Amberg
31.01.2019 - 10:31 Uhr

Kontakt-Club macht weiter: Stammtisch mit Reichweite

Der deutsch-amerikanische Freundschaftsverein Kontakt hat sich aufgelöst. Die Mitglieder machen dennoch als Stammtisch weiter, der sich Outreach Amberg nennt. Dahinter verbirgt sich das englische Wort für Reichweite.

Die ehemaligen Kontakt-Vorstandsmitglieder Hilde (rechts) und Hans Moser (Mitte) sowie Gerhard Schlosser (links) sind zufrieden. Mit dem deutsch-amerikanischen Freundschaftsclub geht es weiter. Allerdings nicht als Verein, sondern als Stammtisch, der sich Kontakt Outreach Amberg nennt. Bild: ads
Die ehemaligen Kontakt-Vorstandsmitglieder Hilde (rechts) und Hans Moser (Mitte) sowie Gerhard Schlosser (links) sind zufrieden. Mit dem deutsch-amerikanischen Freundschaftsclub geht es weiter. Allerdings nicht als Verein, sondern als Stammtisch, der sich Kontakt Outreach Amberg nennt.

Das Ende des Vereins konnte nicht verhindert werden, da es trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen war, einen Nachfolger für den langjährigen Vorsitzenden Hans Moser zu finden. Er stand rund 20 Jahre an der Kontakt-Spitze und war zudem mehr als 30 Jahre Kassier - teils in Doppelfunktion. Unterstützt wurde er von seiner Frau Hilde. In den vergangenen zwölf Jahren saß Hans Moser außerdem im Vorstand des Bundesverbandes der Deutsch-Amerikanischen Freundschaft mit Sitz in Fulda. Dort war er für die Seminar- und Jugendarbeit tätig.

Auf Initiative des Bundesinnenministeriums und der amerikanischen Armee waren laut Moser Ende der 70er-Jahre an den US-Standorten in Deutschland Kontakt-Clubs mit der Aufgabe gegründet worden, den hier stationierten Soldaten Land und Leute näherzubringen. Im Umkehrschluss lernten die Einheimischen amerikanische Gepflogenheiten wie Thanksgiving besser kennen. Durch den Abzug der Amerikaner aus Amberg und die Auflösung der Möhlkaserne wäre die eigentliche Aufgabe von Kontakt erledigt gewesen, doch Soldaten aus Vilseck und Grafenwöhr sowie deren Angehörige seien gerne Mitglieder geblieben.

"Dadurch war der Verein stets gleichbedeutend mit Kontakt Vilseck und Kontakt Grafenwöhr und bis heute anerkannt von der amerikanischen Armee", betont Hans Moser. Mit der Rückkehr der amerikanischen Mitglieder in die USA sei die Basis und die Kernaufgabe bei Kontakt Amberg nicht mehr gegeben gewesen, erklärt der langjährige Vorsitzende, der aber betont: "Viele Aktivitäten aus dem kulturellen Bereich beider Völker hielten den Verein in den letzten Jahren trotzdem sehr lebendig, darunter die sehr beliebten Bingo-Abende, die Tagesfahrten mit attraktiven Zielen und das jährliche Thanksgiving-Fest. Angebote, die auch von Nichtmitgliedern gerne angenommen wurden." Mit Bedauern lösten die Kontakter ihren Club auf und entbanden Hans Moser von der Verantwortung als Vorsitzender sowie als Schatzmeister. Die anschließende Diskussion drehte sich um die Frage, ob und wie es mit einem offenen Stammtisch ohne Vereinszwang weitergehen kann.

Einstimmig wurde beschlossen, sich jeden zweiten Freitag im Monat im Hubertushof an der Drahthammerstraße 10 zu treffen. Die erste Zusammenkunft ist für Freitag, 8. Februar, geplant. Beginn ist um 19 Uhr.

 
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