21.06.2020 - 10:38 Uhr
AmbergOberpfalz

Kurzarbeit rettet in Amberg und Amberg-Sulzbach zahlreiche Existenzen

Vor allem dem Instrument der Kurzarbeit ist es zu verdanken, dass es im Landkreis Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg in den vergangenen Monaten zu keinen Entlassungswellen gekommen ist. Ein Segen in der Krise, wie Experten meinen.

Gerade das Friseurhandwerk ist nach Einschätzung der Agentur für Arbeit noch nicht vollständig durch die Krise gekommen. Hier droht den Betrieben nach wie vor Kurzarbeit.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Die Corona-Pandemie hat auch zahlreiche Unternehmen im Bezirk der Arbeitsagentur Schwandorf, zu der auch Amberg und Amberg-Sulzbach gehören, vor vielfältige Herausforderungen gestellt. Dass es dennoch bislang zu keinem Stellenabbau im großen Stil gekommen ist, liegt nach Einschätzung der Behörde vor allem am Instrument des Kurzarbeitergeldes.

"Dieses hat sich in der Krise bewährt, zahlreichen Unternehmen und tausenden Menschen bleibt ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage erhalten", wird Markus Nitsch, der derzeitige Vorsitzende der Geschäftsführung der Schwandorfer Agentur für Arbeit, in einer Pressemitteilung zitiert.

Rückgang bei den Meldungen

Nach den jetzt für den Mai veröffentlichen Zahlen, sind in der mittleren Oberpfalz, das heißt in den Landkreisen Schwandorf, Amberg-Sulzbach und Cham sowie der Stadt Amberg, im Mai 291 geprüfte Kurzarbeitsanzeigen für rund 5560 Arbeitnehmer bei der Agentur eingegangen. Im April hatten die Arbeitgeber 3285 Anzeigen für 64 345 Arbeitnehmer eingereicht, im März 280 für 5903 Beschäftigte.

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Auch die Erstberatungen zum Kurzarbeitergeld beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und des Jobcenters in der Region Amberg-Sulzbach sind im Mai im Vergleich zu den Vormonaten stark zurückgegangen. Dies spiegelt sich naturgemäß auch bei den Anzeigen wider. Im Landkreis Amberg-Sulzbach sind demnach vom 1. bis zum 27. Mai 48 geprüfte Kurzarbeitsanzeigen für 702 Arbeitnehmer eingegangen. Im April hatten die Arbeitgeber 654 Anzeigen für 11 407 Arbeitnehmer eingereicht, im März 50 für 627 Beschäftigte. In der Stadt Amberg haben die Arbeitgeber vom 1. bis zum 27. Mai 36 Anzeigen für Kurzarbeit für insgesamt 778 Mitarbeiter*innen eingereicht. Im April waren es noch 433 Anzeigen für 7967 Arbeitnehmer gewesen, im März 31 Anträge für 559 Beschäftigte.

Nicht ohne Einfluss auf die Statistik in der Region ist nach Einschätzung der Experten bei der Arbeitsagentur ein Kalendereffekt geblieben. Ihrer Einschätzung nach führten der Feiertag am 1. Mai und das anschließende Wochenende dazu, dass viele im April eingegangene Anzeigen erst im Mai erfasst wurden und entsprechend in die Statistik Eingang fanden. Der Amberg-Sulzbacher Geschäftsstellenleiter Manfred Tröppl berichtet: "Der Schwerpunkt der Beratungen hat sich zu Fragen rund um Auszahlungsanträge und Details verlagert. Das zeigt sich auch bei den Ansprechpartnern in den Unternehmen. Waren es in den Vormonaten vor allem Betriebsinhaber und operative Planer, melden sich nun vor allem die mit der Buchhaltung betrauten Mitarbeiter aus den Unternehmen."

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Tröppl betont, dass der Rückgang der Anzeigen nicht bedeutet, dass das Thema Kurzarbeit nun für alle Betriebe vorbei ist. "Viele Unternehmen mussten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht in Kurzarbeit schicken, da sie die Krisenzeit bislang mit Urlaub und dem Abbau von Arbeitszeitguthaben überbrückt haben." Diese Optionen sind aber nun größtenteils ausgeschöpft und das ein oder andere Unternehmen werde nun gezwungenermaßen doch noch zum Instrument der Kurzarbeit zu greifen.

Mit zahlreichen neuen Anzeigen ist laut Arbeitsagentur aber nicht zu rechnen, da die Lockerungen sich beim Arbeitsmarktgeschehen am aktuellen Rand bereits positiv bemerkbar machen. Wie viele Betriebe und Arbeitnehmer letztlich tatsächlich von Kurzarbeit betroffen sind, wird die Statistik erst in einigen Monaten zeigen. Einige Tendenzen lassen sich jedoch bereits feststellen. "Das verarbeitende Gewerbe leidet unter dem Strukturwandel und der Pandemie."

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Diese Doppelbelastung - vor allem in Bereich Metall- und Elektro - werde viele Firmen dazu zwingen, die Kurzarbeit im Betrieb zu realisieren. Ebenfalls besonders stark betroffen von Kurzarbeit sind aller Voraussicht nach Betriebe aus dem Friseurhandwerk, dem Handel und der Gastronomie, sagt Tröppl.

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