11.11.2020 - 15:39 Uhr
AmbergOberpfalz

Milchbauern schlagen vor Amberger Milchhof Alarm

Milchbauern in ganz Deutschland starteten am Mittwoch eine gemeinsame Aktion: Sie übergaben ein Forderungspapier an die Milchverarbeitungs-Betriebe. Auch vor dem Milchhof in Amberg wurden Transparente hochgehalten.

Helmut Graf vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (vorne rechts) übergibt die zwei Seiten Forderungspapier, auf Tafeln geklebt, an Michael Kleber, den Leiter des Amberger Milchhofs (vorne links).
von Gerd SpiesProfil

Sie wählten bewusst den 11.11. um 11.11 Uhr als Zeitpunkt ihrer Aktion. Ihr Motto lautete auch „Schluss mit lustig“. Die Milchbauern in ganz Deutschland starteten genau zum Faschingsbeginn eine Aktion, indem sie ein Forderungspapier an die Milchverarbeitungs-Betriebe übergaben. Zeitgleich übergaben auch die fleischerzeugenden Landwirte in Deutschland ihre Forderungen an die weiterverarbeitenden wie zum Beispiel an die Großmetzgerei Wolf in Schwandorf.

Rund 15 Milchbauern aus der ganzen Region, ausgerüstet mit Transparenten und Plakaten, übergaben Michael Kleber, dem Leiter des Amberger Milchhofs, die Forderungen der Milchbauern. „Wir befinden uns in einer katastrophalen Situation. Wir haben derzeit eine Kostenunterdeckung von 33 Prozent“, erklärte Helmut Graf, Milchbauer aus Lengenfeld und zugleich Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter. Der Preis von aktuell 34 Cent für einen Liter Milch würde zum Überleben nicht reichen. „Es muss mehr bei uns Erzeugern von den erzielbaren Erlösen ankommen“, forderte er. Viel Betriebe seien in ihrer Existenz bedroht, wenn sich nicht kurzfristig diese Erlössituation auf den Märkten verbessern würde. Deshalb hätten sich auch die Teilnehmer des so genannten Milchdialogs auf das gemeinsame Forderungspapier an die Molkereien verständigt. 15 Cent mehr pro Liter Milch für die Bauern steht auf dem Papier.

Einnahmen brechen weg

Dabei geht es eigentlich nicht nur um die Milchbauern. In allen landwirtschaftlichen Betrieben brechen derzeit die Einnahmen weg, berichten die Landwirte. Gerade mal noch zwei Drittel der Kosten würden die seit Monaten ruinösen Preise nicht nur für Milch, sondern auch für Rinder, Schweine und Geflügel decken. Mindestens 1 Euro mehr für das Kilo Rindfleisch, 50 Cent mehr für das Kilo Schweinefleisch und 20 Cent mehr für das Kilo Geflügel steht daher auf ihren Transparenten. „Bei den Landwirten ist das Ende der Fahnenstange erreicht“, lautete ihr Fazit auf dem Forderungspapier.

Nächster Besuch am 19. November

Die Milchbauern hatten sich beim Amberger Milchhof gleich wieder für den 19. November angekündigt. Da wollen sie die offizielle Stellungnahme des verarbeitenden Betriebes persönlich abholen. Ein „Vertrösten auf unbestimmte Zeit“ werden sie nicht hinnehmen, kündigten sie bereits jetzt an.

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