06.11.2020 - 10:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Kommentar: Dem Kino droht eine Zäsur

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Seit über 120 Jahren verzaubert das Kino seine Zuschauer. Ein Erlebnis wird der Besuch eines Filmtheaters auch künftig bleiben. Trotzdem droht dem Kino eine Zäsur. Ein Kommentar von Christopher Dotzler.

Bleiben die Kinosessel künftig unbesetzt? Corona stellt jedenfalls eine große Bedrohung für die Kino-Betreiber dar.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil
Kommentar

Die Lumière-Brüder, die als Erfinder des Kinos gelten, waren vom Medium Film wenig überzeugt. Sie verkauften das Patent für den Kinematographen. Ihr Urteil: Das Kino hat keine Zukunft. Georges Méliès, Charlie Chaplin, Stanley Kubrick, Christopher Nolan, Quentin Tarantino und unzählige weitere Filmemacher traten und treten seit über 120 Jahren den Gegenbeweis an. Dennoch droht dem Kino eine Zäsur.

Der erste Lockdown im Frühjahr hat die Kinobetreiber hart getroffen. Der zweite dürfte viele an ihre wirtschaftliche Belastbarkeitsgrenze bringen. Dolby-Surround-Anlagen, Leinwände oder 60-Zoll-Fernseher (und noch größere) sind in privaten Wohnzimmern längst keine Seltenheit mehr. Der Anreiz, die bequeme, heimische Couch zu verlassen, schwindet immer mehr. Zudem veröffentlichen Filmstudios zunehmend ihre Werke direkt auf Streamingplattformen. Beispiele sind der zehnfach Oscar-nominierte „Roma“ (2018 erschienen), „Mulan“ und der neue Pixar-Film „Soul“. Kaum vorstellbar, dass es künftig immer noch 5000 Kinoleinwände in Deutschland gibt, wie das jetzt der Fall. Das heißt nicht, dass das Kino keine Zukunft hat. Der Geruch von Popcorn, die Verabredung mit Freunden, der Zauber, wenn 200 Menschen zusammen lachen oder schweigen – als Erlebnis ist das Kino nicht totzukriegen.

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