01.08.2018 - 10:54 Uhr
AmbergOberpfalz

Die Hitze nehmen sie cool

Die Stadtwerke verzeichnen als kommunaler Trinkwasserversorger angesichts der anhaltenden Trockenheit einen spürbaren Anstieg des Verbrauchs. Das war es dann aber auch.

Das Schwimmerbecken im Hockermühlbad fasst 2000 Kubikmeter. Zwischen vier und sechs Becken werden täglich in Amberg verbraucht, ein halbes kommt nun zusätzlich drauf.

Das ist keine demonstrative Gelassenheit. Stadtwerke-Geschäftsführer Stephan Prechtl und Wassermeister Thomas Lotter präsentieren völlig entspannt eine Zahl, die angesichts der anhaltend brütenden Hitze und enormen Trockenheit erstaunt. Der bisher von den Wasserzählern erfasste höchste Tagesverbrauch liegt fast vier Wochen zurück und datiert auf 4. Juli. Es waren 13 000 Kubikmeter. Der langjährige Schnitt bewegt sich zwischen 8000 und 12 000 Kubikmeter.

Also gerade einmal 1000 Kubikmeter mehr. Das klingt einerseits nach nicht viel, ist auf der anderen Seite aber dann doch eine einigermaßen respektable Hausnummer. Das Schwimmerbecken im Hockermühlbad fasst 2000 Kubikmeter. Zwischen vier und sechs Becken werden also täglich verbraucht, ein halbes kommt nun zusätzlich drauf. Dass Prechtl und Lotter deshalb die Hitzeperiode gelassen nehmen können, verwundert nicht. Und als könnte noch die eine oder andere Schippe draufgelegt werden sagt der Stadtwerke-Geschäftsführer: "Wir sind in der glücklichen Lage, unser Wasser aus der Bodenwöhrer Senke aus bis zu 130 Meter Tiefe zu gewinnen. Das ist das mächtigste Grundwasservorkommen Europas."

Erinnerungen an 2003

Lotter kann sich noch an das bisher heißeste und trockenste Jahr seines Berufslebens erinnern. Das war 2003. "Am 19. Mai hat es damals heftig gehagelt und dann bis 15. August nicht mehr geregnet." Das jetzige Wetter erinnert ihn daran, mehr nicht. Selbst wenn die 13 000 Kubikmeter nun täglich verbraucht würden käme die Wasserversorgung nicht in Bedrängnis, ist er sich sicher. Die Kapazitäten gäben das her, dieses Menge entspricht dem einmaligen Durchsatz der drei Trinkwasserspeicher für das Stadtgebiet. Deshalb gebe es auch keine Temperaturerhöhung im Netz, was durchaus Folgen nach sich ziehen könnte.

Verbrauch sinkt

Dass sie nicht in Bedrängnis kommen, führen Prechtl und Lotter auch auf den in den vergangenen Jahren beobachteten sparsameren Umgang mit Wasser zurück. Lag der Verbrauch Anfang der 90er Jahre noch bei 150 Liter pro Tag und Haushalt, so seien es heute 124 Liter. Dieser Trend könne aber nicht endlos fortgeführt werden, weil dann das Netz nicht ausreichend gespült werde. Und noch eine Beobachtung, die womöglich viele andere auch schon gemacht haben. "Viele haben das Rasensprengen schon eingestellt, weil er sowieso schon verbrannt ist", ist Prechtl aufgefallen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.