Amberg
04.09.2019 - 17:04 Uhr

Hofgang im "Knasthotel"

Das Hotel Fronfeste hat neue Pläne. Der ebenso stil- wie reizvolle Beherbergungsbetrieb mit viel, viel Geschichte erweitert und möchte sich im nächsten Jahr neben dem bisherigen Garnibetrieb externen Gästen als Frühstücks-Café öffnen.

Das ist nicht nur Kopf-, sondern auch Handarbeit: Abermals sind Peter Voss (links) und Gerald Stelzer mit Begeisterung, Überzeugung und Gespür bei der Sache. Sie erweitern ihr einzigartiges Hotel Fronfeste (im Hintergrund) und gewinnen so unter anderem Freifläche im reizvollen Zwingerbereich des Stadtgrabens hinzu. Bild: Stephan Huber
Das ist nicht nur Kopf-, sondern auch Handarbeit: Abermals sind Peter Voss (links) und Gerald Stelzer mit Begeisterung, Überzeugung und Gespür bei der Sache. Sie erweitern ihr einzigartiges Hotel Fronfeste (im Hintergrund) und gewinnen so unter anderem Freifläche im reizvollen Zwingerbereich des Stadtgrabens hinzu.

Sie sind ein erfolgreiches Hotelier-Gespann, aber alles andere als Frühstücksdirektoren. Gerald Stelzer und Peter Voss haben aus dem denkmalgeschützten Bau, von dem Teile bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen und der 300 Jahre als Gefängnis diente, das florierende Hotel Fronfeste gemacht. Seit 2013 hat es geöffnet, 2014 wurde es mit dem Denkmalpreis des Bezirks bedacht. Wenn Peter Voss an der Rezeption seines Hotels arbeitet, trägt er eine Art Uniform eines Gefängniswärters. Heute eine Latzhose, von der leise Baustaub rieselt. Der Betrieb wird erweitert.

Die beiden lange - um es vornehm zu umschreiben - als sehr mutig eingestuften Investoren haben 2007 den langzogenen, sich an die Stadtmauer anschmiegenden bauhistorischen Komplex gekauft und sechs Jahre an ihrem Traum von einem einzigartigen Themen-Hotel gearbeitet. Vier Jahre Planung, zwei Jahre Baustelle. Das sei ihr Beherbergungsbetrieb irgendwie immer geblieben, erzählt Stelzer. Würden er und sein Mitgesellschafter nicht stets selbst kräftig Hand anlegen, würde es nicht klappen, ist sich das Duo sicher. "Das kann keiner mehr bezahlen."

Selbst ist der Hotelier

So ist es auch jetzt, weshalb Voss gerade Tapeten von der Wand reißt. Das Hotel wird in nordöstliche Richtung erweitert. Vor rund eineinhalb Jahren konnten Stelzer und Voss das Wand an Wand benachbarte Anwesen der Landeskirchlichen Gemeinschaft erwerben. Es war als Wohn- und Gemeindehaus genutzt worden. Lediglich die bauliche Grundsubstanz und die Fassade sind denkmalgeschützt, der Rest dürfte aus den 60er-, 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammen. Das macht Umbaumaßnahmen einfacher und lässt größere raumkonzeptionelle Spielräume als beim streng geschützten Hauptbau, erzählen die beiden Hoteliers.

Neue Raumaufteilung

Dennoch fügt sich harmonisch die Verlängerung des Gebäudes in die Gesamtsilhouette ein, so dass der dazugewonnene Raum nicht aus dem stilistischen Rahmen fällt. Hinter den "Knasthotel"-Mauern soll sich aber einiges ändern. Hinzugewinnen wird der Beherbergungsbetrieb deutlich mehr Fläche für den künftigen Frühstücksraum, der momentan im Hauptbau wegen der dortigen unveränderbaren räumlichen Voraussetzungen etwas beengt ist. Aus dem Rest des neuen zusätzlichen Trakts werden weitere Übernachtungszimmer. Intern werden diese Maßnahmen das Raumkonzept etwas verschieben, unter keinen Umständen aber die stilistische Einzigartigkeit.

Fast am meisten freuen sich Stelzer und Voss darüber, zwischen der Rückfront des Erweiterungstrakts und der Stadtmauer zum Stadtgraben hin eine ansehnliche Freifläche im Zwingerbereich der einstigen Stadtbefestigung hinzuzugewinnen. Damit kann sich im Erdgeschossbereich das Hotel nach außen hin öffnen. Für die eigenen und externe Gäste, planen die beiden Hoteliers. Allerdings nicht als Gastronomie-Vollsortimenter, sondern als gepflegtes Frühstücks-Café, so die bisherige Planung. Umgezogen werden soll zwischen den Feiertagen zum Jahresende, das ist das Hotel geschlossen.

Wenn das genauso einschlägt wie der Beherbergungsbetrieb, dann braucht sich das Hotelier-Duo keine Sorgen um die Zukunft zu machen und kann in aller Ruhe weitere Pläne schmieden. Denn in dieser Hinsicht haben die zwei offenbar lebenslänglich bekommen.

 
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