An der Spitze der Amberger Kreisgruppe steht seit 2005 Claudia Sattler-Graf. Sie hatte dieses Ehrenamt von ihrem Vater Walter Sattler übernommen. Der jährlichen Barbarafeier misst sie eine besondere Bedeutung bei. Sie hat deshalb mit ihrem Team auch im Vorfeld der 69. Auflage wieder viel Engagement und Herzblut an den Tag gelegt, um ein informatives und unterhaltsames Programm auf die Beine zu stellen.
Die Gäste wurden mit Kaffee und Kuchen, darunter der original oberschlesische Mohnkuchen, verwöhnt. Musikalisch sorgte die Kapelle Rzepka für Unterhaltung. Den Prolog trug heuer erneut Isabella Graf vor. Sattler-Graf freute sich über die erneut große Resonanz, stimmte aber auch nachdenkliche Töne an: "Zwar ist bei der Barbarafeier die Gästezahl noch sehr hoch, dennoch schrumpft altersbedingt die Mitgliederzahl der Kreisgruppe immer mehr." Vor diesem Hintergrund sei bis zur 70. Barbarafeier im kommenden Jahr ein Umdenken erforderlich. Die traditionelle Feier wird es laut ihren Aussagen in dieser Form dann nicht mehr geben. Der Fortbestand der Kreisgruppe sei noch nicht sicher.
Die Vorsitzende erinnerte daran, dass die Verehrung Barbaras in Oberschlesien Tradition habe und inzwischen Brauchtumspflege bedeute: "73 Jahre nach Flucht und Vertreibung demonstriert unser Fest als Bestandteil des oberschlesischen Lebens aufs Schönste die immer noch lebendige Heimattreue, denn speziell die Verehrung der Barbara zeigt, dass die Oberschlesier in ihren kulturellen Wurzeln verhaftet bleiben."
Dass man in Deutschland überhaupt noch von der Heimat Oberschlesien spreche, sei in erster Linie den Landsmannschaften zu verdanken. Diese hätten sich selbstlos und aufopferungsvoll für alle vertriebenen Landsleute, auch auf politischer Ebene, eingesetzt und ganz unerschrocken und geradlinig deren Belange artikuliert. Ihr Vater habe sich stets für die Oberschlesier stark gemacht - und Friedrich Nitschmann für die Sudetendeutschen.
Der offizielle Teil der Barbarafeier war geprägt von einer Bilderschau von Josef Adamiok ("Breslau früher und heute") und den "Gedanken zur Heimat" von Friedrich Nitschmann, der seine Erinnerungen als Vertriebener erzählte. Steigerreigen mit Steigerlied durften ebenso wenig fehlen wie Bayernhymne und Deutschlandlied. Gedichte und Geschichten aus Oberschlesien von Maria Paris, Christel Passon und Fritz Hermann rundeten das Programm ab. Kulinarischer Höhepunkt war das Eisbeinessen. Bei Tanz und gemütlichem Beisammensein klang die Feier aus.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.