15 Jahre lang hat der alte Kunstrasenplatz im Pandurenpark Fußballer getragen – Bambini, Kreisliga-Gladiatoren und sogar Alte Herren. Tag für Tag, selbst im Winter. "Jetzt war er einfach durch", erzählt der Vorsitzende des SV Raigering, Jürgen Zweck. "Die Linien waren verschoben, das Material war spröde." Der Kunstrasen musste ausgetauscht werden.
Bürsten für die Plastikhalme
Im Jahr 2010 hatte der Sportverein den neu gebauten Pandurenpark und damit auch den Kunstrasenplatz ganz in der Nähe der Ortschaft Greßmühle feierlich eingeweiht. Die Eröffnung wurde damals als großer Fortschritt für den Fußballsport in der Region gefeiert, denn weit und breit gab es noch keinen vergleichbaren Platz. Das Besondere an Kunstrasenplätzen ist, dass sie ganzjährig bespielbar sind – egal, ob es regnet oder schneit. Die Qualität des Spielfelds bleibt (zumindest in den ersten Jahren) gleich.
Kunstrasenplätze müssen zwar nicht gedüngt und gemäht werden. Allerdings brauchen auch sie regelmäßige Pflege. Damit der Ball nicht verspringt, sind die Plastikhalme zu kämmen, das Granulat zwischen den Halmen muss immer wieder nachgefüllt werden. Und auch eine Bewässerung tut beizeiten gut, sonst trocknet der Kunstrasen aus. Dann staubt's.
25 Teams in Raigering
"Wir waren zufrieden mit dem alten Platz", resümiert Jürgen Zweck. Mit der Betriebsdauer von 15 Jahren könne der Verein zufrieden sein. "Man muss ja sehen, dass der Platz extrem beansprucht wurde." Fast jeden Tag war er belegt, oft von verschiedenen Mannschaften. Beim SV Raigering trainieren und spielen aktuell 25 Teams, davon 23 im Jugendbereich. Im vergangenen Monat mussten die Fußballer allerdings auf andere Plätze ausweichen. Der Austausch des Kunstrasens zog sich über vier Wochen hin. Am 29. Juli (Kirwadienstag in Raigering) war Abnahme.
Das Erscheinungsbild ist deutlich frischer. Der neue Platz leuchtet in sattem grün. Es fehlen etliche Linien, die beim Vorgängermodell noch aufgetragen waren. "Wir haben uns die gelben Linien gespart", erklärt Wolfgang Franz, der als dritter Vorsitzender für die Liegenschaften des Vereins zuständig ist. "Das macht den Platz übersichtlicher. Jetzt sieht das mehr nach Fußball aus."
Die wichtigere Neuerung ist das Füllmaterial. Statt Kunststoffgranulat füllt jetzt kleingehäckselter Kork den Raum zwischen den Plastikhalmen. Die Herstellerfirma Polytan aus dem oberbayerischen Burgheim bezeichnet den in Raigering verlegten Kunstrasen als klimaneutral. Ganz billig ist das neue Spielfeld nicht. Für den Austausch des Oberbaus fallen Kosten von rund 250.000 Euro netto an. Etwa 45 Prozent davon kann der Verein als Fördergelder vom Bayerischen Fußballverband und der Stadt Amberg einwerben. Den Rest muss er selbst aufbringen. Eine Investition, die der SVR laut Vorsitzendem Zweck lange geplant hat und bewusst tätigt.
Bald auch am Schanzl
"Das ist die größte Ausgabe seit Langem", sagt Zweck. "Aber das sind uns die Jugendarbeit und der geregelte Spielbetrieb wert." Mit rund 1300 Mitgliedern dürfte der SV Raigering nach dem TV Amberg der größte Sportverein innerhalb der Stadt Amberg sein. Der TV plant aktuell den Bau eines eigenen Kunstrasenplatzes. Er soll auf dem Vereinsgelände am Schanzl entstehen. Weil dafür erst der Unterbau angelegt werden muss, fällt dieses Projekt mit einer Investitionssumme von etwa 800.000 Euro deutlich teurer aus.
Eine Konkurrenzsituation sieht Jürgen Zweck nicht. Er hält das Projekt des TV Amberg für durchaus berechtigt. "Der Bedarf ist da und wir in Raigering schöpfen unsere Kapazitäten alleine aus." Aus diesem Grund gibt es auch kaum noch Fremdbelegungen im Pandurenpark. Dafür gibt es spätestens im nächsten Jahr dann zwei neue Kunstrasenplätze in Amberg – einen in Raigering und einen am Schanzl.

























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