Ein Gerüst in der Vils im Zentrum Ambergs – was wird denn da gebaut? Das Hotel-Restaurant Bootshaus hat die Metall-Konstruktion in den Fluss stellen lassen. Eigentlich, um eine neue Anlandemöglichkeit für Vils-Paddler zu schaffen. Aber bevor die entsteht, spielt hier erstmal die Musik: Fürs zweite bayerisch-böhmische Brückenfest, das das Bootshaus am Pfingstsonntag, 24. Mai, veranstaltet, wird aus dem Gerüst eine Bühne.
"Wir haben da aus der Not eine Tugend gemacht", erklärt Klaus Herdegen, der Vater von Eva Bogner, die das Bootshaus betreibt: "Wir haben eh ein Gerüst gebraucht, weil wir da einen neuen Felsen kriegen für die Kajaks." Paddler, die auf der Vils unterwegs sind, und im Bootshaus einkehren wollen, sollen hier über einen großen Steinbrocken leichter aus dem Wasser kommen. Und weil das Gerüst schon da ist, bekommt es jetzt vorübergehend einen Holzboden und dient dann gleich als Bühne beim Brückenfest.
Mehr Platz für Kultur
Die Premiere im vergangenen Jahr hat's ein bissl "derwaschen", der Pfingstsonntag 2025 war ziemlich nass. "An dem Tag hat es zehnmal geschüttet wie blöd", erinnert sich Herdegen. Trotzdem seien insgesamt wohl um die 1000 Gäste da gewesen, bilanziert er erfreut: Ein guter Grund, eine Neuauflage zu wagen – diesmal mit dem vorhergesagten ersten Sommer-Wochenende des Jahres und auch mit einem erweiterten Programm, das sich über die Vils hinaus bis zum Platz vor dem Zeughaus und auch noch bis ins ehemalige Stadtarchiv ausdehnt.
Dort, wo einst Ambergs Geschichte logierte, stellt am Sonntag das Künstler-Paar Hanna Regina Uber und Robert Diem aus Aschach sein aktuelles Projekt vor: "Brána". Um 14, 16 und 18 Uhr plaudern die beiden über dieses Werk, und geben in Filmen auch Einblick in ihre noch laufende Arbeit daran: "Brána – das Tor", zwei Halbbögen, die Bayern und Böhmen symbolisieren – sie sind sich ganz nah und ergeben zusammen ein Ganzes.
Viele Gemeinsamkeiten
Das passt sehr gut zu den Gedanken, die Klaus Herdegen auf die Idee des bayerisch-böhmischen Brückenfestes gebracht haben: Die Verbindung beider Regionen sei ein tolles Thema – und zwar nicht nur durch Tennis und Eishockey. "Die Landschaft ist ähnlich, auch die Küche, die Biere und die Leute ticken auch ähnlich", das passe einfach sehr gut zusammen. "Was uns trennt, ist immer nur diese Sprache", Tschechisch gilt als schwer zu lernen.
Vielleicht geht das ja beim Brückenfest ein bissl leichter. Anja Killermann, die Eventmanagerin im Bootshaus, hat nämlich eine "Sprachanimateurin" besorgt. Die will Besuchern spielerisch die tschechische Sprache näherbringen. Herdegen kann da schon mit einem Spezialausdruck glänzen: "Ich kann ein bisschen Kupplungstechnik auf Tschechisch", sagt er lachend, seine Firma hat oft zu tun im Nachbarland: "Rychlospojka heißt Schnellverschlusskupplung."
Schon mal Beton getrunken?
Nicht nur im und rund ums Bootshaus wird am Sonntag gefeiert, auch gegenüber, vor dem Zeughaus, mit Foodtruck und Biergarnituren. "Die OTH ist auch da", mit einem Stand, freut sich Killermann. Die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden unterhält gute Beziehungen ins Nachbarland, will darüber und über ihre Partnerschaft mit der Uni Pilsen informieren. Und hat zum Fest auch ein paar spannende Kontakte hergestellt – zum Beispiel zur kleinen Pilsener Brauerei Purkmistr, deren helles Lager nach Pilsener Art beim Brückenfest ausgeschenkt wird. Einen Spezialdrink aus Pilsen kann man auch probieren: "Beton" heißt er, ein Becherovka-Tonic.
Kulinarisch gibt es einiges zu entdecken, denn neben bayerischen Gerichten gibt's auch böhmische Spezialitäten wie Biergulasch, Serviettenknödel, Koláče (Hefeteigfladen mit Mohn oder Quark), Bramboráčka (Kartoffelsuppe) und Utopenci – süß-sauer eingelegte Würstl im Glas, eine beliebte böhmische Kneipenspezialität.
Natürlich darf auch die passende Musik nicht fehlen. Den bayerischen Part bestreiten zum Frühschoppen ab 11.30 Uhr „De Fuchs’n“ aus Regensburg – mit "echter Blasmusik", wie Killermann sagt. Danach übernehmen Musiker aus Tschechien: Ab 15 Uhr spielen "Tuten Swing" aus Pilsen Swing & Jazz, "eine sonntagsnachmittags-Bier-trink-und-Gesicht-in-die-Sonne-halte-Musik", so beschreibt Killermann die musizierenden Hochschulprofessoren aus Pilsen. Und ab 19 Uhr gibt's dann Rock 'n' Roll & Blues mit „St. Johnny“ aus Prag.
















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