28.10.2020 - 14:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Klinikum Amberg: "Wir sind gut vorbereitet"

Das Klinikum St. Marien in Amberg sieht sich gewappnet. "Im Falle eines weiteren Anstiegs der Patienten mit Covid-Erkrankungen, wie es im Frühjahr der Fall war, sind wir sehr gut vorbereitet", sagt Klinikumsvorstand Manfred Wendl.

St. Marien in Coronazeiten: Für das Klinikum Amberg gibt es derzeit eine spezielle Besucherregelung.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Aktuell behandelt das Klinikum laut einer Pressemitteilung vom Mittwoch (28. Oktober) auf räumlich isolierten Normal- und Intensivstationen sieben Patienten mit einer bestätigten Covid-19-Infektion. Einer davon befindet sich in intensivmedizinischer Behandlung. Viele Anfragen erreichen das Klinikum, ob eine intensivmedizinische Behandlung automatisch mit einer Beatmung einhergeht. „Künstliches Koma oder künstliche Beatmung sind hier zunächst nicht gemeint. Elementarer Bestandteil einer intensivmedizinischen Behandlung ist das Monitoring. Es werden dabei lebenswichtige Körperfunktionen wie Herzschlag, Blutdruck, Atmung, Sauerstoffgehalt im Blut kontinuierlich überwacht", erklärt Privatdozent Andreas Redel, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin. „Die intensivierte pflegerische, ärztliche, physiotherapeutische und auch die medikamentöse Behandlung, erlaubt es uns kontinuierlich Medikamente geben zu können, die lebenswichtige Körperfunktionen unterstützen."

Notwendigkeit der Beatmung möglichst abwenden

Grundsätzlich werde zwischen einer niedrigen (low care) und einer hohen Versorgungsstufe (high care) unterschieden. „Wir versuchen die Notwendigkeit zur künstlichen Beatmung immer abzuwenden. Wenn aber die Erkrankung so schwer verläuft, dass eine überbrückende künstliche Beatmung notwendig ist, haben wir auf unserer Intensivstation die besten dafür notwendigen personellen und apparativen Voraussetzungen, und das rund um die Uhr", wird Privatdozent Christoph M. Birner, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I, weiter zitiert. „Die Beatmung ist oft das entscheidende Instrument, um Patienten mit erschwerter Atemarbeit oder einer eingeschränkten Kreislauffunktion zu entlasten und eine Heilung zu ermöglichen. Es gibt hier verschiedene Beatmungsformen, die invasive Beatmung mit einem Beatmungsschlauch ist nur eine davon."

Ausreichend Masken und Schutzkleidung

Das Klinikum St. Marien ist durch die bisherigen Erfahrungen in der Pandemie sensibilisiert. Abhängig von der Entwicklung der Fallzahlen trifft sich eine interne Koordinierungsgruppe wieder mehrmals wöchentlich. Die Zusammenarbeit innerhalb dieser Gruppe, der Mediziner verschiedener Fachrichtungen, Vertreter der Hygieneabteilung, Vertreter des Personalrates und der Verwaltung angehören, habe sich bewährt, heißt es in der Presse-Info. Dank der jetzigen Teststrategie bei allen stationären sowie ambulanten Patienten mit Eingriffen, vorhandener Schnelltests für Notfälle sowie den regelmäßigen Testungen der Mitarbeiter und deren Auswertung im eigenen Labor könne das Klinikum frühzeitig auf dynamische Entwicklungen reagieren. Ergebnisse lägen in der Regel bei regulären Testungen innerhalb von vier bis fünf Stunden vor. In Notfällen stünden die Ergebnisse innerhalb einer Stunde bereit.

„Unser Pandemielager ist sehr gut aufgefüllt. Hatten wir noch im Frühjahr mit erheblichen Lieferengpässen zu kämpfen, so sind wir jetzt in puncto Mund-Nase-Schutz, Schutzkittel, Handschuhe, FFP2- und FFP3-Masken gut aufgestellt", bestätigt Hubert Graf, der Kaufmännische Direktor des Klinikums. Auch die zur Verfügung gestellten Beatmungsgeräte des Ministeriums ergänzten die Ausstattung des Klinikums. Im Falle eines Anstiegs von zu behandelnden Intensivpatienten könnten zusätzliche intensivmedizinische Behandlungs- und Beatmungs-Kapazitäten geschaffen werden. Hier greife das Konzept vom Frühjahr.

Corona im Raum Amberg-Sulzbach: Zahlen vom 26. Oktober 2020

Amberg
Info:

Ein weiterer Todesfall im Landkreis Amberg-Sulzbach

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat am Mittwoch (28. Oktober) die Corona-Statistik fortgeschrieben. Demnach sind seit Dienstag in der Stadt Amberg drei neue Infektionen registriert worden (gesamt 180). Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 42,65. Im Landkreis Amberg-Sulzbach wurden seit dem Vortag vier neue Fälle registriert (gesamt 617, Inzidenz 32,02). Allerdings ist laut LGL im Landkreis eine weitere Person mit Covid-19-Infektion verstorben, so dass die Gesamtzahl der Todesfälle seit Pandemiebeginn auf 55 steigt. In Amberg sind vier Tote in diesem Zusammenhang zu beklagen.

Informationen für Besucher des Klinikums St. Marien in Amberg

Amberg
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