16.06.2018 - 17:06 Uhr
AmbergOberpfalz

Mensch-ärgere-Dich-nicht: Ambergs zweiter Weltrekord in Sicht

War das jetzt Weltrekord? Die offizielle Bestätigung wird noch eine Weile dauern. Trotzdem steht jetzt schon fest: Amberg ist ganz groß im Mensch-ärgere-Dich-nicht. 3816,145 Quadratmeter, um ganz genau zu sein. "Amtlich" nachgemessen.

Hier spielt Team Rot alias "Creative Amberg und Brigitte": Beim Riesen-Mensch-ärgere-Dich-nicht schlüpften je vier Spieler mit Sonnenschirmen ihrer Farbe in die Rolle der "Manschkerln", die übers Spielfeld ziehen.
von Heike Unger Kontakt Profil

(eik) Dafür drehte Ambergs Baureferent Markus Kühne höchstpersönlich am Rad - er schritt das Riesen-Spielfeld, aufgemalt auf dem Campus der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH), mit einem Messrad ab: 61,85 x 61,70 Meter, also genau 3816,145 Quadratmeter.

Bildergalerie zum Weltrekordversuch

Das sollte reichen, schließlich misst das bislang größte offiziell registrierte Mensch-ärgere-Dich-nicht nur 400 Quadratmeter, wie Bürgermeisterin Brigitte Netta wusste. Sie war eine der Initiatoren der Gaudi im XXL-Format. Inspiriert vom ersten Amberger Mensch-ärgere-Dich-nicht-Rekord, aufgestellt am 29. Juli 2017, als 1692 Menschen auf dem Marktplatz gleichzeitig spielten.

Schnell kam die Idee auf, da noch eins drauf zu setzen. Und mit der Studierendenvertretung der OTH fanden Netta und der Amberger Filmemacher Alex Viebig schnell die passenden Mitstreiter: Der Campus der Hochschule ist das ideale Spielfeld, das zeigte sich schon beim ersten, noch kleineren Probelauf im Vorprogramm des Rekord-Spektakels von 2017. Nun wurde am Samstag aus dem Innenhof der OTH ein Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel im Mega-Format. Fast genau wie das Original, nur der Schriftzug mit dem Spielnamen fehlte.
Viele fleißige Helfer hatten ab 7 Uhr morgens die bunten Kreise mit einer Kreidefarbe markiert, die auch auf Sportplätzen verwendet wird: Der Regen wird sie mit der Zeit wieder abwaschen. Da ein Rekordversuch beim berühmten Guinnessbuch mehrere Tausend Euro kostet, hatten sich die Verantwortlichen für eine preiswertere Variante entschieden: Sie melden ihr Mega-Spiel dem Rekord-Institut für Deutschland, wo auch schon Ambergs Rekord von 2017 registriert ist.
Vormittags spielten sich knapp 30 Interessierte schon mal an den bekannten Spielbrettern warm: Aus dieser Gruppe fanden sich dann acht Fünfer-Teams (je vier "Spielfiguren" und ein Würfler) zusammen, die zu den beiden geforderten Rekord-Spielerunden nötig waren. Eine bunte Mischung, nicht nur wegen der Spielfiguren-Farben rot, gelb, grün und schwarz: Kinder machten ebenso mit wie Erwachsene, Männer und Frauen, die Schlosswache sogar in historischen Gewändern und mit einem Böllerschuss zum Auftakt.
Zwei Amerikanerinnen sowie zwei Syrer machten die Aktion international: Jessica aus Nebraska und Natalee aus New York kannten das Spiel in der weltweit verbreiteten Version Pachisi, wollen jetzt aber unbedingt auch ein deutsches Mensch-ärgere-Dich-nicht kaufen. Und Mosaab aus Syrien hatte sich vormittags schnell eingespielt - mit einer Spezialversion, die der CJD Jugendmigrationsdienst aus Sulzbach-Rosenberg kreiert hat: Hier gibt es zusätzliche "Ereignisfelder", mit Aktionen, denen Asylbewerber in Deutschland begegnen - und die das Vorankommen fördern oder behindern. Neben diesem Verein sorgten auch Soroptimist International, Round Table 69 und der Leo Club Die Berglöwen für ein kleines Begleitangebot mit Spiel, Info und Verpflegung.
Während die Spieler mit bunten Leibchen und farblich passenden Schirmen über den Campus liefen, konnten Zuschauer von Liegestühlen und Bierbänken aus das Geschehen ganz entspannt mitverfolgen. Für einen Aha-Effekt sorgte ein Gerüstturm: Von dort oben sah man es in voller Pracht - das größte Mensch-ärgere-Dich-nicht-Feld der Welt.Weitere Bilder und ein Video: www.onetz.de/-id2403418.html

Info:

Nicht ärgern bleibt ein Thema in Amberg

Der zweite Amberger Mensch-ärgere-dich-Nicht-Rekord schlage "eine Brücke von der OTH zur Stadt und umgekehrt", freute sich Mit-Initiatorin Brigitte Netta: Genau zwischen dem Marktplatz, wo 2017 der erste Rekord aufgestellt wurde, und der Hochschule, wo es jetzt der zweite werden soll, liegt das Geburtshaus (Georgenstraße 63) von Joseph Friedrich Schmidt, Erfinder des berühmten Spiels.
Gibt es jetzt jedes Jahr einen neuen Rekord? So weit will Netta nicht gehen. Aber beim Amberger Mensch-ärgere-Dich-nicht am Ball bleiben will sie - schließlich "verbindet es Generationen und Kulturen": "So lange ich Leute finde, die Lust haben, kreative Ideen mit Leben zu erfüllen, mache ich das." Genau "dafür steht Amberg für mich: Dass man sich für etwas begeistert." Dazu gehört auch ein ganz besonderes Spielbrett - mit 50 x 50 cm nicht rekordverdächtig, aber ein Kunstwerk - gestaltet vom Amberger Künstler Marcus Trepesch. Und in streng limitierter Auflage bei Brigitte Netta zu haben (Anfragen über Facebook).

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