Seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 sieht sich der Landkreis zusätzlich mit einer großen Flüchtlingsbewegung aus der Ukraine konfrontiert. Um Unterbringungskapazitäten zu schaffen, hatte deshalb Ende 2022 der Landkreis damit begonnen, eine Container-Siedlung auf dem Sportplatz hinter der Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg aufzustellen. Seit Mai 2023 ist nun diese Interimslösung in Betrieb.
In drei Stockwerken gestapelt stehen nun auf der Tartan-Anlage hinter dem Schulgebäude die vom Landkreis angemieteten Container, um die von der Regierung der Oberpfalz zugewiesenen Flüchtlinge unterzubringen. Auf 150 Personen ist die Anlage ausgelegt. Auf eine Kapazität von bis zu 250 Personen könnte sie noch aufgestockt werden. Derzeit bewohnen 98 Flüchtlinge aus Drittsaaten diese Gemeinschaftsunterkunft, lautet die Auskunft von Norbert Vogl, dem zuständigen Abteilungsleiter im Landratsamt. Insgesamt habe der Landkreis eine Gesamtkapazität von 1845 Plätzen aufgebaut, informierte schon im Juli dieses Jahres Georg Jobst vom Sozialamt im Landratsamt den Kreistag.
"Ohne großes Marketing"
Doch in der Bevölkerung, aber auch an der Realschule selbst, wurde die Container-Anlage kritisch gesehen. Schon bei der Einweihungsfeier der neuen Sporthalle im April 2023 machte der Schulleiter in Anwesenheit des Bayerischen Ministerpräsidenten dieses Problem in seiner Rede öffentlich. Der Landrat zeigte Verständnis für die Bedenken. „Wir haben einfach zu viele Flüchtlinge in zu kurzer Zeit bekommen“, brachte der Landrat in der Kreisausschuss-Sitzung das Problem auf den Punkt. Alle zwei Wochen würden 25 Flüchtlinge aus dem Ankerzentrum in Regensburg dazukommen, erklärt Norbert Vogl, der zuständige Abteilungsleiter im Landratsamt.
Der Landkreis werde sich, so Reisinger, bei der Verteilung der Flüchtlinge um Gerechtigkeit bemühen. Er wehre sich aber gegen eine Veröffentlichung von Quoten. „Wir machen das ohne großes Marketing“, sagte er. „Irgendwann muss aber beim Thema Aufnahmegerechtigkeit der Verteilerschlüssel eine Rolle spielen“, entgegnete der SPD-Fraktionssprecher Winfried Franz in der Kreisausschuss-Sitzung.
Synergieeffekte nutzen
Jetzt wurde der Landkreis auf der Suche nach Alternativen zum Standort Realschule fündig. Das Grundstück, 1000 Quadratmeter (50 mal 20 Meter) groß, liege nördlich des Klinik-Standorts in Auerbach und befinde sich im Eigentum des Landkreises und im Sondervermögen des Kommunalunternehmens „Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach, informierte Dr. Norbert Vogl am Montag das Gremium. Der Standortvorteil hier wäre, dass bereits im direkt benachbarten Schwesternwohnheim der St. Johannes-Klinik eine Flüchtlingsunterkunft existiere, man Synergieeffekte nutzen könnte. Laut Vogl sind dort aktuell insgesamt 80 Personen untergebracht, davon 58 Schutzsuchende aus der Ukraine und 22 Personen aus Drittsaaten. Beide Standorte könne man, so Vogl, organisatorisch miteinander verbinden.
Das Innenministerium hat nun den Landkreis darum gebeten, eine genauere Kostenschätzung für eine mögliche Container-Anlage auf diesem Grundstück zu erstellen. Hierzu habe bereits das Gebäudemanagement des Landkreises ein Architekturbüro gebeten, bis Februar 2024 verschiedene Ausführungsvarianten anzufertigen, mit den zu erwartenden Kosten. Nachdem das Grundstück im Eigentum des Landkreises ist, muss der Kreisausschuss dieser geplanten Nutzung zustimmen, was er auch einstimmig am Montag tat.















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