05.08.2020 - 22:17 Uhr
AmbergOberpfalz

Kanu-Fahrt mit Christian Doleschal in Amberg

Sechs Kanus und einen abenteuerlustigen Europaabgeordneten – das braucht die Amberger CSU für einen Ausflug. Gemeinsam mit Christian Doleschal ging es ab auf die Vils. Der Grund: Werbung für Amberg und Kontaktpflege nach Brüssel.

Der CSU-Europaabgeordnete Christian Doleschal folgte der Einladung der Amberger CSU zu einer Kanu-Tour auf der Vils.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Die Vils hat schon immer eine große Bedeutung für Amberg. Früher war sie ein wichtiger Transportweg, der wirtschaftliche und strategische Vorteile brachte. Dieser Aspekt hat im Laufe der Zeit an Wichtigkeit verloren, aber noch immer ist Wasser ein Anziehungspunkt. Heute bedeuten Flüsse Lebensqualität - und sie bieten viele Freizeitmöglichkeiten. Gerade in der Coronakrise werde "Dahoam wieder wichtiger", findet CSU-Fraktionschef Matthias Schöberl. Deshalb hatte sich die Amberger CSU überlegt, die "Lebensader" Vils zu nutzen, um "Werbung für die Stadt" zu machen. Dazu luden die Christsozialen den Oberpfälzer CSU-Europaabgeordneten Christian Doleschal zu einer Kanu-Tour ein.

Unter der Erzbergbrücke trafen sich also am Mittwochvormittag Oberbürgermeister Michael Cerny, Christian Doleschal und einige Mitglieder der Amberger CSU. "Daheim kann man Wurzeln schlagen, die so tief sind, dass auch ein Sturm wie die Coronakrise sie nicht herausreißen kann", sagte Schöberl. Gerade jetzt sei es wichtig, Tourismus in der Heimat in den Mittelpunkt zu rücken. Amberg sei auch ein super Ausgangspunkt, um die Gegend, egal ob Nürnberg, Regensburg oder Prag, zu erkunden. Doch heute sollte es die Vilsstadt selbst sein - nur aus einer neuen Perspektive.

Potenzial erkennen

Das Team von Willys Kanuverleih verteilte Schwimmwesten, gab Tipps und half dabei, die Boote ins Wasser zu lassen. Inhaber Willy Mühlbauer nutzte gleich noch die Gelegenheit, um den Politikern etwas ans Herz zu legen. "Macht's den Bereich an der Kräuterwiese gscheid, auch wenn's bissl mehr Geld kostet", mahnte er. "Ich hoffe, dass ihr das Potenzial dort erkennen könnt."

Obwohl sich das Einsteigen in die Kanus als wackelige Angelegenheit herausstellte, blieben alle Füße trocken. In sechs Booten ging es die Vils hinab. Vorbei am besagten Kräuterwiesen-Areal, hinein in die Innenstadt. Zwei Schwäne zogen friedlich vorbei und auch ein paar Enten ließen sich blicken. Zum Glück für die CSU-ler hatte es die vergangenen Tage kräftig geregnet. Der Wasserpegel war so hoch, dass niemand aus seinem Boot steigen und anschieben musste. Heikel wurde es nur am Lederersteg, wo viele große Felsen im Wasser sind. Da war Geschick am Steuer gefragt. Doch alle Boote manövrierten sicher durch das Gewässer.

Von der Erzbergbrücke, vorbei an der Kräuterwiese, durch die Innenstadt bis zum Landesgartenschaugelände führte die Bootstour der CSU-Politiker.

Mit ihren orangefarbenen Schwimmwesten fielen die Kanufahrer auch einigen Passanten auf, die von den vielen Brücken herab winkten. "Ein bisschen erinnert das schon an Venedig", sagte Doleschal. In der Schiffgasse erzählte Cerny dem Besucher aus Brüssel von den gastronomischen und baulichen Plänen, die diesen Bereich an der Vils aufwerten sollen.

"Dieser Austausch ist uns sehr wichtig", erklärte der Oberbürgermeister. Einen Partner im EU-Parlament zu haben, der in Amberg auch persönlich bekannt ist, sei sehr wertvoll. "Wir wollen ja auch, dass EU-Fördermittel zu uns fließen." Von diesen Geldern profitiere häufig Freizeit und Tourismus. Das bestätigte auch Doleschal. "Wir haben jetzt in der Coronakrise extra einen Flyer zusammengestellt mit Ausflugstipps in der Oberpfalz, wo Brüsseler Geld eingeflossen ist", erklärte er. "Um den Leuten zu zeigen: Hier steckt Europa drin. Das ist oft gar nicht so bekannt." Auf diesem Flyer findet sich zum Beispiel der Rastplatz der Sinne mit "Kunst zum Anfassen" am ehemaligen Landesgartenschaugelände und der Freizeitpark Monte Kaolino in Hirschau.

Förderprojekte mit Zukunft

Doch Michael Cerny hob auch die Bedeutung Ambergs als Industriestandort hervor. Förderprojekte müssten auf die Zukunft ausgerichtet sein. "Wir sind sehr exportorientiert. Deshalb ist es so wichtig, dass auch andere Länder gut durch die Krise kommen, um Absatzmärkte für die heimische Industrie zu haben." Wie sich Europa hier positioniert sei auch für Amberg entscheidend. "Die Krise hat deutlich gezeigt, dass wir uns nicht zu sehr von zum Beispiel China abhängig machen dürfen", sagte Doleschal. "Die europäischen Länder müssen in vielen Bereichen aufholen."

Auf einem Spaziergang zurück zum Marktplatz zeigt Oberbürgermeister Michael Cerny (Dritter von rechts) dem Besucher aus Brüssel (Dritter von links) die Amberger Luftkunst.
Christian Doleschal (rechts) gefällt die neue Perspektive auf Amberg.

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