21.02.2021 - 13:25 Uhr
AmbergOberpfalz

Hauptredner bei Querdenker-Demo darf ohne Maske nicht teilnehmen

In einer Art Wanderzirkus ziehen die selbst ernannten Querdenker derzeit durch den Freistaat, um ihre Thesen unter die Leute zu bringen. In Amberg wird am Samstagabend aber die gewohnte Demonstrationsroutine unterbrochen.

Zur Querdenker-Demo vor dem ACC kamen am Samstagabend wieder rund 400 Menschen.
von Gerd SpiesProfil

Am Samstag zuerst in Cham, dann am Abend in Amberg, tags darauf am Sonntag zunächst in Wasserburg, anschließend in München auf dem Marienplatz. Die selbst ernannten „Querdenker“ sind seit Monaten in ganz Bayern unterwegs, um ihre Thesen unter die Leute zu bringen. Die Veranstaltung in Amberg vor dem ACC hatte sich aber der aus dem Norden der Oberpfalz stammende Organisator Helmut Bauer anders vorgestellt.

Maximal 200 Teilnehmer, mit Maskenschutz und mit Mindestabstand, so lautete die Vorgabe durch die Stadt für diese zweite Demonstration der „Querdenker“ in Amberg. Deswegen sperrte die Polizei auch am vergangenen Samstag gegen 17 Uhr den Platz vor dem Congress Centrum ab, nachdem sich dieser mit 220 Teilnehmern gefüllt hatte. Circa noch einmal so viele Personen mussten die Kundgebung von außerhalb der Absperrung verfolgen. Der wichtigste Beitrag, die Rede des pensionierten Polizeihauptkommissars Karl Hilz aus München, eines der führenden Köpfe der „Querdenker“-Bewegung, musste aber ausbleiben.

Karl Hilz darf nicht ans Mikrofon

Kurz nach Beginn der Veranstaltung hinderten Beamte der Bereitschaftspolizei aus Nürnberg, die wieder zur Verstärkung der örtlichen Einsatzkräfte vor Ort waren, den Ex-Polizeibeamten daran, den Platz zu betreten. „Ihm musste der Zugang zum Versammlungsort untersagt werden, da er entgegen des Auflagenbescheids nur einen locker gewebten, handelsüblichen Wollschal und keinen Mund-Nasen-Schutz trug. Von den Einsatzkräften wurde ihm eine frische handelsübliche Mund-Nasen-Bedeckung angeboten. Er nahm diese jedoch nicht an und er musste trotz mehrfacher Belehrung letztlich aus der Versammlung ausgeschlossen werden“, hieß es dazu im Polizeibericht nach der Veranstaltung. Weiter teilte die Polizei mit, dass gegenüber Hilz nach lautstarken Beschwerden schließlich ein Platzverweis ausgesprochen wurde. Der verließ auch den Versammlungsort in Richtung seines Fahrzeugs. Doch die Auseinandersetzung war damit noch nicht vorbei.

Schon einmal, bei einer „Querdenker“-Veranstaltung in München, wurde Hilz ebenfalls von der Polizei an der Teilnahme gehindert. Damals behalf man sich mit einer per Telefon vom Auto aus übertragenen Rede, berichtete der Veranstalter Helmut Bauer gegenüber der Presse. In Amberg versuchte Hilz aber eine noch "cleverere" Lösung. Über den Umweg über die ACC-Tiefgarage wollte er wieder auf das Gelände kommen, erneut ohne Maske. Doch die Einsatzkräfte entdeckten den 60-Jährigen beim Verlassen des Tiefgaragen-Ausgangs, hielten ihn vom Betreten des Platzes ab. Es drohte zwischenzeitlich sogar die Gefahr einer Eskalation. „Es kam zu leichten Widerstandshandlungen, so dass er festgenommen und zur Polizeiinspektion Amberg verbracht wurde. Dort wurde er gegen 20.30 Uhr aus dem Gewahrsam entlassen. Gegen ihn werden nun unter anderem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte Ermittlungen geführt“, heißt es über den weiteren Verlauf im Polizeibericht.

Leute gehen schon vor dem Ende

Diese zweite Versammlung in Amberg verlief ansonsten ohne besondere Vorkommnisse. Eine ähnlich große Resonanz wie bei der ersten Veranstaltung am 23. Januar dieses Jahres mit einem Autokorso um die Altstadt blieb dieses Mal aus. Da die Veranstalter wegen des Ausfalls ihres Hauptredners viel Zeit am Mikrofon überbrücken mussten, leerte sich der Platz schon weit vor 19.30 Uhr, dem offiziellen Ende der Kundgebung.

Bericht über die letzte Demo im Januar

Amberg
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