21.05.2019 - 16:33 Uhr
AmbergOberpfalz

Knappschaftskapelle bei Jahreskonzert in toller Form

Im Genre Symphonische Blasmusik ist die Knappschaftskapelle ein Aushängeschild ihrer Heimatstadt. Das wurde beim Jahreskonzert im Kongresszentrum wieder deutlich. Das Publikum war von der 120-minütigen "Stunde der Musik" begeistert.

Die Musiker der Knappschaftskapelle trugen bei einem Jahreskonzert bergmännische Schachthüte. Der dazu passende Glückauf-Marsch bildete den Abschluss.
von Helmut FischerProfil

Gioachino Rossini, Johann Strauß und Pjotr Iljitsch Tschaikowski waren wohl die bekanntesten Namen, die an diesem Abend auf dem Programm standen. Aber auch moderne Komponisten kamen mit ganz unterschiedlichen Werken und ausgewählten Werken zur Geltung. Diese musikalische Bandbreite macht auch den Erfolg der Kapelle aus. Aber hauptsächlich ist es die Qualität der Musiker, die das besondere Format der Knappschaftskapelle prägen. Da harmonieren sauber geblasene Trompeten mit geschmeidigen Klarinetten, lassen tolle Hörner aufhorchen, bezaubern elegant und virtuos spielende Flöten und Oboen, überraschen tolle bewegliche Posaunen und bringen die einfach gut spielenden Saxofone ihren besonderen Sound in das Gesamte ein.

Ergänzt durch ein souveränes und variables Schlagwerk entsteht so ein symphonischer Klang, der nicht nur homogen ausbalanciert ist, sondern in der Art der Interpretation Maßstäbe setzt, und das seit 186 Jahren. Heuer stand Valery Lapko zum dritten Mal beim Jahreskonzert als Dirigent vor dem großen Orchester. Er verstand es, das Ensemble in den unterschiedlichen Interpretationen zu stets überzeugenden, oft begeisternden Präsentationen zu führen. Rossinis grandiose Ouvertüre zur "Diebischen Elster" erklang schwungvoll und differenziert. Die eigentlich Streicher-betonten Walzer von Johann Strauß erfreuen sich derzeit auch bei Blasorchestern großer Beliebtheit. Im Arrangement von Marten Mellema kam "Wiener Blut" auch mit den Bläsern toll zum Klingen. Das Spiel hatte Schwung und Drive, war dynamisch sauber gegliedert, und die heiklen Tempo-Übergänge gelangen ausnahmslos nahtlos.

Ohne Schwachstellen

Noch eins drauf setzte das Orchester mit der "Nussknacker-Suite" von Tschaikowski. Die neun so unterschiedlichen Stimmungen wurden exakt eingefangen und überraschten in ihrer spielerischen Beweglichkeit. Besonders der Marsch, der arabische und chinesische Tanz sowie der Auftritt der Rohrflöten, bei denen die Instrumente ihre spielerische Brillanz zeigen konnten, wie auch der Zuckerfee-Tanz waren große Momente reifer Blasmusik. Beeindruckende Klangerlebnisse ohne Schwächen. Toll war auch die Interpretation von "Montain of Dragon", wo die Kapelle sowohl die mysteriösen Stimmungen wie auch die fanfarenhaften Klänge und fast wehmütigen Melodien beeindruckend umsetzte. Dass der Kapelle um ihren Nachwuchs nicht bange sein muss, bewies das Nachwuchs-Orchester unter Leitung von Moritz Rothmeier. Da saßen etwa 15 junge Leute, alle mit dem bronzenen oder silbernen Leistungsabzeichen versehen. Ergänzt werden sie durch fünf erfahrene Musiker. Zusammen spielten sie drei durchaus anspruchsvolle Stücke richtig gut.

"A good Start" kam schwungvoll über die Rampe, verschiedene spanische Rhythmen wurden bei "Cataluna" effektvoll vorgestellt und mit "Selections from Star Wars" hatten sie eine ebenfalls absolut gelungene Präsentation im Programm. Auch hier: Kompliment an den Dirigenten. Eine gute Idee war, die einzelnen Stücke von verschiedenen Mitgliedern der Kapelle moderierend vorzustellen. Das verschaffte dem Orchester eine willkommene Verschnaufpause und gab dem Publikum interessante Informationen.

Schönes Solo

Im "Jubelklänge Marsch" liefen die Posaunen zu großer Form auf, bei der "Persis"-Ouvertüre durfte die Oboe in einem schönen Solo schwelgerische Melodie-Klänge präsentieren und bei "Song from Secret Garden" konnten sich die sicher geblasenen Hörner in der Eingangsmelodie eindrucksvoll in Szene setzen.

Einen besonderen Gag hatten die Musiker bei "It's Raining Men" im Gepäck. Mit Lockerungsübungen gymnastischer Art machten sie sich stehend fit für den fetzigen, effektvollen Schlussbeitrag. Riesiger Beifall und eine Zugabe waren der Lohn.

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