeit nur wenig beworben und der Bekanntheitsgrad dadurch nicht verbessert. Im Lauf der Jahre ist die Grüne Hausnummer in der Stadt damit nahezu in Vergessenheit geraten, sie wurde nur fünfmal vergeben. "Mittlerweile sind auch Antrag und Kriterien nicht mehr zeitgemäß", heißt es dazu in einer Beschlussvorlage. Doch das soll sich nun ändern. "Wir wollen die Grüne Hausnummer in Amberg reaktivieren – wenn man nicht gar von reanimieren sprechen muss", erklärte Oberbürgermeister Michael Cerny in der Ausschusssitzung.

Kriterien anpassen

Das Thema Nachhaltigkeit sei zu Zeiten der Klimadebatte, schwindender Ressourcen und Artenverarmung bei Flora und Fauna wichtiger denn je. Die grüne Hausnummer könnte einen Beitrag leisten, um das bereits eingeleitete Umdenken im Hinblick auf das persönliche Verhalten zu fördern und auszuzeichnen. Die Voraussetzungen für den Erhalt der Grünen Hausnummer müssten jedoch an die heutigen Ziele, Leitlinien und Gesetze angepasst werden. "Damit haben sich die Kollegen sehr viel Mühe gemacht", erklärte Baureferent Markus Kühne. Die Kriterien sollen "nachvollziehbar" sein und in einer übersichtlicheren und einfacheren Struktur neu aufgelegt werden.

Nicht nur Haushalte, die Wert auf eine nachhaltige Bau- und Lebensweise legen, sondern auch Schulen, Kindergärten, Gewerbetreibende und Firmen könnten sich künftig um das Gütesiegel bewerben. Damit soll auch den Bemühungen der Betriebe und Institutionen Rechnung getragen werden. Der Beschlussvorlage zufolge soll hier in "erster Linie das bestehende Engagement von Betriebs- und Schulleitungen, Lehrkräften, Erziehern und allen sonstigen Mitarbeitern" anerkannt und gesehen werden. Diese Idee fand Zustimmung bei Josef Witt (ÖDP): "Es ist der richtige Weg, nicht nur private Haushalte, sondern auch Schulen und Gewerbe einzubeziehen." Er betonte, wie wichtig es ist, hier mit dem Landkreis zusammenzuarbeiten und einheitliche Grundlagen zu schaffen. Bereits seit 1999 gibt es die Auszeichnung dort, seither wurden mehr als 70 Schilder in Amberg-Sulzbach verliehen. Da der Landkreis derzeit ebenfalls mit der Aktualisierung der Grünen Hausnummer befasst ist, womit das Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit in Ensdorf beauftragt wurde, hätte man sich – mit dem Ziel einer inhaltlichen Annäherung – bereits intensiv ausgetauscht, versicherte Kühne.

Innovationen würdigen

Eine Zusammenfassung der entsprechenden Kriterien und den Antrag gibt es künftig in einer Broschüre und online. Vorgestellt werden diese in der Klimaschutzwoche. Die Grüne Hausnummer soll dann einmal jährlich offiziell vergeben werden.

Hans-Jürgen Bumes (Bündnis 90/Die Grünen) und Helmut Weigl (CSU) waren sich einig, dass auch mutige, zukunftsweisende Konzepte berücksichtigt werden sollten. "Der Katalog sollte so erweitert werden, dass niemand durchs Raster fällt", sagte Bumes. "Zum Beispiel innovative Ansätze und Ideen." Auch Cerny stimmte zu, dass die Kriterien nicht zu "statisch", sondern als "Ansporn für die Kommune" gesehen werden sollten. Auf Vorschlag von Josef Witt einigten sich die Stadträte darauf, dass im Bauausschuss künftig regelmäßig darüber berichtet werden soll, wieviele Grüne Hausnummern beantragt und vergeben wurden. Die Beschlussvorlage segneten sie einstimmig ab.

Im Landkreis Amberg-Sulzbach gibt es die Grüne Hausnummer schon deutlich öfter als in der Stadt Amberg

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