In ihrem täglichen Pressebericht hatte die Polizeiinspektion Amberg am Montag von einem Einsatz am Amberger Bahnhof am Sonntagabend berichtet. Dort hatte, so sagten es Zeugen, die die Polizei verständigt hatten, ein Mann versucht, eine Kettensäge zu starten. Angesichts dieser Meldung rückte die Polizei mit mehreren Streifen zum Ort des Geschehens aus.
Am Bahnhof trafen die Beamten den Mann mit der Kettensäge an: ein deutlich alkoholisierter 42-Jähriger aus Niederbayern. In seinem Rucksack befanden sich, so die Polizei in ihrem Pressebericht am Montag, "Betäubungsmittel im mittleren zweistelligen Bereich". Auf Nachfrage teilte die Polizeiinspektion Amberg jetzt mit, nach den bisherigen Ermittlungen habe der Mann mit der Kettensäge nichts Böses vorgehabt. Weder habe er damit jemanden bedroht noch verletzt, so Dominik Lehmeier, Polizeioberkommissar bei der Polizeiinspektion Amberg. "Es ist nicht verboten, eine Kettensäge mitzuführen", sagte der Beamte und berichtete, dass dem 42-Jährigen dieses Werkzeug auch ohne Gegenwehr abgenommen werden konnte.
Gegenüber der Polizei sagten Zeugen aus, dass der Mann die Kettensäge starten wollte. "Sie war nicht gestarteten worden, sie lief nicht", präzisierte der Beamte der PI Amberg, der betonte, dass für die Bevölkerung keine Gefahr bestanden habe. "So etwas erregt natürlich Aufsehen", weiß Lehmeier, "das ist nicht alltäglich." Und die Bevölkerung sei gottseidank auch sensibilisiert. Dass die Polizei angesichts der Meldung von einem Mann mit Kettensäge am Bahnhof mit "größtmöglicher Stärke" angefahren war, liegt auf der Hand. "Primäre Aufgabe der Polizei ist die Gefahrenabwehr."
Eine Strafanzeige erwartet den 42-Jährigen aus Niederbayern trotzdem: Nicht wegen der Kettensäge, sondern wegen der Drogen, die er in seinem Rucksack dabei hatte und die bei der Kontrolle entdeckt wurden.















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