Amberg
02.12.2024 - 17:51 Uhr

Mentor-Projekt der AOVE sucht Lesepaten für Viertklässler

Da fast jeder vierte Viertklässler nicht richtig lesen kann, sucht die AOVE nun Lesepaten für ihr Projekt. Finanziert wird das Projekt ausschließlich durch private Spenden.

Kinder- und Jugendbücher liegen in einem Bücherregal. Weil immer mehr Grundschüler nicht gut lesen können, hat die AOVE ein Projekt gestartet, für das sie Lesepaten sucht. Symbolbild: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Kinder- und Jugendbücher liegen in einem Bücherregal. Weil immer mehr Grundschüler nicht gut lesen können, hat die AOVE ein Projekt gestartet, für das sie Lesepaten sucht.

Dass fast jeder vierte Viertklässler nicht richtig lesen könne und es rund sechs Millionen Analphabeten in Deutschland gebe, "sollte uns zu denken geben", sagte Erhard Strobl, als er dem Gebenbacher Gemeinderat das Projekt "Mentor - Lesepaten in der AOVE" vorstellte. Dringend gesucht würden seinen Worten nach Lesepaten. Ein Grund, warum Grundschüler vielfach nicht richtig lesen können, sei, dass in rund 30 Prozent der Familien Eltern ihren Kindern nicht vorlesen. Strobl wundern nach eigener Aussage auch die gut sechs Millionen Analphabeten in Deutschland nicht, "die einfach nicht lesen können und damit größte Schwierigkeiten haben, einen Fahrplan oder eine Speisekarte zu lesen".

Dem schon im Grundschulalter abzuhelfen, dafür gebe es die Lesepaten. Derzeit seien es fast 30 im gesamten AOVE-Bereich, drei seien in der Gemeinde Gebenbach registriert. Die Verwaltung der Lesepaten erfolge über die AOVE. In Zusammenarbeit mit Schulamt und Schule würden Kinder im Grundschulalter ausgewählt, denen in entspannter Atmosphäre die Lesepaten vorlesen. Ein Lesepate kümmere sich einmal in der Woche jeweils über 45 Minuten um ein Kind, möglichst das ganze Schuljahr.

Deutschlandweit werde jährlich rund 16.000 Kindern vorgelesen. Im Einzugsbereich der AOVE seien vergangenes Schuljahr 28 Kinder gezielt betreut worden, informierte Erhard Strobl. Die AOVE stelle den Lesepaten einen mit Lese- und Spielmaterial bestückten Rucksack. Den Lesepaten entstünden durch die ehrenamtliche Tätigkeit keine Unkosten, notwendige Auslagen würden vergütet. Um weitere Lesepaten zu finden, kooperiere das Mentor-Lesepaten-Projekt mit der Amberger Freiwilligenagentur und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF).

Ausdrücklich betonte Erhard Strobl, dass das Projekt keine öffentlichen Fördergelder erhalte, „wir finanzieren uns ausschließlich durch private Spenden“. Auf Nachfrage meinte Strobl, dass die Lesepaten ein Führungszeugnis vorlegen müssen, Termine fänden nicht in Privaträumen, sondern ausschließlich in der Schule statt.

 
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