"Am 7. November 1954 haben ich meine Ingrid beim Tanznachmittag im damaligen Amberger Rathauscafé kennengelernt." An dieses Datum kann sich Richard Preischl noch genau erinnern. Am vergangenen Dienstag feierten beide Gnadenhochzeit.
Gerade einmal 22 Jahre waren Ingrid und Richard Preischl alt, als sie am 19. Mai 1956, dem Pfingstsamstag, den Bund fürs Leben eingingen. Der bei Schubert Kühlanlagen beschäftigte Maschinenschlosser und die beim Lamperl-Schmidt tätige Industriekauffrau heirateten. Im Elternhaus von Richard Preischl im Wagrainviertel wohnten sie.
Drei Kinder haben Ingrid und Richard Preischl, sechs Enkelkinder und zwei Urenkel kamen im Lauf der weiteren Jahre zur Welt. Wenige Monate nach der Hochzeit arbeiteten die Eheleute Preischl für zwei Jahre in der Schweiz, Richard in seinem erlernten Beruf und Ingrid im Büro einer Nähmaschinenfabrik. 1958 zogen beide nach Amberg zurück, und Richard Preischl war für zwei Jahre Siemensianer, bevor er ab 1960 als Vollzugsbeamter in der Justizvollzugsanstalt Amberg bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1994 tätig war.
Motorradfahren, Bergwandern und Segeln waren die Leidenschaften von Richard Preischl, er war Mitglied im Alpenverein und bei den „Gipfelstürmern“, außerdem war er zwölf Jahre lang Schiedsrichter in der A-Klasse und der Bezirksliga. Ingrid Preischl engagierte sich im evangelischen Frauenkreis. Gemeinsame Urlaubsreisen unternahmen die Eheleute Preischl mit den Kindern nach Holland und Italien.
Ein geschickter Handwerker, der nicht nur zwei linke Daumen hatte, war Richard Preichl zudem. 1976 baute er sich ein Haus in Gebenbach, wo die Familie Preischl rund vier Jahre wohnte, bevor sie wieder in das Wagrainviertel zurückkehrte. „Auf der Achs“ und die Bierhalle waren für Ingrid und Richard Preischl die angesagten Tanzlokale.
"Meine Oma war Klassenbeste in der Schule", merkt eine Enkeltochter an, außerdem habe sie auch schon einen Sekretärinnen-Kurs als Lehrgangsbeste beendet. Vor zwei Jahren hat Richard Preischl seinen Führerschein zurückgegeben und sein Auto seiner Enkeltochter überlassen. Nach wie vor leben Ingrid und Richard Preischl in ihrem Haus in der Dollackerstraße.
Zur Gnadenhochzeit haben der Bundespräsident und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gratuliert, außerdem die Abgeordneten Susanne Hierl und Harald Schwartz. Im Namen des Oberbürgermeisters Michael Fritz gratulierte Bürgermeister Tuncer Ayten und überreichte einige Euro Amberger Stadtgeld.













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