Update 20.08.2018 - 16:41 Uhr
AmbergOberpfalz

Auf ein Kraut im Kino

Dorfpolizist Franz Eberhofer, alias Sebastian Bezzel, ist begeistert vom Kreisverkehr beim Nabburger Tor. Am liebsten hätte er am Samstagabend dort mit seinem Polizeiauto eine Runde gedreht.

Eberhofer Darsteller Sebastian Bezzel steht vor der Selfie-Wand, wo bereits eine lange Schlange Amberger Fans auf ihn wartet.

„München kann mich am Arsch lecken“, antwortet Franz Eberhofer in der neuen Verfilmung des Provinzkrimis „Sauerkrautkoma“ von Rita Falk, als ihm die Versetzung in die Metropole mitgeteilt wird. Der Darsteller Sebastian Bezzel, der bereits zum fünften Mal in die Rolle des eigensinnigen Polizisten mit dem AC/DC-Shirt und den ausgewaschenen Jeans schlüpft, hat sich jedenfalls auch bei seinem zweiten Besuch in Amberg nicht über die Stadt beschwert. Bei der Filmvorstellung am Freitagabend hatten die Eberhofer-Fans die Gelegenheit, den Schauspieler einmal persönlich zu treffen.

Bezzel mag es noch

Passend zum Thema: Die Fahrradküche Donhauser hielt für jeden, der eine Karte für den Film hatte, eine Portion Sauerkraut mit Bratwürsten bereit. Da drängte sich die Frage schon fast auf, ob Sebastian Bezzel nach den Dreharbeiten des letzten Films Kraut überhaupt noch sehen kann, oder ob es ihm förmlich zum Hals raushängt. „Ich esse immer noch total gerne Sauerkraut, ich muss aber auch sagen, dass ich da bei den Dreharbeiten ein wenig verschont geblieben bin. Meinen Kollegen Simon Schwarz hat es da deutlich schlimmer erwischt. Der musste so viel essen, dass ihm irgendwann der kalte Schweiß auf der Stirn stand“, scherzte er. Da hatte sein Filmpartner, der den Rudi Birkenberger verkörpert, wohl gerade nochmal Glück, dass er nicht echt ins Sauerkrautkoma gefallen ist. Jedenfalls scheint Bezzel die Dreharbeiten unbeschädigt überstanden zu haben, denn kurz vor Beginn des Films ließ er sich von der Familie Donhauser noch schnell - ganz still und heimlich - eine Schale servieren.

Autokorso um Kreisverkehr

Jeder, der die Eberhofer-Filme kennt, der kann sich sicherlich auch an den einsamen Kreisverkehr erinnern, den der Hauptcharakter während der Handlung schier unzählige Male umrundet. Der Verkehrskontenpunkt auf der Staatsstraße 2111 bei Frontenhausen trägt seit kurzem hochoffiziell den Namen "Franz-Eberhofer-Kreisel“. Klar, dass sich der Blick da auf den Nabburger-Tor-Kreisel richtet: „Seit den Drehs für die Eberhofer Krimis bin ich zum echten Kreisel-Fan geworden. Ich hab heute schon vorgeschlagen, dass wir einen Autokorso um den Kreisverkehr vorm Kino machen könnten, nachdem Bayern gewonnen hat.“

Franz statt Sebastian

Wie aber ist es eigentlich, wenn man als Schauspieler immer wieder auf eine einzige Rolle, in diesem Fall auf den Franz reduziert wird? Ist das auf Dauer nicht frustrierend? „Ab und zu kommts schon vor, dass die Leute Franz zu mir sagen. Aber mir gefällt das eigentlich ganz gut. Klar schau ich dann, dass ich auch immer wieder andere Rollen bekomme und dass ich halt nicht noch eine bayerische Komödie mache, wenn ich schon für die Eberhofer-Filme vor der Kamera steh“, sagte Bezzel.

Unikate am Set

In allen Filmen der Reihe trägt Franz Eberhofer lässig eine Jeans zur Polizeijacke. Sebastian Bezzel verriet, warum es sich bei der Hose um so etwas wie eine Antiquität handelt. „Das ist immer noch die selbe Hose wie am Anfang. Gut, gewaschen wird die ab und zu schon, aber die ist wirklich schon ganz ganz dünn. Damit sie noch lange hält, kommt die nach dem Dreh immer sofort in die Kühlkammer. So wie der Ötzi“, teilte er dem amüsierten Publikum mit. Die Eberhofer-Hose ist nicht das einzige Unikat am Set. „Die Brille vom Flötzinger, die ist auch einmalig. Das war so ein richtiger Flohmarktfund, noch so eine konnten die Kostümbildner gar nicht mehr auftreiben.“

Vorn in der Schlange

Die Schlange von Fans, die alle gekommen waren, um ein Foto mit Bezzel zu machen, reichte einmal quer durch das gesamte Kino. Ganz vorn mit dabei war Familie Heldmann. „Die Filme sind alle ziemlich cool“, sagte Mutter Alexandra. Die Familie wartete bereits eineinhalb Stunden auf ihren Krimi-Liebling. „Er ist allgemein ein sehr guter Schauspieler, auch als Tatort Kommissar“, ergänzte Vater Thomas. Kurz hinter den Heldmanns standen Christopher Nübler und Luisa Szklarz ebenfalls schon einige Zeit Schlange. Die Gründe des Paares waren allerdings eher praktischer Natur: „Ich wusste nicht, ob wir sonst noch einen Parkplatz finden würden“, sagte Christopher Nübler. „Wir haben uns aber vor ein paar Wochen alle Filme ausgeliehen und nochmal angeschaut.“

Passend zum Film: Die Fahrradküche Donhauser versorgt die Besucher mit Sauerkraut und Bratwürsten.

Sie waren ganz vorne mit dabei: Christopher Nübler und Luisa Szklarz waren mit die ersten, die die Gelegenheit für ein Foto mit Bezzel hatten.

Familie Heldmann ist begeistert von den Rita Falk Verfilmungen. Sie waren bereits lange vor dem Erscheinen des Schauspielers im Kino. Sohn Maximilian (11) hat besonders viel Glück: Weil er mit einer der jüngsten im Kinosaal ist, bekommt er fünf Kinokarten mit Popcorn und Getränk geschenkt.

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