Wissen Sie, was das Problem ist, wenn man viel liest und schon von Kindesbeinen an viel gelesen hat? Man bekommt eine lebhafte Fantasie. In Coronazeiten kann das eher zur Bürde werden. Weil man sich ohne große Anstrengung so viel vorstellen kann, was schieflaufen könnte. Man entwickelt also Züge eines Weltuntergangs-Hypochonders.
In meinem Fall kommt erschwerend hinzu, dass ich, kurz bevor das mit Corona akut wurde, zwei Endzeit-Romane gelesen habe. War eher zufällig, ist sonst nicht mein Genre, aber mit den Folgen muss ich jetzt fertig werden. Beim einen (Robert Harris, Der zweite Schlaf) hat es die Menschheit geschafft, ihre Zivilisation zu schrotten, und fällt auf den technischen Stand vor der Industriellen Revolution zurück. Beim anderen (Deon Meyer, Fever) wird fast die gesamte Menschheit ausgerottet, ausgerechnet durch Coronaviren.
Zu dem Zeitpunkt, als ich es gelesen habe, war es spannende, angenehme Unterhaltung. Jetzt löst die Erinnerung daran keine so angenehmen Gefühle mehr aus.
Wissen Sie, was das Gute ist, wenn man immer viel liest? Man bekommt eine Bibliothek, die so groß ist, und ein Sitzfleisch, das so leistungsfähig ist, dass einem zumindest die Aussicht auf Corona-Quarantäne keine Angst einjagt. Und das immerhin hilft ja selbst in unseren seltsamen Zeiten: die Fähigkeit, auch im Schlechten das Gute erkennen zu können.











Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.