07.10.2020 - 11:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Jubiläumskirchweih von St. Michael fällt ins Wasser

Dauerregen und herbstliche Temperaturen ließen die Pläne von einem Corona-konformen Fest des großen Weihetags der Pfarrkirche St. Michael vor 50 Jahren mit einer Festmesse und anschließendem Mittagessen im Freien platzen.

Pfarrer Alois Berzl schwor die Michelaner bei seiner Festpredigt zum 50-jährigen Weihetag der Pfarrkirche St. Michael auf die Gemeinschaft der Pfarrfamilie ein.
von Adele SchützProfil

„Seit rund 15 Jahren hatten wir an unserer Kirchweih noch nie so schlechtes Wetter wie heuer“, erinnert sich Pfarrgemeinderatssprecher Markus Mußemann zum Weihetag der Pfarrkirche St. Michael. Nach seinen Aussagen herrschte meist herrliches Spätsommerwetter, wenn die Kirwapaare aus den Reihen der Pfarrjugend den Kirwabaum aufstellten und tags darauf austanzten. Heuer dagegen hatte der Wetterbericht schon Tage vorher Dauerregen und niedrige Temperaturen angekündigt, sodass Pfarrer Alois Berzl und Pfarrgemeinderatssprecher Markus Mußemann mit den zuständigen Gremien beschlossen, die Jubiläumskirchweih im Freien abzusagen und das Kirchweihjubiläum auf eine Festmesse neben einer Vorabendmesse und einem weiteren Vormittagsgottesdienst in der Kirche zu reduzieren.

Die Festmesse war mit rund 100 Gläubigen gut besucht, aber nicht überfüllt. Ein paar Plätze wären trotz des Corona-Abstands schon noch frei gewesen. Die musikalische Gestaltung übernahm Michael Roth an der Orgel und einer Bläsergruppe.

Pfarrer Alois Berzl fragte in seiner Festpredigt zunächst, was dieses Kirchweihfest eigentlich bedeutet: „Kirchweih bedeutet, dass dieser Ort nicht nur ein Kirchenraum ist, nicht nur ein Gebäude in dem man sich versammelt, sondern es soll und muss für uns ein Stück Heimat sein, damit wir als Pfarrfamilie immer wieder spüren, was es bedeutet, Gemeinde zu sein. Gerade in der jetzigen Ausnahmesituation kommt es auf diese Gemeinschaft an." Kirchweih bedeute laut Pfarrer Berzl für Christen auch, dass Pfarrfamilienmitglieder mitbauen dürften an ihrer Pfarrgemeinde.

Das geplante Mittagessen zum Kirchweihjubiläum war wegen des widrigen Wetters bereits abgesagt worden, denn weder Pfarrsaal noch die Zelte der Pfarrei hätte eine Bewirtung der Gäste mit Einhaltung der Hygienevorschriften gewährleistet. Immerhin wurden von den Senioren am Ausgang der Kirche wie gewohnt Küchel verkauft.

Dem Pfarrgemeinderatssprecher Markus Mußemann hat die Feier des Kirchweihjubiläums schwer zu denken gegeben: „Das Wochenende hat mir gezeigt, wie viel von dieser von Pfarrer Berzl beschworenen Gemeinschaft der Michelaner in der Coronazeit schon verloren gegangen ist.“ Nicht einmal an diesem großen Fest zum 50-jährigen Weihetag der Pfarrkirche St. Michael wären laut Mußemann die verhältnismäßig wenigen Plätze in der Kirche voll besetzt gewesen. Auch zum Mittagessen hatten sich nach seinen Aussagen im Vorfeld nur rund 80 Personen angemeldet, weit weniger als die Gastgeber zulassen hätten können und weit, weit weniger als in den vergangenen Jahren immer gekommen seien. „Wenn diese Corona-Pandemie und die damit verbundenen Beschränkungen irgendwann mal vorbei sind, wird sich zeigen was von der Gemeinschaft St Michael noch übrig ist. So wie vorher wird es nicht mehr sein, das zeichnet sich jetzt schon ab. Dieser Wiederaufbau der Gemeinschaft der Pfarrfamilie wird schwer werden“, sei Pfarrgemeinderatssprecher Markus Mußemann bewusst.

Sonnwendfeier in St. Michael

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