An der OTH in Amberg ertönte am Freitag der Startschuss in eine emissionsfreie Zukunft. Um dem Zukunftsenergieträger Wasserstoff gerecht zu werden, hat die OTH Amberg-Weiden mit der Firma 2G Energy AG und acht weiteren Partnern in dem Forschungsprojekt mit dem sperrigen Titel „Technologielösungen für hocheffiziente Zero-Emission-H2-Motoren für KWK-Anwendungen“ ein mit Wasserstoff betriebenes Blockheizkraftwerk am Campus in Betrieb genommen. Den Startknopf für den Start des nun umgerüsteten und seit 2019 bestehenden, bisher mit Erdgas betriebene Forschungs-Blockheizkraftwerks, drückte kein Geringerer als Bayerns alter und neuer Vizeministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW).
Nach Vertrag gleich nach Amberg
Der Termin an der Amberger OTH war der erste Aiwangers, nachdem er am Donnerstag den zwei Wochen lang ausgehandelten Koalitionsvertrag mit der CSU in München unterzeichnet hat. Das zeigte nicht nur das Interesse des stellvertretenden Ministerpräsidenten an dem Thema Wasserstoff, sondern auch an Amberg. Denn Aiwanger war bereits zum fünften Mal zu einem Termin in der OTH. Bei seiner Begrüßung sagte OTH-Präsident Clemens Bulitta: "Heute zünden wir die nächste Stufe, indem wir das, was wir bisher gemacht haben, nun auch mit Wasserstoff tun können." In dem unscheinbaren schwarzen Gebäude am Campus, dem KWK-Technikum, indem sich neben Aiwanger auch zahlreiche OTH-Professoren und Forschende versammelt hatten, befindet sich nun eine leistungsfähige Wasserstoffversorgung samt einem zentralen Lager für Wasserstoff.
Neue Möglichkeit für Wohnviertel
Die Anlage kann sowohl mit Erdgas, Biogas und Wasserstoff betrieben werden. Gerade kombinierte Lösungen seien es, was Bayern und die Bundesrepublik brauchen, findet Aiwanger. "Wasserstoff ist ein weiterer Mosaikstein im Themenblock Energiewende und Technologieentwicklung", sagte er und fügte an: "Ich bin davon überzeugt, dass Kraft-Wärme-Kopplung eine sehr wichtige Zukunftstechnologie ist." Es brauche "differenziertes Denken, kein schwarz und weiß". Wasserstoffbetriebene Blockheizkraftwerke wie auf dem OTH-Campus könnten ihm zufolge unter anderem sinnvoll sein für die Wärmeversorgung ganzer Wohnviertel oder Industriestandorte. "Es gibt Lösungen, bei denen nicht jeder in seinem eigenen Haus eine Wasserstofftherme haben muss, sondern man sowas macht, wie ihr hier, dass man eine zentralere Kraft-Wärme-Kopplung hat, um Häuser und Unternehmen mit der Abwärme zu versorgen oder um den Strom ins Netz abzugeben." Gerade in Städten sei es alleine mit Wärmepumpen nicht möglich, vom Erdgas wegzukommen. "Damit sind wir auch in 50 Jahren nicht weg von fossilen Brennstoffen."
Technische Voraussetzungen für die Zukunft sind da
Bei der Führung durch das OTH-Heizkraftwerk stellte Aiwanger viele technische Fragen. Wirklich beeindruckt zeigte er sich von der Flexibilität der Anlage, die ihm von Max Becker, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kompetenzzentrum der OTH, erklärt wurde. Die Anlage arbeitet mit einem Verbrennungsmotor, den die Forschenden aufgrund seiner Robustheit und seiner Kosten einer Brennstoffzelle vorgezogen haben. Der Motor kann außerdem mit Erdgas betrieben werden, aber auch mit Biogas aus Landwirtschaft oder Kläranlagen und eben auch mit Wasserstoff. Aiwanger: "Wir können damit nun die Kraft-Wärme-Kopplung noch mehr in die breite Fläche bringen und am Ende entscheiden, wo der Brennstoff herkommen soll. Ideal ist natürlich der Wasserstoff." Entscheidend sei aber, dass die technischen Voraussetzungen bereits gegeben sind. "Nun müssen wir die politischen Mittel darauf konzentrieren, dass sich Wasserstoff preislich rentiert", sagte der Wirtschaftsminister. "Damit kannst du die Wasserstoffwelt schon vorbereiten. Wenn es so weit ist, kann man Anlage innerhalb weniger Tage umrüsten, von fossiler Energie auf Wasserstoff. Wasserstoff ist ohne hin für mich die einzige Chance, um von der fossilen Welt weg hin zur erneuerbaren Welt zu kommen."














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