07.05.2019 - 22:16 Uhr
AmbergOberpfalz

Mit lockerer Geburtstagsparty ins OTH-Jubiläumsjahr

Beim Festauftakt in Amberg wird deutlich: Die Hochschule ist ein Segen für die Region. Dabei gab es anfangs auch kritische Stimmen - gegen die sich vor allem einer durchgesetzt hatte. Unter anderem mit Alkohol.

von Julian Trager Kontakt Profil

Wie es sich für eine gute Geburtstagsparty gehört, dauert sie länger als geplant. Eine knappe Dreiviertelstunde wurde überzogen, machte aber nichts. Die Gäste im Hörsaal lauschten immer noch aufmerksam. Lachten, wenn die Ehrensenatoren der Hochschule, die auf dem Podium Platz genommen hatten, einen Witz rissen oder eine lustige Anekdote erzählten. Die Stimmung beim Festauftakt am Dienstag ins Jubiläumsjahr der OTH Amberg-Weiden war locker. Es gab ja auch viel zu feiern.

Vor fast genau 25 Jahren ist die Hochschule in Amberg und Weiden gegründet worden. Heute lässt sich sagen: Das war und ist eine Erfolgsgeschichte - da waren sich alle Anwesenden in Amberg einig. Die ganze Region profitiere von der Hochschule. Die Jugend, die in der Heimat studieren kann. Die Wirtschaft, die gut ausgebildete Fachkräfte bekommt. "Ein Jahrhundertereignis", sagte OTH-Präsidentin Andrea Klug über die Gründung, "das die Erwartungen voll und ganz erfüllt hat."

Der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) sprach in seiner Festrede von einer "historischen Leistung" der damaligen Staatsregierung, vor allem aber von Staatsminister a. D., Hans Zehetmair, der als Ehrensenator der OTH ebenfalls nach Amberg gereist war. "Das wird immer mit deinem Namen verbunden sein", sagte er zu seinem Parteikollegen. Sibler betonte, wie wichtig eine Hochschule im ländlichen Raum ist, gerade für die heimatverbundenen Oberpfälzer. So hätten auch Menschen Zugang zum Studium erhalten, die nicht schnell mal ein paar Jahre nach München oder Regensburg gehen können. Stichwort "Bildungsgerechtigkeit".

Christian Engel, Geschäftsführer von BHS Corrugated und ebenfalls Ehrensenator, erklärte, welche Vorteile die OTH der regionalen Wirtschaft gebracht hat: "Ohne die OTH könnten wir uns in unserem Unternehmen diesen Erfolg gar nicht vorstellen." Jede zweite Bewerbung trage die Handschrift der OTH, mehr als die Hälfte der Zugänge stammten aus diesem Kreis.

Dabei war es anfangs gar nicht so einfach, die politischen Entscheidungsträger davon zu überzeugen, eine Hochschule in Amberg und Weiden zu gründen. "Es gab durchaus kritische Stimmen", sagte Franz Mende, Vorsitzender des Amberger OTH-Förderverein in seiner Rede. "Eine Hochschule in der Provinz, was solle das bringen?", hieß es.

Ex-Wissenschaftsminister Hans Zehetmair erzählte, wie er den deutschen Wissenschaftsrat umstimmte - denn der sei nicht unbedingt für den Oberpfälzer Doppelstandort gewesen. In einer langen Nachtsitzung habe er sich durchgesetzt. Dabei ist ordentlich getrunken worden, erzählt Zehetmair. "Aber nur die anderen, ich musste einen klaren Kopf bewahren." Zudem seien sich Amberg und Weiden damals nicht grün gewesen. Keiner hätte dem anderen den alleinigen Standort gegönnt, sagte Zehetmair. Auch das ist Geschichte.

Heute können die Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) und Kurt Seggewiß (SPD) über den Konkurrenzkampf ihrer Städte lachen. Als sich der Amberger OB in seiner Rede versprach und damit Weiden Intelligenz absprach, war Seggewiß empört - zumindest täuschte er es vor. Dann lachte er. Kurz danach schlugen beide ein, hielten ihre Hände zusammen in die Höhe Richtung Publikum. Amberg und Weiden, sollte das bedeuten, gehören zusammen - in der Hochschulpolitik jedenfalls.

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