20.03.2020 - 17:23 Uhr
AmbergOberpfalz

Ambergs Polizei im Corona-Einsatz

Im Kampf gegen das Coronavirus hat der Freistaat das öffentliche Leben weitgehend eingefroren. Nicht alle wollten das verstehen, deshalb sind zur Kontrolle verstärkt Polizisten unterwegs. Doch die Krise zeigt auch positive Nebeneffekte.

Ein Foto aus dem vergangenen Sommer: Ein Streifenwagen fährt durch die Altstadt. Jetzt in der Coronakrise zeigt die Polizei noch mehr Präsenz auf den Straßen, um die Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen zu überwachen.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

In der Amberger Altstadt war in den vergangenen Tagen zwar recht wenig los. Aber Leser berichteten auch von Menschengruppen, zum Beispiel am Multifunktionsplatz, die fröhlich zusammensaßen. Im "Großen und Ganzen" hätten sich die Bürger und Gewerbetreibenden an die Vorgaben gehalten. Manche Menschen seien aber auch "wirklich unvernünftig", bestätigte Ambergs Polizeisprecher Achim Kuchenbecker. "Vielen fehlt immer noch das Bewusstsein für den Ernst der Lage."

Obwohl die bayerische Staatsregierung wegen der Ausbreitung des Coronavirus am Montag landesweit den Katastrophenfall ausgerufen hatte. Obwohl Experten warnten, den Kontakt zu anderen Menschen auf das Nötigste zu reduzieren. Obwohl die Polizeipräsenz auf den Straßen deutlich erhöht wurde. Viele wollten sich noch immer nicht an die Einschränkungen des öffentlichen Lebens halten. Deshalb verkündete Ministerpräsident Markus Söder am Freitagmittag schließlich, dass das Verlassen der eigenen Wohnung ab Samstag in ganz Bayern nur noch in Ausnahmefällen erlaubt ist.

Verstöße werden angezeigt

Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche. Keine Treffen mit Freunden, keine Restaurant-, Café- oder Friseurbesuche mehr. Ein letzter Versuch, die letzte Maßnahme - bevor es zu einer völligen Ausgangssperre kommen muss. "Zur Kontrolle fahren wir verstärkt die Stadt und den Landkreis ab", erklärte Kuchenbecker. Im Laufe der Woche hätten Polizisten, die auf Menschenansammlungen gestoßen sind, vor allem an den gesunden Menschenverstand appelliert oder Platzverweise ausgesprochen, erzählte Ambergs Polizeisprecher. Wer sich aber vorsätzlich nicht an die Vorgaben halte, sich mutwillig versammle, der müsse mit ernsten Konsequenzen rechnen. In besonderem Maße gilt das für Gewerbetreibende. Verstoße gegen die neuen, vorübergehenden Regeln gelten als Straftat. "Das wird angezeigt", sagte Ambergs Polizeisprecher, "um deutlich zu machen, wie ernst die Lage ist. Und auch als Zeichen für andere."

Das betont auch das Polizeipräsidium Oberpfalz in einer Pressemitteilung: "Die Polizei Oberpfalz wird die Einhaltung dieser Beschränkungen konsequent überwachen, überprüfen und zur Anzeige bringen. Dabei setzt sie auf das Verantwortungsbewusstsein und den Zusammenhalt der Bevölkerung." Verstöße könnten mit Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren oder Geldstrafen geahndet werden, heißt es weiter.

Ministerpräsident Markus Söder verkündet Ausgangsbeschränkungen

Bayern

"Ich erinnere die Bevölkerung noch einmal daran, wie wichtig es ist, Kontakte zu vermeiden, um das Risiko einer Ansteckung zu vermindern und dadurch sich sowie vor allem die besonders gefährdeten Mitbürger vor einer Infektion zu schützen", appelliert auch Michael Cerny. Für den Amberger Oberbürgermeister ist es unverständlich, dass sich "manche Menschen sogar bewusst über die Regeln, Ge- und Verbote hinwegsetzen". Der "individuelle Spaßfaktor" dürfe nicht über die notwendige und gebotene Solidarität gesetzt werden. "Jeder einzelne ist gefordert, seinen Teil dazu beizutragen und sich verantwortungsvoll zu verhalten."

Weniger Unfälle

So sehr das Coronavirus die Polizeiinspektionen auch beschäftigt, spüren die Beamten in Amberg dessen Folgen auch in anderer - in positiver - Hinsicht. "Wir merken extrem, dass das soziale Leben so runtergefahren wird", erklärt Kuchenbecker. So würden die "Nicht-Corona-Einsatzzahlen" deutlich sinken. "Das ist gar kein Vergleich zu vorher." Je weniger Menschen also aufeinander treffen, miteinander trinken, feiern, arbeiten, desto weniger Konflikte und Auseinandersetzungen scheinen zu entstehen. "Es passieren zum Beispiel auch viel weniger Unfälle." Eine gute Nachricht in so schwierigen Zeiten.

Polizei ahndet Verstöße gegen Beschränkungen konsequent

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