Der Salzstadelplatz hinter der Amberger Martinskirche ist eine der Stellen in der Altstadt, die mit Geldern aus der "Innenstadt-Million" aufgehübscht und grüner gemacht werden sollen. 300.000 Euro stehen nach Angaben der Verwaltung für die Maßnahmen hier zur Verfügung. Damit ließen sich beispielsweise Bäume pflanzen, Fahrradständer aufstellen, Mülleimer oder Spielgeräte.
Das Baureferat hat aus den von Bürgern zur Innenstadt-Million eingereichten Vorschlägen drei Varianten ausgearbeitet, wie der Salzstadelplatz künftig aussehen könnte. Die unterscheiden sich vor allem in der Anzahl der Parkplätze im Sommer (Außengastronomie) und im Winter sowie der Spielmöglichkeiten. Bei den Bäumen – vier oder fünf – bieten die Varianten hingegen relativ wenig Unterschiede. Nun war es am Bauausschuss, die Vorberatung über die drei Varianten zu übernehmen.
Förderung für Aufenthaltsqualität
Wobei Jasmin Hanich, die Leiterin des Bauordnungs- und Stadtentwicklungsamts, in der Sitzung andeutete, die Regierung der Oberpfalz habe bei der Schaffung von "hoher Aufenthaltsqualität" auf dem Platz eine Förderung von 80 Prozent der Kosten in Aussicht gestellt. CSU-Sprecher Matthias Schöberl betonte, seine Partei wolle die jetzige Nutzung des Salzstadelplatzes als Parkplatz und für die Außengastronomie prinzipiell beibehalten und durch Maßnahmen aus der Innenstadt-Million stärken. "Ziel muss es sein, möglichst wenig Parkplätze zu verlieren." Dafür würde Schöberl lieber weniger, aber gut platzierte Bäume pflanzen.
Als Gegenpol dazu forderte Rudolf Scharl (Liste Amberg) die Umwandlung des Salzstadelplatzes in eine Fußgängerzone. Quasi als Geschenk zum 50. Geburtstag, welchen die Amberger Fußgängerzone in diesem Jahr feiern könne. Mit der Maßnahme schaffe man einen durchgehend verkehrsberuhigten Bereich vom ACC mit seinem Parkplatz über die Schiffgasse und den Salzstadelplatz zum Markplatz. Unterstützung erfuhr Scharl aber lediglich von Hans-Jürgen Bumes (Grüne), der ebenfalls dafür plädierte, möglichst viel Grün und möglichst wenig Blech auf den Platz zu bringen.
Mehrheit gegen Fußgängerzone
"Wir brauchen keine Fußgängerzone", argumentierte hingegen Rudolf Maier (CSU). Der Weg für die Fußgänger sei ja schon heute durch die gewohnte Wegeführung entlang der Martinskirche vorgegeben. Veronika Niklaus (Freie Wähler) orientierte sich eher an den Wünschen der Anlieger. Die hatten in einem Vorgespräch im Baureferat laut Sitzungsunterlage dafür plädiert, am besten gar nichts an der jetzigen Gestaltung des Platzes zu ändern. Ein Baum, so Niklaus, ein schöner Baum sei ihrer Ansicht nach ideal.
Auf keinen Fall will Matthias Schöberl jetzt den berühmten Schnellschuss haben. Die Platzierung der Bäume müsse auf Anhieb optimal sein. "Wir müssen jetzt die richtige Entscheidung treffen und nicht gleich wieder nachsteuern." Während in der abschließenden Abstimmung, die als Empfehlung für den Stadtrat gilt, Rudolf Scharl und Hans-Jürgen Bumes für eine Fußgängerzone plädierten, votiert die Mehrheit von sechs Stadträten aus CSU, SPD, ÖDP und Freie Wähler für die Variante 3 mit den meisten Parkplätzen und dem Wegfall einer öffentlichen Spielmöglichkeit. Die hätten insbesondere die CSU-Stadträte gerne an anderer Stelle und in konzentrierter Form.
Die wichtigsten Unterschiede der einzelnen Varianten
- Variante 1
- Stellplätze im Sommer: 2
- Stellplätze im Winter: 7
- Bäume: 5
- Spielgeräte: ca. 5
- Variante 2
- Stellplätze im Sommer: 2 bis 4
- Stellplätze im Winter: 8 bis 10
- Bäume: 4
- Spielgeräte: ca. 3
- Variante 3
- Stellplätze im Sommer: 4
- Stellplätze im Winter: 10
- Bäume: 4
- Spielgeräte: 0



















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