24.02.2021 - 16:48 Uhr
AmbergOberpfalz

Kommentar: Die Kinder verdienen unseren höchsten Respekt

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Der Distanzunterricht sitzt Familien schwer in den Knochen. Aber auch der Wechselunterricht verlangt Organisationstalent. Und was machen die Grundschulkinder? Ein Kommentar von AZ-Redakteurin Andrea Mußemann.

Symbolbild: Distanzunterricht an den Schulen.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil
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Also, halten wir fest: Manche Grundschulkinder gehen derzeit Montag, Mittwoch und Freitag in die Schule. Andere wiederum nur Dienstag und Donnerstag. Nach einer Woche wird gewechselt. Dann sitzt Gruppe A Dienstag und Donnerstag im Klassenzimmer. Gruppe B Montag, Mittwoch und Freitag. Gibt es in der Familie noch Geschwisterkinder, kann es sein, dass bestenfalls beide zur selben Zeit in die Schule gehen, oder aber Kind 1 in Gruppe B und Kind 2 in Gruppe A. Oder umgekehrt. Familien mit drei oder mehr Kindern lassen wir jetzt einfach außen vor, weil diese schon immer organisatorische Meisterleistungen vollbringen.

Hat man nun als Elternteil Dienstpläne, Bereitschaften oder sonstige berufliche Aktivitäten auf die An- oder Abwesenheit der Kinder zu Hause gemäß ihrer Gruppeneinteilung in der Schule eingestellt (sofern das Arbeitgeber überhaupt interessiert), kann es sein, dass alle Planungen von heute auf morgen hinfällig sind, wenn der Inzidenzwert über 100 steigt. Dann wird aus dem Wechsel- wieder Distanzunterricht und die Eltern müssen schauen, wie sie ihren Kindern neben ihrem Beruf zur Seite stehen können. Kurzum: Es ist ein Irrsinn, was Familien seit Monaten schultern.

Wer aber die Kinder einfach mal beobachtet, sieht, wie sie seit Wochen akribisch Arbeitspläne abarbeiten, Videokonferenzen absolvieren, Blätter ausdrucken, bearbeiten, abfotografieren, hochladen, Basteleien in virtuelle Ausstellungsräume einstellen, per Mail mit Lehrern kommunizieren, mit Tanz-Tutorials vor Monitoren kämpfen, statt in ihrem Mannschaftssport zu trainieren, oder Punkte bei Learning-Apps oder in Leseförderungsprogrammen sammeln. Jedes einzelne Mädchen und jeder Bub hat für diese Anstrengungen höchsten Respekt verdient.

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