03.06.2021 - 18:18 Uhr
AmbergOberpfalz

Warum das Kinderkarussell im Englischen Garten steht und nicht auf der Dult

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Sonnenschein, 26 Grad und gut gelaunte Menschen: Besser hätte der Auftakt des Dult-Biergartens in Amberg kaum sein können. Heuer gibt es sogar Musik. Nur das fehlende Kinderkarussell trübt die Stimmung einiger Besucher etwas.

Das Kinderkarussell von Thomas Neudert steht nicht auf dem Dultplatz, sondern im Englischen Garten.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Die klassische Pfingstdult fällt der Corona-Pandemie wie im Vorjahr zum Opfer. Doch Festwirt Reinhard Gschrey aus Seubersdorf bei Neumarkt fährt vom 3. bis 13. Juni auf dem Messegelände alles auf, was die aktuellen Regeln hergeben: ein überdachtes Bierzelt für 250 Gäste, Speisen und Getränke wie in jedem anderen Biergarten auch, sowie Stände mit Süßigkeiten, Spielzeug und Softeis. Auftakt war am Donnerstag um 11 Uhr ohne das traditionelle Anzapfen, denn bei der "Dult light" gibt es wie im Vorjahr das Bier wieder nur als Halbe.

Der Stimmung tat das zum Start keinen Abbruch. An einem Tisch machten es sich die Schanderl-Brüder aus Hiltersdorf gemütlich. Allen voran Christian, der Vorsitzende des Burschenvereins. Mit zwei seiner Brüder und zwei weiteren Personen aus zwei Haushalten stieß er auf die Light-Variante des Volksfestes an, während der vierte Schanderl-Bua, der Fabian, am Nachbartisch saß: "Ich bin schon komplett geimpft und habe freie Platzwahl. Das fühlt sich richtig gut an." Das tat es auch für den Festwirt, der am frühen Nachmittag ein erstes kleines Fazit zog: "Passt. Alles gut."

Musik im Vorjahr verboten

Reinhard Gschrey war auch deswegen zufrieden, weil es ihm gelungen ist, kurzfristig Musikgruppen zu engagieren. Am Dienstag hatte er die Erlaubnis dafür erhalten, nachdem ein vergleichbares Programm im Vorjahr noch strikt untersagt worden war. Und so trat ab 17 Uhr das Franken-Echo auf. Am Freitag, Samstag und Sonntag folgen ebenfalls von 17 bis 21 Uhr Auftritte von Gruppen aus Ottensoos und Neumarkt sowie eines Alleinunterhalters. Auch in der nächsten Woche spielt von Donnerstag bis zum Finale am Sonntag, 13. Juni, wieder die Musik. Welche, das wusste Gschrey am Fronleichnamstag noch nicht: "Wir haben ja noch a bissl Zeit. Ich find' schon noch wen."

Die Musik war für Christina Paulus Nebensache. Die Kümmersbruckerin war mit ihrer Tochter Sophia gekommen, die sich mit drei Jahren im besten Kinderkarussell-Alter befindet. Das Fahrgeschäft steht aber nicht auf dem Dultplatz, sondern seit Donnerstag im Englischen Garten: "Ich hätte mir das schon gewünscht, dass das hier ist." Natürlich gebe es die Chance, nach der Dult noch in den Englischen Garten zu gehen, aber: "Es wäre schön, wenn alles beisammen ist."

Karussell im Englischen Garten

Thomas Graml von der Pressestelle der Stadt erklärte auf Nachfrage die Hintergründe: "Wenn man auf der Dult ein Fahrgeschäft genehmigt, tut man sich schwer, weitere Anfragen abzulehnen." Es sei wegen Corona nicht erlaubt, mehrere Fahrgeschäfte zuzulassen. Die Behörden befürchten zu große Menschenansammlungen. Für die Dult bedeute das: "Alle oder keiner. Da alle nicht erlaubt sind, haben wir uns schweren Herzens dazu entschieden, das Kinderkarussell nicht zu genehmigen." Im Englischen Garten sei das leichter möglich gewesen: "Da passt nur ein Fahrgeschäft rein. Da wäre kein Platz mehr für einen Autoscooter oder Ähnliches." Aussagen wie diese änderten die Sichtweise der jungen Mutter aus Kümmersbruck: "Wenn man das alles weiß, dann versteht man das natürlich."

Zudem kann Schausteller Thomas Neudert, dem das Karussell gehört, mit der Regelung gut leben: "Ich bin froh, dass ich im Englischen Garten sein kann. Ich bin der Stadt nicht böse, im Gegenteil. Es ist eine große Geste, den Englischen Garten nutzen zu dürfen." Zumal er dort eine Erlaubnis bis Ende Oktober habe. Die Dult dagegen dauert bis 13. Juni und damit "nur" elf Tage. Neudert: "Ich hätte noch zwei weitere Karusselle, die ich am Dultplatz aufstellen könnte. Aber man soll nicht zu viel verlangen. Das passt schon so, wie es ist."

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„Wenn man auf der Dult ein Fahrgeschäft genehmigt, tut man sich schwer, weitere Anfragen abzulehnen.“

Thomas Graml von der Pressestelle der Stadt auf die Frage, warum das Kinderkarussell nicht auf dem Dultplatz, sondern im Englischen Garten steht

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