05.09.2018 - 14:34 Uhr
AmbergOberpfalz

Handy aus oder an?

Soll das Handy in der Schule ausgeschaltet sein oder profitieren die Kinder am Ende von den digitalen Hilfsmitteln? Das Max-Reger-Gymnasium ist eine von 22 Oberpfälzer Testschulen, um das herauszufinden.

Ist die Verwendung eines Smartphones in der Schule sinnvoll? Das bayerische Kultusministerium sieht Handlungsbedarf, diese Frage zu klären und hat Versuchsschulen ausgewählt, die Konzepte erarbeiten sollen. Das Max-Reger-Gymnasium ist eine Einrichtung von 22 in der Oberpfalz.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Bislang ist Bayern das einzige Bundesland, in dem es gesetzlich geregelt ist: Das Handy bleibt aus. Ist das zeitgemäß? Das Kultusministerin sieht Handlungsbedarf und hat Versuchsschulen ausgewählt, in denen das erprobt wird.

Das Max-Reger-Gymnasium ist eine von 22 Einrichtungen in der Oberpfalz. "Die frohe Botschaft, dass unsere Bewerbung erfolgreich war, werde ich gleich bei der nächsten Lehrer-Konferenz verkünden", freut sich Schulleiter Wolfgang Wolters. Im Schulforum, einem Zusammenschluss aus Vertretern von Schülern, Lehrern, Eltern und Wolters selbst, soll nun ein Konzept erarbeitet werden. "Ab welcher Jahrgangsstufe ist das Handy sinnvoll, in welchen Räumen und zu welchen Zeiten?" All das sind Fragen, die nun geklärt werden sollen. Im Zuge des Schulversuchs kommt es dann zum regelmäßigen Austausch mit anderen Schulen. In Amberg ist im Übrigen noch die Luitpold-Mittelschule unter den Versuchseinrichtungen. Die ausgewählten Schulen hätten die Chance, eigenständig und praxisnah Regelungen zu erproben und "damit alle Beteiligten vor Ort aktiv einzubinden", wird Kultusminister Bernd Sibler in einer Meldung an die Presse zitiert.

Laut Wolters gibt bei diesem Thema Vertreter von den "Hardlinern" bis zu den "Freaks". Das Nachbarland Frankreich ist jüngst einen sehr strikten Weg gegangen. Seit Schulbeginn herrscht dort an den staatlichen Schulen ein rigoroses Verbot für Handys und internetfähige Geräte wie Smartwatches und Tablets. Das Gesetz gilt für Vor- und Grundschulen sowie weiterführende Schulen. Gymnasien ist es freigestellt, ob sie sich an die Regelung halten.

Wolters bezeichnet sich eher als "Freak" in dieser Sache: "Natürlich müssen wir Lehrer bei der Unterstufe genau hinsehen, was sie mit dem Handy anstellen. Es geht auch nicht, dass die Kinder im Unterricht eine Whatsapp-Nachricht schreiben." Möchte ein Lehrer im Unterricht im Moment allerdings, dass seine Schüler einen Begriff im Internet suchen, bewegt er sich in einer rechtlichen Grauzone. "Ein völliges Verbot ist unmöglich", sagt Wolters. Wichtig sei es, dass die Kinder innerhalb eines Medienkonzepts den verantwortungsvollen Umgang erlernen.

Da das Max-Reger-Gymnasium mit seinem Internat unter einer staatlichen Trägerschaft steht, hat sich die Schule bereits mit dem Thema der Medienerziehung auseinandergesetzt. "Die Staatsregierung hat festgestellt, dass die einzelnen Einrichtungen sehr unterschiedlich ausgestattet sind." Dabei wurde offensichtlich, dass ein Beamer, ein Koffer mit 20 I-Pads und auch W-LAN fehlten. "Es geht nicht darum, dass mit aller Gewalt in jedem Fach Medien zum Einsatz kommen", erklärt der Pädagoge. Die Kollegen sollten es einsetzen, wenn es passt. Wolters wünscht sich, dass er in einem Jahr sagen kann: "Die Ausstattung meiner Schule ist gut, jedes Zimmer hat einen Beamer und Laptop. Zudem ist in allen Räumen W-LAN verfügbar." Angemerkt

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