Kellerkino mit ordentlich Wumms

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Der Weg ins eigen erbaute Paradies führt den Weidener Manfred Petermann die Stufen zu seinem Keller hinunter. Dort hat er sich ein Kino geschaffen, das es locker mit den hochmodernen Multiplex-Sälen aufnehmen kann.

Film ab! Sobald der Blu-Ray-Player einen Action-Kracher oder einen Grusel-Schocker abspielt, fühlt sich der Zuschauer dank 11.2-Anlage und einer über drei Meter breiten Leinwand, als wäre er mittendrin.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Ein wahrgewordener Traum. Manfred Petermann legt "The Dark Knight Rises" in den Blu-Ray-Player ein. Während Batman-Bösewicht Bane ein Flugzeug in der Anfangssequenz zum Absturz bringt, knallt und rumst es im Kellerkino des 54-jährigen Weideners - nicht nur hör-, sondern sogar fühlbar. Die Boxen sorgen für eine Druckwelle, zwei Buttkicker lassen die Sessel vibrieren. Den Traum eines eigenen Kinos hat sich der Kfz-Elektrikermeister bereits 2007 verwirklicht. Zuvor hatte der Filmenthusiast eine "kleine Surround-Anlage" in seinem Wohnzimmer verbaut, wie er bei einem Gespräch bei sich zu Hause erzählt. Weil aber schon diese Boxen Wand und Geschirr des Nachbarn zum Wackeln brachten, ließ Petermann den Bagger anrollen. Der hob Erdreich aus, um einen Durchbruch zum bestehenden Keller zu ermöglichen. Den Stahlbetonbau ließ sich der 54-Jährige 40 000 Euro kosten. Für Technik, Ausstattung und Co. hat Petermann mittlerweile rund 50000 Euro ausgegeben.

Drei Monate an Zeit hat Petermann vor 13 Jahren für den Innenausbau investiert. Das Ergebnis: Ein Kellerkino, das Platz für acht Zuschauer bietet und es locker modernen Filmtheater-Sälen aufnehmen kann. Mehr noch: So viel Liebe und Detailversessenheit wie bei Petermann gibt es wohl in keinem Multiplex. Die Türe zum Kino ziert großflächig die Nonne aus dem Horror-Schocker "The Nun". Das mit rund 500 Blu-Rays voll geschlichtete und beleuchtete Regal hat der 54-Jährige selbst gebaut. Den Vorraum zum Kino zieren allerlei Filmutensilien - etwa ein Blumentopf in der Gestalt von Groot aus "Guardians of the Galaxy", eine abgehackte Hand und ein abgehackter Fuß, die auf dem Fensterbrett drapiert sind oder etliche Filmfiguren, vornehmlich aus Action- und Grusel-Filmen (Die "Predator"-Teile, "Insidious" und "The Nun" zählt Petermann zu seinen Favoriten). Sogar der Heizkörper im Kellerkino ist rot, damit er farblich zu den Teppichen passt, die an Wänden und Boden angebracht sind.

Platz für acht Zuschauer

Im Kellerkino selbst ist Technik vom Feinsten verbaut. Eine 11.2 Dolby-Atmos-Anlage, ein 4K- und 3D-fähiger Beamer ("Unter 10 000 Euro kaufe ich keinen Beamer mehr. Das Bild muss mich wirklich überzeugen."), eine skalierbare Leinwand mit über drei Metern Breite. "Das ist halt ein bisschen anders, als wenn ich im Wohnzimmer Fernseh schaue", untertreibt Petermann. Die Kinosessel stammen aus dem Weidener Kino. Petermann hat sie renoviert - komplett auseinander gebaut, das Gestell pulverbeschichten und mit neuen Polstern sowie neuen Bezügen ausstatten lassen. Die acht Sessel sind auf zwei Platten verbaut, die wiederum auf Gummifüßen stehen, damit die beiden Buttkicker voll zur Geltung kommen.

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Nur noch selten im Kino

Meistens samstags lädt Petermann seine Kumpels ein. Weizen, Radler, Knabbereien und ein Film mit richtig Wumms sind die Mischung, auf die der 54-Jährige setzt, um sich ein schönes Wochenende zu machen. Der Weidener hat sich sein Paradies ein paar Meter unter der Erde geschaffen. Kein Wunder, dass er kaum mehr ins Kino geht. Eigentlich nur noch, wenn ihn ein Film brennend interessiert und er ihn unbedingt sofort noch dem Start sehen muss. Oder wenn er nach neuer Technik Ausschau hält.

Tatsächlich plant Petermann demnächst einen seiner seltenen Kinobesuche. Im Amberger Cineplex gibt es seit einigen Wochen einen 4DX-Saal, in dem es von der Decke schneien kann, die Zuschauer auf ihren Sitzen durchgerüttelt werden und Düfte aus den Armlehnen strömen. Als Petermann von diesen Neuerungen hört, ist er begeistert. Das muss er einmal selbst erleben. Für sein eigenes Kellerkino ist die teuere Technik aus Südkorea wohl nur eine Utopie. Aber träumen darf man schließlich noch. In unserer neuen Serie "FreiRäume" stellen wir immer samstags Oberpfälzer mit besonderen Hobbys vor - und die Räume, in denen sie sie ausleben. Die Serie mit interaktiven 360-Grad-Bildern: www.onetz.de/freiräume

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Amberg
So etwas wie ein Lieblingsstück hat Manfred Petermann nicht. Sein Kellerkino sieht er als großes Ganzes. Doch wenn er Filme in den Blu-Ray-Player legt, sollten sie entweder actionreich oder gruselig sein.
Manfred Petermann hat rund 500 Blu-Rays in seinem selbstgebauten Regal stehen.
Manfred Petermann verbringt fast jeden Samstagabend in seinem Kellerkino in Weiden.
Wenn es nach dem 54-jährigen Weidener geht, darf es bei den Filmen ruhig gruselig ein. Dementsprechend hat er sich auch den Keller dekoriert. Die Türe zum Kino ziert etwa die Nonne aus "The Nun".
Die Technik:
  • Lautsprecher: Teufel System 9 THX Ultra 2
  • Center (vorne, hinten links und hinten rechts) sowie Fron (links und rechts: Teufel M950 FCR THX Ultra 2
  • Surround (links und rechts): Teufel Dipos M950 D
  • Deckenlautsprecher (vorne links und rechts sowie hinten link und rechts): Teufel THX M550 FCR
  • Subwoofer: Teufel M9500 SW THX Ultra 2
  • Zwei Buttkicker: Fischer Amps
  • Verstärker: Vorstufe Yamaha CX-A5200; Endstufe Yamaha MX-5000
  • Zuspielder: Panasonic Ultra-HD-Player DMP-UB900; Panasonic DMP-BDT500EG
  • Beamer: 4K und 3D VPL-VW520ES mit Zertifikat und acht Shutterbrillen
  • Leinwand: WS GR Multiormat 16:9 (über drei Meter breit); zusätzlich noch ein 19 Zoll großer Bildschirm für Einstellungen am Verstärker und Player

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