21.06.2018 - 13:16 Uhr
AmbergOberpfalz

Ein Konzert für Könner zu wenig

Das Max-Reger-Gymnasium wartet mit zwei großen Konzerten im Frühsommer auf. Wegen der Renovierung findet das erste im Pfarrsaal St. Georg, das zweite wie üblich im Stadttheater statt.

Ulrike Straub (rechts) leitet nicht nur das Orchester der Schule, sondern auch den Unterstufenchor der jüngeren Jahrgänge.

Von Michaela Treese

Im ersten Konzert startete der Unterstufenchor erstmals mit Ulrike Straub am Taktstock unter anderem mit Lollipop durch. Mit großem Elan und sichtbarer Freude, gut artikuliert und intoniert eröffneten sie den Konzertabend. Der erste Teil war geprägt von solistischen Beiträgen.

Franz Schottenheim (9b) zeigte barocke Spielfreude im vierten Satz von Veracinis Sonata op. 2 auf der Viola, Antonia Keppler (10c) brillierte mit einem Satz aus Komarowskis Violinkonzert Nr. 2 und Theresa Frauendorfer (10c) gestaltete mit Esprit ein modernes Concertino von Reszö Sugár. Alle drei hatten offensichtlich mit technischen Schwierigkeiten keine Mühe. Auch Jakob Krusche (10b) und Christina Bader (Q11) zeigten herausragende Leistungen.

Mit Robert Schumanns Aufschwung hatte sich Krusche ein schweres Werk der Klavierliteratur gesucht. Bader zeigte in Franz Schuberts Impromptu f-Moll große Ruhe und Sinn für lange Linien im romantischen Klanggebilde. Das Streichquartett machte mit Benjamin Brittens "Boisterous Bourrée" intonationssicher und schwungvoll den Abschluss des ersten Teils, bevor nach einer Pause die ganze Bandbreite des musischen Gymnasiums deutlich wurde. In Tracht und mit Wolfgang Herrneder am Akkordeon traten die Schulstreicher mit Ulrike Straub im Pfarrsaal auf. Lotte Krainer (8b) bot mit dem jazzigen "Fried Chicken" von Jürgen Moser einen gekonnten Auftritt. Julius Täschner (Q12) überzeugte mit zwei Beiträgen - als Solist mit dem Lied "Ohne Worte" von Parfenov einfühlsam am Klavier und als Schlagzeuger in einem Duo mit Fabian Wagner, ebenfalls Q12.

Dass am MRG gerne zusammen musiziert wird, zeigte "Haus am See": Dazu hatten sich Lena Ibler und Philipp von Ciriacy-Wantrup (beide 10c) mit zwei Sechstklässlern zusammengetan: Stefan Stiegler und Moritz Bauer hatten mit den älteren Gitarristen eifrig geprobt. Das Tango-Trio (Konstanze und Andreas Frauendorfer, Theresa Urban, alle Q11) forderte mit der ungewöhnlichen Besetzung Violine, Gitarre und Cello bei "Uno" von Mariano Mores das Publikum zum Tanzen auf. Mit Musicalmelodien von Leonard Bernstein gestaltete das Sax-Reger-Quartett den Abschluss des ersten Konzertabends.

Auch die zweite Veranstaltung im Stadttheater war äußerst abwechslungsreich. Viele Ensembles und Solobeiträge führten die Zuhörer durch alle Genres und quer durch die Musikgeschichte. Mit Wolfgang Herrneder am Taktstock zeigte das Orchester mit Polka, Walzer und Marsch, dass es Melodien mitreißend auch in großem Tempo blitzsauber intoniert und schwungvoll darbieten kann. Die Holz- und Blechbläser waren wunderbar eingebunden, die Schlagwerker überzeugten. Von Florian Beer vorbereitet, waren die Buben und Mädchen aus den Klassen 5 bis 8 an Pauken, Becken, Glockenspiel, Snare und Triangel stets sicher.

Nach dem Orchester folgte eine Reihe von Solobeiträgen: Maximilian Meier (Q12), begleitet von Thomas Prechtl, spielte auf der Klarinette das Adagio aus Hoffmeisters Klarinettenkonzert. Konstanze Frauendorfer, begleitet von ihrem Bruder Andreas, (beide Q11), gestaltete einen Satz aus Dvoraks Humoresque op. 101. Virtuoses schnelles Spiel, gepaart mit sehr guter Atemtechnik, zeigte Benedikt Trummer (Q12), mit dem Rondo von Antonio Capucci auf dem Tenorhorn, begleitet von Jelena Lichtmann. Magdalena Urban (Q12) brillierte an der Violine mit Johan Svendsens "Romanze". Cornelia Fischer (Q12) ist eine Künstlerin an der Querflöte: Dopplers Berceuse op. 15 war ein Genuss. Die Big Band, geleitet von Elke Beer, entließ die Zuhörer mit drei rockig-funkigen Stücken in die Pause: Jana Zinnbauer überzeugte als Sängerin genauso wie jeder einzelne Solist in "Uptown Funk".

Der Libertango von Astor Piazzola hat eine wunderbare Besetzung: Violine, Saxofon, Akkordeon, Klarinette und Klavier - von Jelena Lichtmann geleitet, entführten Schüler aus der Oberstufe in die Welt des Tangos. Danach glänzte Doris Schwager (Q11) in Pedro Itturaldes "Pequena Czarda". M-R-Brass setzte mit Penny Lane und "When I'm Sixty Four" zwei Beatles Klassiker gekonnt in Szene.

Herausragend waren auch die Brüder Eric und Robin Engel, die den Gitarristen-Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" gewonnen haben. Unterstützt wurden sie teilweise von Johannes Büchner (10c) an Congas und Shaker. Nach Fabian Wagner (Q12), der mit "Green Onions" seine Fingerfertigkeit am Klavier bewies, beschloss der Chor des MRG, geleitet von Michaela Treese, den Abend.






Geschwister unter sich: Konstanze und Andreas Frauendorfer.
Das Orchester des Max-Reger-Gymnasium spielt unter der Leitung von Ulrike Straub, Aleksander Huber und Wolfgang Herrneder (Bild).
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