"Sie sind wichtig, sie sind richtig und sie sind einzuhalten", sagte Oberbürgermeister Michael Cerny am Freitagabend über die Ausgangsbeschränkungen, die Ministerpräsident Markus Söder am frühen Nachmittag für Bayern verkündet hatte. Mit einer Videobotschaft richtete sich Cerny zum Start in ein Wochenende, das es hier so bisher wohl noch nie gegeben hat, an die Bürger Ambergs. "Das Thema Corona hat unser Land und unsere Stadt fest im Griff", beschrieb der Rathauschef die "absolute Ausnahmesituation". Er zeigte Verständnis für die Sorgen der Bürger, mahnte aber auch: "Das betrifft das individuelle Verhalten von uns allen - ohne Ausnahme."
Dann erklärte Cerny, wie sich Stadtverwaltung, Gesundheitswesen und Wirtschaft auf die Herausforderung vorbereiten und an die neue Situation anpassen. "Wir arbeiten seit letzter Woche mit hoher Intensität, um die zentralen Entscheidungen umzusetzen und weitere Entscheidungen zu treffen."
Michael Cernys Videobotschaft in Facebook
So habe das Klinikum St. Marien seinen Betrieb neu organisiert, planbare Operationen verschoben und die Kapazitäten so ausgerichtet, dass es bestmöglich auf die "mit Sicherheit kommende verstärkte Behandlung von Intensivpatienten" vorbereitet ist. "Unser Klinikum ist sehr gut aufgestellt und wir können sogar auf eine sogenannte Weaning-Station, eine spezielle Station für Beatmungspatienten, zurückgreifen." An dieser Stelle dankte der Oberbürgermeister allen Mitarbeitern im Klinikum.
Die Stadtverwaltung wiederum habe ein zusätzliches Bürgertelefon zur Beantwortung der "sicher neu aufkommenden Fragen zu den Ausgangsbeschränkungen" eingerichtet (09621/10 99 99). Auch für Betriebe gebe es bei der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft eine Beratungsstelle, erklärte Cerny weiter, denn "viele unserer Betriebe gehen aktuell in Kurzarbeit, viele Unternehmer machen sich Sorgen um ihre Mitarbeiter und die Existenz ihrer Betriebe". Auch die meisten Händler mussten ihre Ladengeschäfte schließen, bieten aber weiterhin zum Beispiel Lieferungen an. Darüber solle bald eine eigene Plattform informieren. "Halten wir jetzt auch zu unseren Amberger Unternehmern!", rief Cerny auf. Auch der kulturelle Bereich werde sich stärker online widerspiegeln.
"Es gibt insgesamt keinen Grund, jetzt in Schockstarre zu verfallen, sondern wir sollten unsere Potenziale jetzt nutzen, um das Beste aus der Situation zu machen", sagte Cerny und forderte auf: "Zeigen wir unsere Kreativität! Solidarität und Zusammenhalt sind aktuell mehr gefragt denn je." Über die Vielzahl an Hilfsangeboten habe er sich daher "wahnsinnig gefreut".
"Die nächsten Wochen werden für uns alle hart und wir werden Situationen erleben, auf die wir bislang nicht vorbereitet sind. Aber bleiben wir ruhig und vor allem bleiben wir menschlich", sagte Cerny und versprach: "Es gibt eine Zeit nach Corona und dann werden wir die Bewältigung der Krise gemeinsam feiern."























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