17.01.2020 - 12:04 Uhr
AmbergOberpfalz

Kinderpornos auf dem Handy: Neun Monate Haft

Was die Richterin anschauen muss, sind Fotos der üblen Sorte. 40 Bilder, die Kinderpornografie zeigen. Sie sind auf dem Handy eines 41-Jährigen gespeichert.

Der 41-Jährige aus Amberg muss ins Gefängnis. Auch, weil bereits eine Bewährungsstrafe gegen ihn vorlag.
von Autor HWOProfil

Was die Richterin anschauen muss, sind Fotos der üblen Sorte. 40 Bilder, die Kinderpornografie zeigen. Sie sind auf dem Handy eines 41-jährigen Mannes gespeichert. Der Angeklagte sagt, man habe ihm die Aufnahmen ohne sein Zutun geschickt und er sei nicht in der Lage gewesen, sie zu löschen.

Die Polizei sprach von einem Zufallsfund. Sie rückte wegen anderer Verdachtsmomente mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss an und stieß in der Wohnung eines 41-jährigen Ambergers auf dessen Handy. Es wurde beschlagnahmt und ausgewertet. Dabei stellte sich heraus: Auf dem Gerät waren 40 kinderpornografische Bilder gespeichert. "Aufnahmen, wie sie Pädophile gern betrachten", sagte ein Kriminalbeamter im Prozess vor Amtsrichterin Nadine Sand.

Woher und von wem stammten diese Bilder? "Ich weiß es nicht", beteuerte der Angeklagte und ergänzte, irgendwer habe sie ihm über Whats-App zugeschickt. "Keine Ahnung, wer das war." Er selbst, so der Mann weiter, sei "nicht interessiert an diesen Fotos" gewesen. Daraus ergab sich eine weitere Frage: "Warum haben Sie diese Aufnahmen nicht sofort gelöscht?" Auch darauf erhielt Richterin Sand eine Antwort: "Ich habe nicht gewusst, wie das geht." Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass allein der Besitz solcher Fotos unter Strafe steht. Darauf machte die Richterin den 41-Jährigen aufmerksam und sie erfuhr im weiteren Verhandlungsverlauf, dass er nach der Sicherstellung des Handys bei der Polizei erschien und zugab, dass sich verbotenes Fotomaterial auf seinem Smartphone befand. Kann es sein, dass jemand nicht weiß, wie er Daten auf seinem Mobiltelefon löscht? Die Vorsitzende blätterte in den Akten und fand heraus: Da saß einer, der wegen Internetbetrugs vorbestraft war. Jemand also, der sich mit elektronischen Geräten und deren Bedienung nicht schwer tat. Diese Feststellung floss später ins Urteil ein.

Der Amberger hat in der Vergangenheit schon mehrfach die Gerichte beschäftigt. "Er ist in der Lage, Unrecht einzusehen", attestierte ihm Landgerichtsarzt Rainer Miedel. Dann wurden, wie in solchen Verfahren üblich, die persönlichen Verhältnis angesprochen. Dabei stellte sich heraus: Der 41-Jährige hat eine feste Anstellung und er ist hobbymäßig als Fußballschiedsrichter tätig. Vornehmlich offenbar bei Nachwuchsmannschaften.

Weil die Sache mit den kinderpornografischen Aufnahmen unter laufender Bewährung stattfand, verlangte Staatsanwältin Sabrina Fischer 13 Monate Haft zum Absitzen. Verteidiger Rudolf Pleischl hielt eine Geldstrafe für ausreichend. Die Richterin schickte den Angeklagten für neun Monate in Haft. In der Begründung hieß es: "Sie wussten von den Fotos. Und technisch unversiert waren Sie nicht."

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