16.10.2020 - 14:10 Uhr
AmbergOberpfalz

Klimaschutz immer dringlicher

Im Umwelt- und Energieausschuss referieren zwei Referenten, die verdeutlichen: Der Klimaschutz wird immer dringlicher. Für den Landkreis Amberg-Sulzbach schlagen sie konkrete Maßnahmen vor.

Leitender Forstdirektor Wolfhard-Rüdiger Wicht, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg, warb bei der Umweltausschusssitzung vor allem für den Waldumbau.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Dass der Klimaschutz immer mehr an Bedeutung gewinnt und der Kampf gegen die Erderwärmung zunehmender Anstrengung bedarf, unterstreichen die Aussagen von Roland Strehl in der jüngsten Umwelt- und Energieausschusssitzung im König-Ruprecht-Saal. "Die Stürme haben zugenommen. Die Trockenheit der letzten sechs Jahre ist extrem. Das Bewusstsein der Menschen hat sich mittlerweile geändert."

Als Strehl 2014 vom städtischen Forstamt, dessen Leiter er war, ins Kümmersbrucker Rathaus wechselte, hätten die Bürger zu ihm gesagt: "Bist du narrisch - gibst den schönen Beruf auf und ärgerst dich als Bürgermeister ab." Mittlerweile fallen die Reaktionen laut Strehl ganz anders an. "Sei froh, dass du den Absprung geschafft hast", bekomme er immer öfter zu hören. In der aktuellen Phase mache es nicht mehr so viel Spaß, für den Forst zu kämpfen. In den vergangenen Jahren habe es eine gigantische Dynamik gegeben.

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Amberg

Über den Zustand des Waldes im Landkreis referierte der Leitende Forstdirektor Wolfhard-Rüdiger Wicht vom Amt für Ernährung, Landwirtschaften und Forsten. Er erklärte, dass Amberg-Sulzbach mit einer Fläche von 60 000 Hektar (40 000 Hektar in privater Hand) zu den waldreichsten Landkreisen in Bayern gehöre. "Die Größe und Ausformung der Grundstücke erschweren aber häufig die sachgemäße Bewirtschaftung des Waldes." Die Flurstücke seien oft schmal und lang.

In Zukunft sei es wichtig, den Waldumbau weiter zu forcieren. Dieser kann laut Wicht aber nur erfolgreich werden, wenn das Zwei-Grad-Ziel bis 2100 erreicht werde - "sonst läuft uns die Temperaturerhöhung davon". An die Ausschussmitglieder gerichtet erklärte der Forstdirektor: "Machen sie Werbung für den Waldumbau."

Auch Joachim Scheid, der Klimaschutzkoordinator des Landkreises, betonte: "Wir sind mittendrin im Klimawandel und müssen was machen." Er verdeutlichte den Handlungsbedarf und nannte konkrete Ansatzpunkte und Ziele. Scheid warb unter anderem für Photovoltaik-Anlagen: "Die Erzeugung von Strom findet auf dem Land statt. Wir haben auf unseren Dächern (das Potenzial, Anm. d. Red.) für unendlich viel Energie." Beim Energieverbrauch sollte der Landkreis vor allem bei der Wärme ansetzen, die mit 46 Prozent den Großteil in Amberg-Sulzbach ausmache (Stand 2011). Der Wärmebedarf soll mit unterschiedlichen Maßnahmen bis 2035 um rund 40 Prozent sinken - von über 1400 auf unter 1000 Gigawatt pro Jahr. Scheid wies auch auf die aktuellen hohen Fördersätze bei Klimaschutzmaßnahmen hin: "Bei Klimaschutzmaßnahmen für finanzschwache Kommunen gibt es bis zu 100 Prozent Förderquote."

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