Amberg
28.03.2024 - 11:51 Uhr
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Lkw-Anhänger auf der A6 bei Amberg ausgebrannt

Der Fahrer reagierte geistesgegenwärtig: Als sein Lastwagen am Mittwoch auf der A6 bei Amberg Feuer fing, lenkte er ihn auf die Standspur, koppelte ab und brachte die Zugmaschine in Sicherheit. Die Bergung dauerte bis spät nachts.

Weil hier ein Sattelzug in Brand geraten war, musste die Autobahn A6 am Mittwoch, 27. März, zwischen Theuern (Amberg-Süd) und Ursensollen (Amberg-West) in Fahrtrichtung Nürnberg für rund sieben Stunden gesperrt werden. Die Bergung des ausgebrannten Lkw-Anhänger beanspruchte viel Zeit, weil dafür Teile des Aufliegers demontiert werden mussten.

Wie die Polizei Amberg am Donnerstag mitteilt, wurden keine Personen verletzt. Den Schaden schätzt die für die Autobahn zuständige Verkehrspolizei (VPI) Amberg auf etwa 80.000 Euro. "Nach derzeitigen Erkenntnissen ist als Brandursache am Sattelanhänger ein technischer Defekt mit überhitzter Bremse naheliegend", teilte sie am Donnerstag mit. Die Ermittlungen der VPI sind noch nicht abgeschlossen.

Kurz nach 16 Uhr hatte am Mittwoch der 52-jähriger Fahrer des Lastwagens, unterwegs auf der A6 in Richtung Nürnberg, Qualm an seinem Anhänger bemerkt: Er hatte Feuer gefangen. Brennstoff gab es hier reichlich – der Sattelzug hatte große Papierrollen geladen. Der Fahrer reagierte aber geistesgegenwärtig, lenkte seinen Lkw auf die Standspur, koppelte die Zugmaschine ab und brachte sie aus der Gefahrenzone. Erste Löschversuche waren aber vergebens, der Brand breitete sich schnell über den ganzen Anhänger und die Ladung aus.

Damit war der Auflieger nicht zu retten: Er brannte völlig aus. Das konnte auch ein Großaufgebot der Feuerwehren aus Haselmühl, Kümmersbruck, Theuern und Ebermannsdorf nicht verhindern. Auch das Technische Hilfswerk (THW), Rettungsdienst, Polizei und Autobahnmeisterei Lauterhofen waren im Einsatz, insgesamt rund 75 Kräfte. Das THW kümmerte sich um den Verkehr: Dieser wurde von der Autobahn herunter- und durch Kümmersbruck umgeleitet. Entsprechend "dicht" war dort am Nachmittag und frühen Abend die Ortsdurchfahrt, durch die noch mehr Schwerverkehr rollte als normalerweise. Verkehrsteilnehmer brauchen hier teilweise viel Geduld, bis sich die Situation am späten Abend normalisierte.

Die Feuerwehren nutzten Schaum, um die Flammen einzudämmen. Mit diesem Löschmittel können sie Feuer schnell ersticken, zudem bietet es sich auf der Autobahn an, weil es dort keine Hydranten gibt. "Das Löschen hat sehr gut funktioniert", bilanzierte am Tag danach Kreisbrandmeister Dominik Ernst von der Kreisbrandinspektion Amberg-Sulzbach. Trotzdem sei danach noch einiger Aufwand nötig gewesen: "Der Lkw hatte gerolltes Papier geladen", erklärt Ernst, deshalb sei auch nach dem Löschen nicht klar gewesen, ob es tief in den Innenschichten noch glimmte. Deshalb wurden abends die Überreste der großen Papierrollen vom Abschleppunternehmen mit einem Radlader von der Ladefläche gehoben, um sie dann noch nachzulöschen und Ausleuchtung sowie Brandschutz bei der folgenden Bergung des Lkw-Hängers sicherzustellen.

Auch der Abtransport des völlig ausgebrannten Sattelzugaufliegers war nicht ganz einfach. Er musste dafür teilweise zerlegt, Metallteile des Aufbaus mussten abgeflext werden. Erst dann konnte der Anhänger mit einem Kran auf einen Abschlepper gehievt und weggebracht werden. Bevor die Autobahn gegen 23.30 wieder für den Verkehr freigegeben werden konnte, drehte noch eine Kehrmaschine eine Runde, um die Fahrbahn zu säubern. Die aufwendige Bergung zog sich bis spät nachts hin, begleitet von Kräften des THW und der Feuerwehr Haselmühl, die als Letzte abrückten.

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