Eine 23-Jährige aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach muss sich seit Ende September vor dem Landgericht in Amberg verantworten, weil sie in einer kriminellen Bande organisiert gewesen sein soll, die mit Waffen und kiloweise Drogen gehandelt haben soll. Gegen den Partner der 23-Jährigen, der auch der Kopf der Bande sein soll, und gegen sechs weitere mutmaßliche Bandenmitglieder laufen gesonderte Strafverfahren. Die Männer sind laut Angaben der Staatsanwaltschaft zwischen 29 und 47 Jahre alt und stammen auch aus der Oberpfalz, überwiegend aus dem Raum Amberg, Schwandorf und Weiden. Die mutmaßlichen Bandenmitglieder sollen für verschiedene Aufgaben zuständig gewesen sein. Die Frau soll laut Anklageschrift überwiegend für die Wohnungen verantwortlich gewesen sein, die als Verstecke und Drogenbunker gedient haben sollen.
Dreh- und Angelpunkt für die illegalen Tätigkeiten der Vereinigung soll auch eine von der Angeklagten angemietete Wohnung in einer beschaulichen Gemeinde in Rheinland-Pfalz in der Nähe der französischen Grenze gewesen sein. Wie mehrere Beamte der Kriminalpolizei Pirmasens (Rheinland-Pfalz) am Montag als Zeugen vor dem Landgericht in Amberg schilderten, meldete eine anonyme Anruferin im September 2024, dass sie Personen gesehen habe, die verdächtige Gegenstände in die Wohnung getragen hätten. Später seien aus dem Keller des Hauses „Flex- und Schneidegeräusche“ ertönt. Als die Polizei an der Tür klingelte, habe die „überrascht“ wirkende 23-Jährige die Haustür geöffnet. Während der Durchsuchung fanden die Beamten im Keller einen leeren Tresor, der mit einem Trennschleifer geöffnet worden war.
Kriegswaffe im Schrank
Wie sich im weiteren Verlauf der Ermittlungen herausstellen sollte, wurde der Tresor aus einer Wohnung in Unterfranken gestohlen. Darin soll sich laut Anklageschrift Goldschmuck und ein Grundschuldbrief über eine Grundschuld von 500.000 D-Mark befunden haben. Außer mutmaßlichem Diebesgut fanden die Ermittler Waffen, kiloweise Drogen und fast 15.000 Euro Bargeld im Haus versteckt. In einem Schrank lagen beispielsweise zwischen Männer- und Frauenkleidung mehrere Schusswaffen und Munition, unter anderem eine Maschinenpistole, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fällt. Auf dem Dachboden und im restlichen Haus fanden die Ermittler Drogen, darunter über vier Kilogramm Crystal Meth. Die gefundenen Drogen sollen den Ermittlern zufolge einen geschätzten Straßenverkaufswert von über 300.000 Euro haben.
Nach der Hausdurchsuchung in Rheinland-Pfalz nahmen die Ermittler die 23-Jährige fest. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach allerdings noch weitere mutmaßliche Taten vor. Im Sommer 2024 soll sie mit weiteren mutmaßlichen Bandenmitgliedern in den Kauf von etwa 30 Kilogramm Marihuana im Wert von 96.000 Euro und 500 Gramm Crystal Meth involviert gewesen sein. Auch diese Drogen soll die Bande in der von der Angeklagten angemieteten Wohnung in Rheinland-Pfalz gelagert haben.
Auch Drogen in Amberg-Sulzbach
Außerdem soll die 23-Jährige laut Anklageschrift in ihrer Wohnung im Landkreis Amberg-Sulzbach insgesamt zwei Kilogramm Crystal Meth und mindestens ein Kilogramm Marihuana aufbewahrt haben. Im April 2024 soll sie zudem mit zwei weiteren mutmaßlichen Bandenmitgliedern in die Niederlande gefahren sein und von dort mehrere Kilogramm Crystal Meth zurück nach Deutschland gebracht haben. Bislang schweigt die Angeklagte zu den Vorwürfen – seit September 2024 sitzt sie in Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt.
Auch am dritten Verhandlungstag gibt es noch keine Verständigung zwischen Richterin Elke Escher, Staatsanwalt Johannes Weiß und Verteidiger Helmut Mörtl. Im weiteren Verhandlungsverlauf soll geklärt werden, welche konkrete Rolle die 23-Jährige in der kriminellen Bande eingenommen haben könnte. Drei weitere Prozesstage sind noch angesetzt. Mit einem Urteil kann voraussichtlich erst im November gerechnet werden.

























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