29.10.2020 - 15:25 Uhr
AmbergOberpfalz

Karl-Heinz Herbst Hoffnung der Grünen für Berlin

Nur knappe 35 Minuten brauchten die Delegierten der Kreisverbände Amberg, Amberg-Sulzbach und Neumarkt von Bündnis 90/Die Grünen für ihre Nominierungsversammlung. Karl-Heinz Herbst geht in den Bundestagswahlkampf für 2021.

Mit einem einstimmigen Votum statteten die drei Kreisverbände von Bündnis 90/Die Grünen ihren Bundestagskandidaten Karl-Heinz Herbst (Zweiter von links) aus. Ihm gratulierten (von links): Ambergs Kreisvorsitzender Hans-Jürgen Bumes, Neumarkts stellvertretender Kreisvorsitzender Tim Walter und Amberg-Sulzbachs Kreisvorsitzende Yvonne Rösel.
von Autor USCProfil

Einstimmig wählten die Delegierten der Grünen-Kreisverbände den Sulzbach-Rosenberger Stadt- und Kreisrat Karl-Heinz Herbst zu ihrem Bundestagskandidaten für die Wahl im Herbst 2021.Der Ausbau erneuerbarer Energien ist eines der Hauptanliegen von Karl-Heinz Herbst. Aber auch die Abschaffung der Massentierhaltung oder die Offenlegung von Lieferketten erklärte er als Ziel seines politischen Engagements, sollte er als Direktkandidat für den Bundeswahlkreis 232 und über die Liste genügend Stimmen auf sich vereinigen und in den Bundestag einziehen.

Finanzbeamter Herbst, der 1984 den Grünen beitrat, ist nach eigenen Worten mit seiner Partei durch Hoch und Tief gegangen. Er machte sich einen Namen auf Orts-, Kreis- und Bezirksebene. 2013 wählten ihn die Grünen zum wiederholen Mal zu ihrem Kreissprecher. 1990 schaffte er als Landratskandidat den Einzug in den Kreistag. Er zählte damals zu den jüngsten Kreisräten. 2008 zog er als einziger Grüner in den Sulzbach-Rosenberger Stadtrat ein. Inzwischen wurde er zweimal wiedergewählt. Die Grünen stellen nur drei Stadträte. Bei der Kommunalwahl 2020 errangen die Grünen mit ihm als Spitzenkandidat insgesamt sechs Sitze im Kreistag.

Rückblickend stellte Herbst bei der Nominierungsversammlung beim Wulfen in Kauerhof fest, dass er in seiner politischen Laufbahn eigentlich alle denkbaren Kandidaturen außer für das Europa-Parlament angenommen hat, das heißt auch für den Bezirkstag und den Landtag.

„Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Arbeitstier bin. Ich bin gut vernetzt in örtlichen und regionalen Initiativen, Vereinen und Verbänden“, stellte er in seiner Bewerbungsrede fest. Er meinte damit auch seine Mitgliedschaft unter anderem bei amnesty international, beim Bund Naturschutz, beim Landesbund für Vogelschutz, beim Heimatverein Birgland, bei der Gewerkschaft Verdi, bei der BI Umweltschutz, beim Siedlerverein oder beim Evangelischen Männerbund.

Herbst, den sein Kreisverband am 13. Oktober einstimmig als Bewerber für die Bundestagswahl empfahl, hat für seine Parteiarbeit den verstorbenen Sepp Daxenberger als Vorbild. Von diesem stamme der Spruch: „Mann muss da hin gehen, wo es weh tut.“ Daraus folgerte Herbst bei der Nominierungsversammlung am Mittwochabend: „Was nutzt es denn, wenn wir immer nur in der eigenen grünen Suppenschüssel herumschwimmen. Oft werden einem die Augen erst richtig geöffnet, wenn man auch andere Ansichten hört.“

Für den Fall, dass er den Einzug in den Bundestag schaffen sollte, will Herbst seine Leidenschaft in den Ausbau erneuerbarer Energien und den Umbau der Gewerbesteuer in eine gerechte Unternehmensteuer stecken. Herbst: „Das was unter Schwarz-Rot bei dem letzten Entwurf des EEG im September beschlossen wurde, ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Hier werden vor allem Altanlagenbetreiber, die ja die Pioniere der Energiewende waren, massiv benachteiligt.“

Zusätzliche sieht Herbst seine Schwerpunkte „in einem sparsamen Umgang mit unseren Ressourcen, im Ausstieg aus der Massentierhaltung, in der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens, im Abbau umweltschädlicher Subventionen und in einer emissionsfreien Mobilität“. Unterstützen werde er die Offenlegung von Lieferketten, faire Handelsabkommen als Grundlage, um Fluchtursachen zu bekämpfen, sowie die Abschaffung von Waffenlieferungen in Krisenregionen.

Als Gewerkschafter will Herbst für gleichen Lohn für gleiche Arbeit, für Förderung der Bildungsgerechtigkeit, für eine Bürger-Krankenversicherung für alle und für eine Abschaffung der „unsäglichen Werksverträge“ eintreten. Als Kommunalpolitiker ist es Herbst wichtig, stark verschuldete Kommunen finanziell zu entlasten und die regionale Daseinsvorsorge zu fördern. „Gewinne dürfen nicht privatisiert und Verluste nicht sozialisiert werden“, so seine Forderung.

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