16.09.2020 - 13:23 Uhr
AmbergOberpfalz

Klaus Peter Beer: Bündnis kritisiert OB Michael Cerny

Stefan Dietl fordert weiterhin, Tat und Namen des Opfers deutlicher herauszustellen. In einer Pressemitteilung bezieht er Stellung zu Äußerungen von Oberbürgermeister Michael Cerny.

Stefan Dietl äußerte sich als Sprecher des "Bündnisses gegen das Vergessen" zu Äußerungen von Oberbürgermeister Michael Cerny.

Das "Bündnis gegen das Vergessen" hat auf Äußerungen des Stadtoberhaupts reagiert. Stefan Dietl, der Sprecher des Bündnisses, erklärt in einer Pressemitteilung: "Mit Befremden nehmen wir die Äußerungen von Oberbürgermeister Michael Cerny zu unserer Mahnwache und Demonstration zur Kenntnis. Dass Herr Cerny, die von uns mehrmals explizit begrüßte Aufstellung der Wegweiser in einen grundsätzlichen Widerspruch zur Forderung nach einem würdigen Gedenken an Klaus Peter Beer stellt ist für uns nicht nachvollziehbar."

Gegen das Vergessen

Im Gegensatz zu Oberbürgermeister Michael Cerny sehe das Bündnis das Bekenntnis zu Werten wie Toleranz und Menschenwürde durchaus mit der bewussten und namentlichen Erinnerung an Klaus Peter Beer vereinbar, erklärt Sprecher Stefan Dietl: "Wir halten die Verbindungen von beidem sogar für unerlässlich. Umso unverständlicher ist der Umstand, dass in der offiziellen Pressemitteilung der Stadt zur Errichtung der Wegweiser deren Anlass - der grausame Mord an Klaus Peter Beer - keinerlei Erwähnung findet."

Es ist "wohl nicht zu viel verlangt" am Ort des Geschehens wenigstens den Namen des Opfer und den Grund für seinen Tod zu erwähnen, heißt es in der Pressemitteilung. Klaus Peter Beer sei das Opfer der faschistischen Ideologie seiner Mörder geworden. Dieser Umstand müsse auch deutlich so benannt werden. Derzeit stünden die Wegweiser im luftleeren Raum. "Wir bleiben dabei, erinnern heißt für uns die Namen derjenigen auszusprechen - und auch aufzuschreiben - die nicht vergessen werden dürfen", Dietl.

"Der Blick zurück mag schmerzhaft sein, weil er zeigt, dass rechte Gewalt - allen Bekenntnissen zu Weltoffenheit und Toleranz zum Trotz - auch hier in Amberg seinen Nährboden findet. Das ändert jedoch nichts an der Notwendigkeit sich damit auseinanderzusetzen und es sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen", äußert der Bündnis-Sprecher.

"Deutlicher Handlungsbedarf"

Unverständlich bleibe die Beharrlichkeit, mit der Cerny sich weigere anzuerkennen, dass es auch in Amberg ein Problem mit extrem rechten Gedankengut gebe. "Statt das Problem weiter klein zu reden und gekränkt auf eine Kritik zu reagieren, die nun schon seit zwei Jahrzehnten von verschiedensten Stellen vorgebracht wird, gilt es vielmehr denen zur Seite zu stehen die Bedrohungen und Einschüchterungen von Rechts ausgesetzt sind." Hier bestehe deutlicher Handlungsbedarf.

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