10.09.2020 - 17:38 Uhr
AmbergOberpfalz

Idee der Grünen in Amberg: Lieber Tiny-Häuser als Container

Immer mehr Menschen interessieren sich für Tiny Houses - auch Landtagsabgeordnete Anna Toman von den Grünen. Bei ihrem Besuch der Freiraum GmbH bringt sie Stadtrat Hans-Jürgen Bumes auf zwei Ideen.

Nach der Trennung von ihrem Partner und einem Berufswechsel hat sich Susanna Hagin (sitzend) für das Leben in einem Tiny-Haus entschieden.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

In München ist sie als Landtagsabgeordnete tätig, in Bärnau (Kreis Tirschenreuth) sitzt sie im Stadtrat, ihr Freund lebt in Wolfratshausen: Anna Toman ist es gewohnt, sich in drei Mietwohnungen wohl zu fühlen. Ein Eigenheim ist bisher nicht dabei, geschweige denn ein Tiny-Haus. Das könnte sich aber nach einem Besuch in Fiederhof bei Amberg eventuell schon bald ändern: "Ich könnte mir durchaus vorstellen, in einem zu wohnen."

Die 29-Jährige, die seit 2018 für Bündnis 90/Die Grünen im Landtag sitzt, kommt in ihrer Funktion als stellvertretende Anstaltsbeiratsvorsitzende der Amberger Justizvollzugsanstalt regelmäßig in die Stadt und wurde so auf die 2016 gegründete und im Ortsteil Fiederhof ansässige Freiraum GmbH aufmerksam. Dort werden Tiny-Häuser entwickelt und gebaut.

Geschäftsführer Thomas Scheimer, der zehn Jahre lang den Club Habana in der Georgenstraße betrieb und sich danach ein neues berufliches Standbein suchte, führte Toman durch die Produktionsstätte. Er erklärte das Ideal, das sich hinter den mobilen Mini-Häusern verbirgt, die aus Holz sind und pro Modul oft nicht mehr als 20 Quadratmeter Platz bieten. Verbaut werde grundsätzlich nachhaltig angebautes Holz aus Österreich, kein Tropenholz und auch kein anderes chemisch behandeltes Material. Scheimer: "Keine Betonarbeiten, keine Bodenversiegelung. Nichts dergleichen."

Als Scheimer den Werdegang der Firma, die Produktion, das Marketing, die Preise und das Vertriebssystem im Detail erklärt hatte, ergriff Grünen-Stadtrat Hans-Jürgen Bumes das Wort, um zwei Ideen zu formulieren. Eine lautete, bei künftigen Baumaßnahmen, die, wie bei Schulen oder Kindergärten üblich, den Einsatz von Container-Lösungen erfordern, auf Tiny-Häuser zurückzugreifen. Die zweite Idee: Da die Stadt über einen Waldbesitz von 2100 Hektar verfüge, wäre es wünschenswert, ein Amberger Unternehmen wie das von Scheimer auch mit Amberger Holz zu beliefern. Beides will Bumes, der in Begleitung von Stadtratskollegin Claudia Ried zum Treffen mit Anna Toman und Grünen-Bezirksvorsitzender Tina Winklmann nach Fiederhof gekommen war, im Auge behalten.

Nach dem gut eineinhalbstündigen Termin ging's weiter zu Susanna Hagin, die neben der Freiraum GmbH in einem Tiny-Haus wohnt und die Politiker wissen ließ, dass sie sich ganz bewusst von 120 auf nun 20 Quadratmeter Wohnfläche verkleinert habe: "Das, was ich hier habe, ist die Essenz. Wenn ich meinen Schrank aufmache, sehe ich das, was ich wirklich brauche, und nicht das, was sich im Laufe der Zeit alles angesammelt hat."

Tiny Houses: So macht klein wohnen großen Spaß

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